Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

Hintergrund Architektenordner

Klinker bei backstein.com

Was sind Klinker?

Ein Ziegel wird zum Klinker, wenn er unter so hohen Temperaturen gebrannt wird, dass durch den Sinterprozess die Poren geschlossen werden. Klinker bestehen aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen. Ton sintert bei Brenntemperaturen von über 1200 °C. Gesinterte Tonsteine, wie Klinker, nehmen kaum Wasser auf und sind sehr widerstandsfähig. Schlägt man zwei Klinker aneinander, ist ein heller Klang zu hören. Diesem Klang verdanken die Klinker ihren Namen.

 

Ton und Wasser werden vermengt um Mauersteine herstellen zu können. Geformt werden Sie dann industriell im Strangpressverfahren. Bei der anschließenden Trocknung reduziert sich der Wassergehalt auf ca. 3 Prozent. Bei 1100 bis 1300 °C werden die Klinker dann im Tunnelofen (früher in Ringöfen) gebrannt. Normale Ziegel werden bei bis 800 bis 1200 °C gebrannt.

 

Klinker sind nach DIN 105 genormt. Es gibt Vollklinker (KMz) mit einer Dichte von 2,0 kg/dm³ bis 2,2 kg/dm³ und Hochlochklinker (KHLz) mit einer Dichte von 1,6 kg/dm³ bis 1,8 kg/dm³. Kanalklinker sind nach DIN 4051 genormt. Die Formate der Klinkersteine sind nach DIN 1053 genormt. Basis für die verschiedenen Formate ist das Normalformat (NF) mit Länge 240 mm, Breite 115 mm und Höhe 71 mm. Zur Fassadengestaltung können Ziegel mit Sondermaßen hergestellt werden.

  • FHP-Ausstellung wandert weiter

    Fritz-Höger-Preis 2014

    BONN. Die Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis 2014 setzt ihre bundesweite Tour fort. Ab dem 7. September 2016 gastiert die umfangreiche Ausstellung auf der NordBau in Neumünster.

    „Graue Ziegel sind absolut im Kommen.“ Das sagt der Architekt Dietmar Walberg. Gleichzeitig ist der Mann Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft zeitgemäßes Bauen. Ein Experte also. Backstein und Ziegel, sagt Walberg weiter, „stehen wieder für Vielfalt und Eleganz. Sie sind bodenständig, zukunftsfähig und modern.“ Egal, ob sie grau, rot, gelb oder andersfarbig sind.

     

    Den Backstein als zeitgemäßen Baustoff lobt Walberg in einem Interview, das er dem Architektur- und Bauportal „Detail Transfer“ im Vorfeld der NordBau, Norddeutschlands größter Kompaktmesse des Bauens, gegeben hat. Diese Fachmesse rund um die Holstenhallen in Neumünster findet von Mittwoch, 7. September, bis Sonntag, 11. September, statt und hat sich als Schwerpunkt die Vielfalt der Backsteine, Ziegel und Verblender gesetzt. Womit wir bei der Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis sind. Die passt so gut in die Thematik der NordBau, dass die Macher um Walberg und Holstenhallen-Prokurist Wolfgerd Jansch sie kurzerhand in ihre Messe holten.

     

    Die Ausstellung zeigt wie gehabt einen faszinierenden Querschnitt zeitgenössischer, internationaler Backstein-Architektur. Vom energieoptimierten Einfamilienhaus bis zum spektakulären Sakralbau. Sie tut das in einem Messeumfeld, das gleichfalls hochattraktiv daherkommt: So wird Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig in Neumünster sein, ebenso der RTL2-Architekt John Kosmalla. Außerdem wird es in Hülle und Fülle Vorträge, Veranstaltungen und Symposien zu aktuellen Bauthemen geben, etwa ein Seminar des Fachverbands Ziegelindustrie Nord zum Feuchte- und Wärmeschutz am Mittwoch, 7. September, ab 9.30 Uhr.

     

    Vom Architekten bis zum Polier, vom potenziellen Bauherren bis zum Stadtplaner – alle werden sie nach Neumünster pilgern. Und ganz sicher mehr als nur einen Blick auf die Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis werfen.

     

    Mehr Infos und die Anmeldemodalitäten hier: www.nordbau.de

     

    Die aktuellen Ausstellungstermine 2016:

     

    07.09. - 11.09.2016 in Neumünster
    61. NordBau, Holstenhallen Neumünster, Justus-von-Liebig-Straße 2-4, 24537 Neumünster | Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr


    31.10. - 11.11.2016 in Aachen
    RWTH Aachen, Foyer Fakultät EG, Schinkelstraße 1, 52062 Aachen | Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben


    Weitere Termine folgen. Änderungen sind vorbehalten.

     

     

    Bisherige Stationen:

     

    10.09. – 17.10.2014 in Berlin
    Deutsches Architekturzentrum DAZ, Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin-Mitte


    10.03. – 01.04.2015 in Bochum
    Hochschule Bochum, Fachbereich Architektur, Blue Box/1. OG, Lennershofstr. 140, 44801 Bochum

     

    07.04. – 17.04.2015 in Buxtehude
    Hochschule 21, Foyer/erhöhtes EG, Harburger Str. 6, 21614 Buxtehude

     

    20.04. – 30.04.2015 in Düsseldorf
    FH Düsseldorf, Foyer des Erweiterungsbaus (Japanhaus), Georg-Glock-Str. 15, 40474 Düsseldorf

     

    05.05. – 20.05.2015 in Heidelberg
    SRH Hochschule Heidelberg, School of Engeneering and Architecture, Foyer im EG, Bonhoferstr. 11, 69123 Heidelberg

     

    27.05. – 03.06.2015 in Bremen
    Hochschule Bremen, School of Architecture, EG Ausstellungsbereich, AB-Gebäude, Neustadtswall 30, 28199 Bremen

     

    08.06. – 26.6.2015 in Erfurt
    Fachhochschule Erfurt, Galerie/Hochparterre, Schlüterstr. 1, 99089 Erfurt

     

    27.10 – 05.11.2015 in Frankfurt am Main
    Frankfurt University of Applied Sciences, Gebäude 1, 3. OG, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt/Main

     

    09.11.2015 – 19.11.2015 in Wismar
    Hochschule Wismar, Haus 7A, Foyer Erdgeschoss, Philipp-Müller-Str. 14, 23966 Wismar | Auftaktveranstaltung am 09.11. um 18:00 Uhr | Vortragsveranstaltung mit dem Fritz-Höger-Preisträger Jan Rösler, Winner Gold in der Kategorie Newcomer, 11.11. um 18:00 Uhr

     

    24.11.2015 – 10.12.2015 in Karlsruhe
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT), AOC Halle, 1. OG, Englerstraße 11,
    76131 Karlsruhe


    15.12.2015 – 03.01.2016 in Weimar
    Bauhaus-Universität Weimar, Hauptgebäude 1. OG, Geschwister-Scholl-Str. 8, 99423 Weimar

     

    12.04. - 21.04.2016 in Regensburg
    Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Fakultät Architektur, Halle A, Prüfeninger Str. 58, 93049 Regensburg | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 07:00 bis 20:00 Uhr, Samstag: 11:00 bis 16:00 Uhr, Sonn- und Feiertage: geschlossen | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 12. April 2016, 18:00 Uhr


    25.04. - 13.05.2016 in Dortmund
    Fachhochschule Dortmund, Foyer EG, Emil-Figge-Straße 40, 44227 Dortmund | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 26. April 2016, 17:30 Uhr

     

    17.05. - 10.06.2016 in Wuppertal

    Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Foyer, Gebäude HB, Pauluskirchstraße 7, 42285 Wuppertal | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    15.06. - 01.07.2016 in Leipzig
    Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Treppenfoyer Geutebrückbau, Karl-Liebknecht-Strasse 132, 04277 Leipzig | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag im Audimax der HWTK Leipzig: 15. Juni 2016, 19:00 Uhr

     

    Info-Service: Gerne benachrichtigen wir Sie, sobald neue Ausstellungstermine bestätigt werden. Registrieren Sie sich für den Backstein-Newsletter oder nutzen Sie unseren kostenlosen Info-Service und bleiben Sie informiert: jetzt anmelden.

  • Bezahlbarer Wohnungsbau für alle!

    Themenspezial: Wohnungsbau

    BERLIN. In Deutschland fehlen über eine dreiviertel Million Wohnungen. Und der Bedarf insbesondere an günstigen Wohnungen in den Städten steigt und steigt, bedingt auch durch die ins Land kommenden Flüchtlinge. Eine Expertengruppe der deutschen Architektenkammer hat nun einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet.

    Die Architekten legen Bund, Ländern und Kommunen wie auch der Wohnungswirtschaft ein Aktionsprogramm vor. Das Programm soll die „Kernempfehlungen und Maßnahmen“, die in der vergangenen Woche mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen verabschiedet wurden, durch seine fachliche Fokussierung noch ergänzen.

     

    „Wir haben aus unserer Erfahrung heraus alle notwendigen Stellschrauben aufgeführt, damit die Planung und Realisierung der so dringend benötigten Bauten noch beschleunigt werden kann“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann.

     

    Änderungen bei den Baustandards, dem Bau- und Planungsrecht und den Genehmigungsverfahren seien dringend erforderlich, um Hemmnisse abzubauen und den Wohnungsbau für alle voranzutreiben. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, eine gezielte Herabsetzung der Grunderwerbssteuer für Wohnungsbauvorhaben und eine verlässliche und übersichtliche Förderung können, so die Meinung der Architekten, dazu beitragen, den Bau kostengünstiger Wohnungen in Deutschland anzukurbeln. Hierbei gelte es aber insbesondere, die privaten Investoren zu motivieren.

     

    „Die privaten Haushalte sind Eigentümer von mehr als zwei Dritteln des deutschen Wohnungsbestands. Verdichtung erfordert kleinteilige Maßnahmen im Bestand. Dies geht nur mit den privaten Eigentümern. Sie sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“, erläuterte die BAK-Präsidentin. „Die Architekten stehen bereit, bei der notwendigen Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse auch die Qualität der Bauten sicherzustellen. Ziel ist eine verlässliche und zukunftsfähige Umsetzung der Herkulesaufgabe eines bezahlbaren Wohnungsbaus“, so Ettinger-Brinckmann.

  • BRICK 16

    Buchvorstellungen

    Eine Bücherei in Burundi, irgendwo zwischen Tanganyikasee und Victoriasee, ein „Termitenhügelhaus” in Vietnam, ein organisch geformter Gewölbebau namens „Bricktopia” auf einem alten Fabrikareal in Barcelona – etliche der beim diesjährigen "Brick Award 2016" eingereichten Architekturprojekte verschlagen einem regelrecht den Atem. Alle haben eines gemeinsam: Sie wurden aus Backstein errichtet. Und sie sind in dem Buch „BRICK 16” zu erleben.

    Wienerberger, der weltweit größte Backsteinproduzent, hat eine vierköpfige, internationale Jury über gut 600 Einreichungen entscheiden lassen. Und wie bereits in den vergangenen Jahren seinen Architekturwettbewerb mit einem aufwändig gestalteten, zweisprachigen Buch flankiert. Es erscheint im Callwey-Verlag, präsentiert in Bild und Text die Preisträger der sechs Kategorien sowie 44 weitere herausragende Ziegelbauten – und dokumentiert, dass dieser Award, den es seit mittlerweile 14 Jahren gibt, mit seiner internationalen Ausrichtung eine stimmige Ergänzung zum gleichfalls renommierten, aber eher national orientierten Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist.

    Sieben Autoren – Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois und Tobias Bonwetsch – stellen auf über 260 reich bebilderten Seiten die 50 besten Projekte vor. Diese Architekturexperten nehmen den Leser mit zu den Standorten der Bauten, nehmen ihn mit hinein in die Privathäuser, öffentlichen Bauten und Kirchen. Der Betrachter sieht, wie identitätsstiftend, wie funktional und wie radikal modern Backstein-Architektur sein kann.

     

    Fazit: „Brick 16” vereint auch in diesem Jahr eine Art Leistungsschau der internationalen Backstein-Architektur. Das hochwertig bebilderte Buch zeigt eindrucksvoll, wie ein Jahrhunderte alter Baustoff mehr denn je Tradition und Moderne, Geschichte und Zukunft zusammenführt. Es macht klar, dass gebrannter Ton, diese uralte Kulturtechnik, nicht nur Wohlbefinden schafft, sondern mindestens ebenso sehr das Material für epochale Architekturentwürfe sein kann. Denn viele Bauten in dem Buch mit seinen über 300 Farbaufnahmen sind einfach nur eines: großartig!

     

    Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois, Tobias Bonwetsch
    Brick 16 – Ausgezeichnete internationale Ziegelarchitektur
    Verlag: Georg D.W. Callwey
    264 Seiten, zahlreich bebildert, Hardcover-Umschlag
    Euro 49,95 (D)
    ISBN 978-3-7667-2213-3

  • Mut zur Lücke

    Bauherren

    Anspruchsvolle Bauherren suchen oft länger nach einem geeigneten Architekturbüro, doch sobald sie es gefunden haben, kann man von einer gelungenen Paarung sprechen. Mit dem Architekturbüro H Arquitectes fand eine Familie mit drei Kindern den perfekten Partner für ihr neues Wohnhaus im Nordosten Spaniens.

    Bei der Planung war der Familie vor allem ein fließender Übergang von innen und außen wichtig, denn gerade im Sommer soll der Garten als erweiterte Wohnfläche dienen. Das Architekturbüro löste diese anspruchsvolle Aufgabe, indem es drei kubische Backstein-Bauten am nördlichen Grundstück platzierte. So blieb im Süden großzügiger Raum erhalten. Im östlichen Kubus sind sowohl die Schlafzimmer als auch ein großes Spielzimmer der Kinder untergebracht. Das Zentrum des Familienlebens – die Küche mit langem Esstisch, befindet sich im mittleren Kubus und erstreckt sich über knapp 30 Quadratmeter.

     

    Der westliche Kubus ist den Eltern vorbehalten. Das Obergeschoss beherbergt ein Studio für die leidenschaftlichen Kunstsammler, im Erdgeschoss befindet sich der Schlafraum. Die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich durchbrechen raumhohe Holz-Faltfenster, sobald diese geöffnet sind, verschwimmen die Grenzen von Haus und Garten.

  • Harmonie von Backstein und Beton

    Bauherren

    Den Blick ungehindert über das Neckartal schweifen lassen und das aus jedem Raum im Haus – Bottega + Erhardt Architekten planten genau dieses Haus am so genannten Stuttgarter Kessel. Von der Straße aus ist es kaum zu sehen, doch talseitig ist das dreigeschossige Wohnhaus in voller Größe zu erblicken.

    In harmonischen Grautönen kleidet sich das Haus mit hellgrauen Ziegeln und glatten Sichtbetonoberflächen. Die oberen zwei Etagen sind allein den Bauherren vorbehalten. Unter dem Dach befinden sich der Wohnbereich mit offener Küche sowie eine Bibliothek mit Kamin. Das mittlere Geschoss beherbergt das Schlafzimmer und Bad sowie ein Sauna- und Fitnessbereich mit Loggia.

     

    Eine 125 Quadratmeter große Einliegerwohnung mit separatem Eingang nimmt die untere Etage ein. Möchten die Bauherren alle drei Geschosse bewohnen, so muss nur eine Wand entfernt werden – und schon sind alle drei Ebenen zusammen bewohnbar.

  • Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein

    Bauherren

    Ein Bungalow in der klaren Formensprache eines Mies van der Rohe inmitten der grünen Umgebung Berlins und eine neoexpressionistische Villa tief in der belgischen Provinz – unterschiedlicher, so sollte man meinen, könnten das Potsdamer Einfamilienhaus und das Anwesen im flandrischen De Pinte nicht daherkommen. Doch ist beiden zweierlei gemeinsam: Ihre Architekten wollten Gebäude von außergewöhnlicher Qualität schaffen. Und sie taten dies mit Backstein. Die beiden Projekte sind zusammen mit 25 weiteren Häusern im neuen Buch „Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein“ versammelt.

     

    Dabei ist Wohnen in Backsteingebäuden nichts Exklusives, erst recht nichts Neues. Ganz im Gegenteil, bereits seit Jahrtausenden bauen Menschen ihre Häuser mit Backsteinen. Oft entsteht dabei grundsolide Alltagsarchitektur. Sie wirkt in vielen Fällen eher unaufgeregt. Backstein ist, wie der berühmte Architekt Prof. Hans Kollhoff es einmal ausdrückte, ein eher ruhiges Baumaterial. Es strahle eine angenehme Gelassenheit aus, es entziehe sich dem allzu Spektakulären, glaubt Kollhoff. Und meint das durchweg positiv.

     

    Dass sich mit Backstein aber auch ganz anders bauen lässt, dass dieses traditionelle Material kühne, zukunftsweisende Einfamilienhaus-Architektur nicht nur zulässt, sondern Architekten und Bauherren dazu regelrecht herausfordert, das belegt dieses Buch mit seinen eindrucksvollen Projekten. Denn die hier vorgestellten Entwürfe sind alles, nur eines ganz gewiss nicht: langweilig. Sie sind modern im besten Sinne. Die allermeisten von ihnen sind Einreichungen für den Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur.

     

    In dem mit zahlreichen Farbfotos und Grundrissplänen illustrierten Band werden 27 herausragende Einfamilienhäuser präsentiert, von Schweden bis Sri Lanka, von Ennigerloh bis Barcelona. Keines ähnelt dem anderen, jedes überzeugt durch seine ganz eigene Formensprache. Hier fließen Innen- und Außenbereich ineinander, dort mäandert ein kleiner Bach zwischen den Gebäudeteilen hindurch. Wieder anderswo wird eine alte Scheune auf dem Land zum heimeligen Wochenenddomizil einer Großstadt-Familie.

     

    Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein eigenes, ganz individuelles Haus zu bauen, der erhält mit diesem Buch wertvolle architektonische Anregungen. Der erfährt, was alles geht. Mit dem alten, ewig jungen Baustoff Backstein.

     

     

  • Museumsbauten

    Buchvorstellungen

    Populäre Kulturinstitution, Publikumsmagnet und Wahrzeichen einer Stadt, all das können Museen sein. Stetig werden Museen neu gebaut oder erweitert, und die Öffentlichkeit verfolgt die Entstehung dieser Bauten mit großer Aufmerksamkeit. Dabei müssen sie den Spagat zwischen Besucher anziehender, gleichzeitig aber zurücknehmender Architektur schaffen.

    Das Handbuch Museumsbauten bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Zwischen Attraktion und Zurückhaltung präsentiert der Band aus der Reihe Handbuch und Planungshilfe, der in Kooperation von DOM publishers und DETAIL entstanden ist, mehr als 50 Projekte von New York bis Shanghai, die nicht nur mit spektakulären Formen auffallen, sondern auch gerade durch ihr unaufdringliches Erscheinen und ein subtiles Raumkonzept überzeugen.

     

    In diesem Band finden sich zwei Siegerprojekte des Fritz-Höger-Preises wieder:

     

    Das Galeriehaus Am Kupfergraben in Berlin von David Chipperfield Architects | Sieger „Büro- und Gewerbebauten“ 2008, zeigt nicht nur die Nachhaltigkeit des Backsteins, sondern auch die zeitlose Dialogfähigkeit des Materials im historischen Kontext.

     

    Sowie das „Museum Luthers Sterbehaus“ in Eisleben von VON M | Winner Gold „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“ 2014. Der Neubau überzeugt mit architektonischer Eigenständigkeit und wahrt zugleich respektvolle Zurückhaltung in angemessener Distanz zum historischen Bestand.

     

    Gleichzeitig zeigt das Buch weitere interessante Backsteinbauten wie das Museum und Ausstellungszentrum in Veenhuizen der Architekten Atelier Kempe Thill (Rotterdam). Einen Teil der ehemaligen „Besserungsanstalt für die verwilderte Unterklasse“ wurde zum Museum und Zentrum für historisches Handwerk umgebaut.

     

    Die ausführlich mit Texten, großzügigen Fotografien und detaillierten Zeichnungen vorgestellten Beispiele zeigen, wie umfangreich die Bauaufgabe Museum hinsichtlich Größe, Form, Material und Funktion ist: Die Anforderungen an ein Haus für moderne Kunst sind andere als die an ein Naturkunde- oder Technikmuseum.

     

    Fazit: Dieses Buch ist ebenso für Architekten wie auch für ihre Auftraggeber, Museen und Kuratoren nützlich. Es dient als Kommunikationsmittel in jeder Phase des Planungsprozesses. Der Band zeigt zudem, dass ein Museum eine spannende Bauaufgabe ist, ganz gleich, ob es sich um ein kleines Heimatmuseum oder einen interaktiven Eventpalast handelt.

     

    Christian Schittich (Hg.),

    Hans Wolfgang Hoffmann

    Museumsbauten

    Handbuch und Planungshilfe

    416 Seiten, gebunden

    78,00 €

    ISBN: 978-3-86922-216-5

  • Backsteinspende für das Berliner Stadtschloss

    Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses macht sichtbare Fortschritte. Schon seit über einem Jahr steht der imposante Rohbau, zurzeit geht es an die Fassaden- und Schmuckelemente. 2019 soll der Bau endgültig bezugsfertig sein.

    Der Förderverein Berliner Schloss hatte 2015 dem Deutschen Bundestag versprochen, den gesamten Mehrpreis der historischen Schlossfassade gegenüber einer modernen Fassade – immerhin 105 Millionen Euro – zu finanzieren. Ziel, so hieß es seinerzeit, sei eine historisch getreue Rekonstruktion. Dazu gehört neben den Schmuck- und Fassadenelementen aus Sandstein auch das gesamte Backsteinmauerwerk in der handwerklichen Tradition von vor 300 Jahren. Immer wieder erweiterten große Baumeister wie Andreas Schlüter, Johann Eosander gen. von Göthe und Martin Heinrich Böhme das Schloss, und immer verbauten sie dabei große Mengen an Backsteinen.

     

    Mit Spendengeldern soll nun die Rekonstruktion der drei äußeren Barockfassaden des Schlosses, der drei Barockfassaden des Schlüterhofs, des Eckrondells an der Südostecke des Schlosses, der historischen Kuppel sowie der Innenportale im früheren großen Schlosshof bezahlt werden. Der Förderverein möchte potenzielle Unterstützer und insbesondere Freunde der Backstein-Architektur ermuntern, sich mit einer gezielten Backsteinspende am Schloss-Wiederaufbau im Zentrum der Hauptstadt zu beteiligen. Denn die eigentlichen Schlossmauern werden aus über 3,5 Millionen Ziegeln bestehen. Ganz traditionell werden sie von Hand vermauert und später verputzt. Ist alles fertig, wird das neue/alte Berliner Schloss der größte Backsteinbau sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet worden ist.

     

    Das Spenden-Prinzip: Ein Quadratmeter Backstein kostet bei einer Wandstärke von mindestens 60 cm exakt 790 Euro. Das sind über 200 Backsteine, handvermauert und verputzt. Spender können später „ihr Schlossquadrat“ lokalisieren und ihren Freunden zeigen.

  • In der Heimat des Backsteins

    News

    In Wismar, Rostock, Stralsund und vielen weiteren Ostsee-Städten stehen jede Menge wunderbarer, historisch bedeutsamer Backsteinhäuser. Schon immer war Backstein das bevorzugte Baumaterial dieser Küstenregion – eigentlich sogar des gesamten Ostseeraums.

    Wenn man sich über den Backstein, seine historische Dimension und seine Möglichkeiten austauschen will, liegt es nahe, das genau dort zu tun, wo er seit Jahrhunderten zu Hause ist. Das dachte sich auch die Hansestadt Wismar und lädt gemeinsam mit ihren beiden Schwesterstädten zum Internationalen Kongress Backsteinbaukunst ein. Er findet bereits zum elften Mal statt, in diesem Jahr am Donnerstag, 1. September, und am Freitag, 2. September, in der herrlichen St.-Georgen-Kirche – selbstverständlich auch das ein imposanter Backsteinbau.

     

    Denkmalschützer, Wissenschaftler, Politiker, Verwaltungsleute und Restauratoren tauschen sich Anfang September zwei Tage lang über den Themenkomplex „Backsteinbaukunst – Substanz und Schein“ aus. Es geht um die Anfänge des Backsteinbaus, um Architekturepochen und um moderne Baukunst. Klinker und Klimawandel, Probleme der Restaurierung und besondere Ziegelbauten im Ausland sind ebenfalls Referatsthemen.

     

    Angenehmer Höhepunkt des Kongresses ist ein Ausflug zum Schloss Bothmer bei Klütz. Bothmer gilt als die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns und vereint viele europäische Einflüsse. Und ist – wir ahnen es – ein herausragendes Backsteinbauwerk.

     

    Anmeldungen bis zum 24. August unter: presse@wismar.de

    Infos: www.wismar.de

  • Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr

    Buchvorstellungen

    Christoph Rauhut und Niels Lehmann leisten eine wirklich verdienstvolle Arbeit. Seit Jahren reisen die beiden Architektur-Experten durch das Land und dokumentieren in mühevoller Kleinarbeit ein architektonisches Erbe, das lange Zeit im Schatten solch dominanter ästhetischer Stilepochen wie Klassizismus, Gotik oder Jugendstil stand: Rauhut und Lehmann spüren die spannende Architektur des Expressionismus auf. Sie suchen die zumeist mit Backstein errichteten Bauten der Zwischenkriegsjahre.

    Das Projekt ist langfristig sogar auf weite Teile Europas angelegt, nach dem ersten Band über Berlin legt das Duo nun den Nachfolger über die Rhein-Ruhr-Region vor. „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ heißt er und zeigt, wie lohnend es ist, das expressionistische Erbe dieser Metropolregion ins Rampenlicht zu holen.

     

    Die Architektur des Expressionismus ist der Aufbruch der Baukunst in die goldenen Zwanziger, auch und gerade an Rhein und Ruhr. Erstmals dokumentiert der Band alle in diesem Ballungsraum noch existierenden Bauten in einer Gesamtübersicht und zeigt ein vollkommen neues Bild dieser eigentlich gut ausgeleuchteten Region – eine faszinierende Wiederentdeckung und ein Beleg dafür, dass das Industrierevier weit vorne war bei dieser utopisch anmutenden Formensprache.

     

    Die Begeisterung für die expressionistischen Ausdrucksformen, für die gemauerte Metropolis mit ihrer regelrecht theatralischen Architektur, erfasste in den Zwanziger Jahren auch dynamisch wachsende Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder Essen. Noch heute zeugen expressionistische Fragmente – beileibe nicht nur des industriellen Erbes – von einem unbedingten Formwillen und einem gekonnten Umgang mit Farbe, Material und Licht. Die „Roaring Twenties“ hinterließen überall in der Rhein-Ruhr-Region ihre Bauten. Expressiv, massiv und voller Selbstbewusstsein. Das Buch zeigt in zeitgenössischen Fotografien und Planzeichnungen 155 Bauten u. a. in Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Münster und Oberhausen. Ein detaillierter Index und übersichtliche Karten vervollständigen das Nachschlagewerk.

     

    Fazit: „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ vereint eindrucksvoll die Backstein-Architektur einer kurzen Zeitspanne, in der eine ganze Region voller Hoffnung und Stolz der Zukunft entgegenblickte. Das Buch zeigt, wie identitätsstiftend diese Bauwerke waren – und noch immer sind. Eine echte Wiederentdeckung und ein Muss für die Freunde außergewöhnlicher Backstein-Architektur!

     

     

    Christoph Rauhut, Niels Lehmann

    Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr – das expressionistische Erbe an Rhein und Ruhr

    Verlag: Hirmer

    Etwa 250 Seiten, zahlreiche Fotos, Karten und Abbildungen, Hardcover

    Euro 29,90 (D)

    ISBN 978-3-7774-2567-2

  • Schöner Wohnen auf dem Land

    News

    Noch bis Ende September haben Landwirtsfamilien zusammen mit Architekten oder Landschaftsarchitekten die Möglichkeit, sich in einem neuen Wettbewerb um eine Auszeichnung für herausragendes Bauen auf den Höfen zu bewerben.

    Mit einem Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro ist der bundesweit ausgeschriebene Preis die am höchsten dotierte Prämierung für besonders schöne Bauten und Außenanlagen im ländlichen Raum. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Er basiert auf dem Westfälischen Landbaukultur-Preis 2014. Träger des Wettbewerbs ist die Stiftung LV in Münster. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: neue Gebäude, Gebäudeteile und/oder Außenanlagen sowie Umbauten oder Umnutzungen von Altgebäuden, Gebäudeteilen oder Außenanlagen. Die Bauten – Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Verkaufsräume oder auch Ferienwohnungen und Gärten – müssen innerhalb der letzten 10 Jahre errichtet oder verändert worden sein. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September. Ausgewählt werden die besten Projekte von einer hochkarätig besetzten Jury. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird unterstützt vom Deutschen Bauernverband, dem Bund Deutscher Architekten und dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

     

    Weitere Infos sowie das Anmeldeformular hier: www.landbaukultur-preis.de

  • Preis für die beste Ziegelarchitektur

    Wettbewerbe

    Das Ziegel Zentrum Süd e.V. lobt in Kooperation mit dem Bundesbauministerium bereits zum dritten Mal den Deutschen Ziegelpreis aus. Verliehen wird er im Februar 2017.

    Der bundesweit ausgeschriebene Preis möchte nicht nur herausragende gestalterische und energetisch beispielhafte Bauten auszeichnen, sondern er greift zusätzlich ein aktuelles sozialpolitisches Thema auf: den bezahlbaren Wohnungsbau. In Zeiten grassierender Wohnungsnot speziell in den Ballungsgebieten legt der Deutsche Ziegelpreis 2017 sein Augenmerk vor allem auf kreative Ansätze im Mietwohnungsbereich.

     

    Natürlich sollen die Gebäude sollten ästhetisch überzeugen und positiv zur Gestaltung des öffentlichen Raums beitragen. Prämiert werden sowohl mehrschalige Ziegelaußenwandkonstruktionen als auch monolithische Außenwandkonstruktionen. Architekten, Ingenieure und Bauherren können bis zu drei Entwürfe online bis zum 26. September 2016 einreichen. Einzige Bedingung: Die Projekte müssen nach dem 30. September 2013 fertiggestellt worden sein, zudem muss sich das Gebäude oder aber das Architekturbüro in Deutschland befinden. Dotiert ist der Ziegelpreis mit insgesamt 20.000 Euro, es werden zwei Hauptpreise sowie weitere Sonderpreise und Anerkennungen vergeben. Eine renommierte Expertenjury ermittelt am 24. Oktober 2016 die Sieger.

     

    Mehr Infos und die Auslobungsunterlagen hier: https://deutscher-ziegelpreis.de/login