Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

Hintergrund Architektenordner

Klinker bei backstein.com

Was sind Klinker?

Ein Ziegel wird zum Klinker, wenn er unter so hohen Temperaturen gebrannt wird, dass durch den Sinterprozess die Poren geschlossen werden. Klinker bestehen aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen. Ton sintert bei Brenntemperaturen von über 1200 °C. Gesinterte Tonsteine, wie Klinker, nehmen kaum Wasser auf und sind sehr widerstandsfähig. Schlägt man zwei Klinker aneinander, ist ein heller Klang zu hören. Diesem Klang verdanken die Klinker ihren Namen.

 

Ton und Wasser werden vermengt um Mauersteine herstellen zu können. Geformt werden Sie dann industriell im Strangpressverfahren. Bei der anschließenden Trocknung reduziert sich der Wassergehalt auf ca. 3 Prozent. Bei 1100 bis 1300 °C werden die Klinker dann im Tunnelofen (früher in Ringöfen) gebrannt. Normale Ziegel werden bei bis 800 bis 1200 °C gebrannt.

 

Klinker sind nach DIN 105 genormt. Es gibt Vollklinker (KMz) mit einer Dichte von 2,0 kg/dm³ bis 2,2 kg/dm³ und Hochlochklinker (KHLz) mit einer Dichte von 1,6 kg/dm³ bis 1,8 kg/dm³. Kanalklinker sind nach DIN 4051 genormt. Die Formate der Klinkersteine sind nach DIN 1053 genormt. Basis für die verschiedenen Formate ist das Normalformat (NF) mit Länge 240 mm, Breite 115 mm und Höhe 71 mm. Zur Fassadengestaltung können Ziegel mit Sondermaßen hergestellt werden.

  • FHP-Ausstellung wandert weiter

    Fritz-Höger-Preis 2014

    BONN. Die Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis 2014 setzt ihre bundesweite Tour fort. Ab dem 31. Oktober gastiert die umfangreiche Ausstellung in Aachen und danach in Hamburg.

    Vom 31. Oktober bis zum 11. November wird die Ausstellung in der RWTH Aachen im Foyer der Architektur-Fakultät in der Schinkelstraße 1 zu sehen sein. Öffnungszeiten folgen in Kürze.

     

    Vom 17. bis zum 19. November schließlich wird die FHP-Ausstellung auf dem Internationalen Architektur-Forum 2016 im Rahmen der Messe GET Nord in Hamburg zu den Messe-Öffnungszeiten zu sehen sein.

     

    Die Ausstellung zeigt wie gehabt einen faszinierenden Querschnitt zeitgenössischer, internationaler Backstein-Architektur und selbstverständlich eine Auswahl der Projekte, die im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014 aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen aus 23 Nationen auszeichnet wurden. Vom energieoptimierten Einfamilienhaus bis zum spektakulären Sakralbau.

     

    Die aktuellen Ausstellungstermine 2016:

     

    31.10. - 11.11.2016 in Aachen

    RWTH Aachen, Foyer Fakultät EG, Schinkelstraße 1, 52062 Aachen.

     

    17. - 19.11.2016 in Hamburg

    Internationales Architektur-Forum 2016 im Rahmen der Messe GET Nord, Hamburg Messe, Eingang Süd, 1. OG, Tschaikowsky-Platz, 20355 Hamburg

     

    Bisherige Stationen:

     

    10.09. – 17.10.2014 in Berlin
    Deutsches Architekturzentrum DAZ, Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin-Mitte


    10.03. – 01.04.2015 in Bochum
    Hochschule Bochum, Fachbereich Architektur, Blue Box/1. OG, Lennershofstr. 140, 44801 Bochum

     

    07.04. – 17.04.2015 in Buxtehude
    Hochschule 21, Foyer/erhöhtes EG, Harburger Str. 6, 21614 Buxtehude

     

    20.04. – 30.04.2015 in Düsseldorf
    FH Düsseldorf, Foyer des Erweiterungsbaus (Japanhaus), Georg-Glock-Str. 15, 40474 Düsseldorf

     

    05.05. – 20.05.2015 in Heidelberg
    SRH Hochschule Heidelberg, School of Engeneering and Architecture, Foyer im EG, Bonhoferstr. 11, 69123 Heidelberg

     

    27.05. – 03.06.2015 in Bremen
    Hochschule Bremen, School of Architecture, EG Ausstellungsbereich, AB-Gebäude, Neustadtswall 30, 28199 Bremen

     

    08.06. – 26.6.2015 in Erfurt
    Fachhochschule Erfurt, Galerie/Hochparterre, Schlüterstr. 1, 99089 Erfurt

     

    27.10 – 05.11.2015 in Frankfurt am Main
    Frankfurt University of Applied Sciences, Gebäude 1, 3. OG, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt/Main | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    09.11.2015 – 19.11.2015 in Wismar
    Hochschule Wismar, Haus 7A, Foyer Erdgeschoss, Philipp-Müller-Str. 14, 23966 Wismar | Auftaktveranstaltung am 09.11. um 18:00 Uhr | Vortragsveranstaltung mit dem Fritz-Höger-Preisträger Jan Rösler, Winner Gold in der Kategorie Newcomer, 11.11. um 18:00 Uhr | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    24.11.2015 – 10.12.2015 in Karlsruhe
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT), AOC Halle, 1. OG, Englerstraße 11,
    76131 Karlsruhe | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 09:00 bis 17:00 Uhr

    15.12.2015 – 03.01.2016 in Weimar
    Bauhaus-Universität Weimar, Hauptgebäude 1. OG, Geschwister-Scholl-Str. 8, 99423 Weimar

     

    12.04. - 21.04.2016 in Regensburg
    Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Fakultät Architektur, Halle A, Prüfeninger Str. 58, 93049 Regensburg | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 07:00 bis 20:00 Uhr, Samstag: 11:00 bis 16:00 Uhr, Sonn- und Feiertage: geschlossen | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 12. April 2016, 18:00 Uhr


    25.04. - 13.05.2016 in Dortmund
    Fachhochschule Dortmund, Foyer EG, Emil-Figge-Straße 40, 44227 Dortmund | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 26. April 2016, 17:30 Uhr

     

    17.05. - 10.06.2016 in Wuppertal

    Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Foyer, Gebäude HB, Pauluskirchstraße 7, 42285 Wuppertal | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    15.06. - 01.07.2016 in Leipzig
    Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Treppenfoyer Geutebrückbau, Karl-Liebknecht-Strasse 132, 04277 Leipzig | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag im Audimax der HWTK Leipzig: 15. Juni 2016, 19:00 Uhr

     

    07.09. - 11.09.2016 in Neumünster
    61. NordBau, Holstenhallen Neumünster, Justus-von-Liebig-Straße 2-4, 24537 Neumünster | Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr

     

    Info-Service: Gerne benachrichtigen wir Sie, sobald neue Ausstellungstermine bestätigt werden. Registrieren Sie sich für den Backstein-Newsletter oder nutzen Sie unseren kostenlosen Info-Service und bleiben Sie informiert: jetzt anmelden.

  • Häuser des Jahres – Band 6

    Buchvorstellungen

    50 Gebäude haben es auch in diesem Jahr geschafft, „Häuser des Jahres 2016“ zu werden. 50 Immobilien, die samt und sonders so gut sind, dass der Callwey-Verlag sie in seinen alle zwölf Monate erscheinenden, opulenten Bildband aufnimmt. Auffällige und zurückhaltende, kluge und effiziente Einfamilienhaus-Architektur befindet sich darunter. Und natürlich auch eine Reihe außergewöhnlicher Backstein-Projekte.

    „Wann kommst du heim?“ Ein gutes Haus, ein Haus, in dem man gerne lebt, muss seinem Besitzer diese eine Frage stellen. Täglich neu. Immer und immer wieder. Erst dann ist es ein gutes Haus. Ein Haus wie ein treuer Lebenspartner.

     

    Der bekannte Architektur-Experte Wolfgang Bachmann hat diese Thematik bei der Preisverleihung der „Häuser des Jahres“ kürzlich als Leitmotiv seiner Moderation benutzt. Diese Frage möchte Mitherausgeber Bachmann auch auf die 50 in dem Buch versammelten Gebäude anwenden. Nur die Tonlage und Lautstärke der Frage, die variiere von Haus zu Haus.

     

    Ganz sicher klar und deutlich stellt eine lässig umgebaute Scheune mit Backsteinfassade in der Uckermark die Heimkehr-Frage. Was ihr auch prompt eine Auszeichnung einbrachte. Überhaupt: Umgebaute Einfamilienhaus-Scheunen sind derzeit schwer angesagt.

     

    Ebenso überzeugend wie der Uckermark-Backsteinbau wirken ein beinahe karg umgestaltetes Holzhaus am See und ein kleines Haus aus Wellblech. Backstein, Holz, Wellblech – so vielfältig wie die Baumaterialien sind auch die Entwürfe. Wobei der diesjährige Wettbewerb keinen radikalen Umbruch der Einfamilienhaus-Architektur eingeläutet, wohl aber einige Trends – Backstein, Scheune, Holz, Wellblech – aufgezeigt hat.

     

    Fazit: Die „Häuser des Jahres“ erfinden den Einfamilienhausbau nicht neu, aber das wollen ihre Architekten auch gar nicht. Stattdessen legen sie viel Wert auf solide Materialien, auf liebevoll arrangierte Details und auf den dosierten Gebrauch von Elementen der puristischen Moderne. Überflüssig zu erwähnen, dass der Bildband alle notwendigen Infos vermittelt und jedes Haus von seiner schönsten Seite zeigt.

     

    Nils Holger Moormann, Wolfgang Bachmann

    Häuser des Jahres

    Verlag: Georg D.W. Callwey

    272 Seiten, zahlreich bebildert, Hardcover-Umschlag

    Euro 59,95 (D)

    ISBN 978-3-7667-2249-2

  • Bezahlbarer Wohnungsbau für alle!

    Themenspezial: Wohnungsbau

    BERLIN. In Deutschland fehlen über eine dreiviertel Million Wohnungen. Und der Bedarf insbesondere an günstigen Wohnungen in den Städten steigt und steigt, bedingt auch durch die ins Land kommenden Flüchtlinge. Eine Expertengruppe der deutschen Architektenkammer hat nun einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet.

    Die Architekten legen Bund, Ländern und Kommunen wie auch der Wohnungswirtschaft ein Aktionsprogramm vor. Das Programm soll die „Kernempfehlungen und Maßnahmen“, die in der vergangenen Woche mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen verabschiedet wurden, durch seine fachliche Fokussierung noch ergänzen.

     

    „Wir haben aus unserer Erfahrung heraus alle notwendigen Stellschrauben aufgeführt, damit die Planung und Realisierung der so dringend benötigten Bauten noch beschleunigt werden kann“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann.

     

    Änderungen bei den Baustandards, dem Bau- und Planungsrecht und den Genehmigungsverfahren seien dringend erforderlich, um Hemmnisse abzubauen und den Wohnungsbau für alle voranzutreiben. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, eine gezielte Herabsetzung der Grunderwerbssteuer für Wohnungsbauvorhaben und eine verlässliche und übersichtliche Förderung können, so die Meinung der Architekten, dazu beitragen, den Bau kostengünstiger Wohnungen in Deutschland anzukurbeln. Hierbei gelte es aber insbesondere, die privaten Investoren zu motivieren.

     

    „Die privaten Haushalte sind Eigentümer von mehr als zwei Dritteln des deutschen Wohnungsbestands. Verdichtung erfordert kleinteilige Maßnahmen im Bestand. Dies geht nur mit den privaten Eigentümern. Sie sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“, erläuterte die BAK-Präsidentin. „Die Architekten stehen bereit, bei der notwendigen Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse auch die Qualität der Bauten sicherzustellen. Ziel ist eine verlässliche und zukunftsfähige Umsetzung der Herkulesaufgabe eines bezahlbaren Wohnungsbaus“, so Ettinger-Brinckmann.

  • BRICK 16

    Buchvorstellungen

    Eine Bücherei in Burundi, irgendwo zwischen Tanganyikasee und Victoriasee, ein „Termitenhügelhaus” in Vietnam, ein organisch geformter Gewölbebau namens „Bricktopia” auf einem alten Fabrikareal in Barcelona – etliche der beim diesjährigen "Brick Award 2016" eingereichten Architekturprojekte verschlagen einem regelrecht den Atem. Alle haben eines gemeinsam: Sie wurden aus Backstein errichtet. Und sie sind in dem Buch „BRICK 16” zu erleben.

    Wienerberger, der weltweit größte Backsteinproduzent, hat eine vierköpfige, internationale Jury über gut 600 Einreichungen entscheiden lassen. Und wie bereits in den vergangenen Jahren seinen Architekturwettbewerb mit einem aufwändig gestalteten, zweisprachigen Buch flankiert. Es erscheint im Callwey-Verlag, präsentiert in Bild und Text die Preisträger der sechs Kategorien sowie 44 weitere herausragende Ziegelbauten – und dokumentiert, dass dieser Award, den es seit mittlerweile 14 Jahren gibt, mit seiner internationalen Ausrichtung eine stimmige Ergänzung zum gleichfalls renommierten, aber eher national orientierten Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist.

    Sieben Autoren – Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois und Tobias Bonwetsch – stellen auf über 260 reich bebilderten Seiten die 50 besten Projekte vor. Diese Architekturexperten nehmen den Leser mit zu den Standorten der Bauten, nehmen ihn mit hinein in die Privathäuser, öffentlichen Bauten und Kirchen. Der Betrachter sieht, wie identitätsstiftend, wie funktional und wie radikal modern Backstein-Architektur sein kann.

     

    Fazit: „Brick 16” vereint auch in diesem Jahr eine Art Leistungsschau der internationalen Backstein-Architektur. Das hochwertig bebilderte Buch zeigt eindrucksvoll, wie ein Jahrhunderte alter Baustoff mehr denn je Tradition und Moderne, Geschichte und Zukunft zusammenführt. Es macht klar, dass gebrannter Ton, diese uralte Kulturtechnik, nicht nur Wohlbefinden schafft, sondern mindestens ebenso sehr das Material für epochale Architekturentwürfe sein kann. Denn viele Bauten in dem Buch mit seinen über 300 Farbaufnahmen sind einfach nur eines: großartig!

     

    Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois, Tobias Bonwetsch
    Brick 16 – Ausgezeichnete internationale Ziegelarchitektur
    Verlag: Georg D.W. Callwey
    264 Seiten, zahlreich bebildert, Hardcover-Umschlag
    Euro 49,95 (D)
    ISBN 978-3-7667-2213-3

  • Mut zur Lücke

    Bauherren

    Anspruchsvolle Bauherren suchen oft länger nach einem geeigneten Architekturbüro, doch sobald sie es gefunden haben, kann man von einer gelungenen Paarung sprechen. Mit dem Architekturbüro H Arquitectes fand eine Familie mit drei Kindern den perfekten Partner für ihr neues Wohnhaus im Nordosten Spaniens.

    Bei der Planung war der Familie vor allem ein fließender Übergang von innen und außen wichtig, denn gerade im Sommer soll der Garten als erweiterte Wohnfläche dienen. Das Architekturbüro löste diese anspruchsvolle Aufgabe, indem es drei kubische Backstein-Bauten am nördlichen Grundstück platzierte. So blieb im Süden großzügiger Raum erhalten. Im östlichen Kubus sind sowohl die Schlafzimmer als auch ein großes Spielzimmer der Kinder untergebracht. Das Zentrum des Familienlebens – die Küche mit langem Esstisch, befindet sich im mittleren Kubus und erstreckt sich über knapp 30 Quadratmeter.

     

    Der westliche Kubus ist den Eltern vorbehalten. Das Obergeschoss beherbergt ein Studio für die leidenschaftlichen Kunstsammler, im Erdgeschoss befindet sich der Schlafraum. Die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich durchbrechen raumhohe Holz-Faltfenster, sobald diese geöffnet sind, verschwimmen die Grenzen von Haus und Garten.

  • Harmonie von Backstein und Beton

    Bauherren

    Den Blick ungehindert über das Neckartal schweifen lassen und das aus jedem Raum im Haus – Bottega + Erhardt Architekten planten genau dieses Haus am so genannten Stuttgarter Kessel. Von der Straße aus ist es kaum zu sehen, doch talseitig ist das dreigeschossige Wohnhaus in voller Größe zu erblicken.

    In harmonischen Grautönen kleidet sich das Haus mit hellgrauen Ziegeln und glatten Sichtbetonoberflächen. Die oberen zwei Etagen sind allein den Bauherren vorbehalten. Unter dem Dach befinden sich der Wohnbereich mit offener Küche sowie eine Bibliothek mit Kamin. Das mittlere Geschoss beherbergt das Schlafzimmer und Bad sowie ein Sauna- und Fitnessbereich mit Loggia.

     

    Eine 125 Quadratmeter große Einliegerwohnung mit separatem Eingang nimmt die untere Etage ein. Möchten die Bauherren alle drei Geschosse bewohnen, so muss nur eine Wand entfernt werden – und schon sind alle drei Ebenen zusammen bewohnbar.

  • Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein

    Bauherren

    Knapp 30 Bauprojekte vereint das Buch „Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein“. Die Gebäude sind vollkommen unterschiedlich. Einzige Gemeinsamkeit: Sie sind von überzeugender Qualität und mit Backstein gebaut.

     

    In ihren Unterschieden vereint: Ein Bungalow in der klaren Formensprache eines Mies van der Rohe inmitten der grünen Umgebung Berlins und eine neoexpressionistische Villa tief in der belgischen Provinz – gegensätzlicher, so sollte man meinen, könnten das Potsdamer Einfamilienhaus und das Anwesen im flandrischen De Pinte nicht daherkommen. Doch ist beiden zweierlei gemeinsam: Ihre Architekten wollten Gebäude von außergewöhnlicher Qualität schaffen. Und sie taten dies mit dem Baustoff Backstein. Die beiden Projekte sind zusammen mit 25 weiteren Häusern von Schweden bis Sri Lanka, vom westfälischen Ennigerloh bis Barcelona in dem neuen Buch „Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein“ versammelt.

     

    Wohnen in Backsteingebäuden ist nichts Exklusives, erst recht nichts Neues. Ganz im Gegenteil, bereits seit Jahrtausenden bauen Menschen ihre Häuser mit Backsteinen. Oft entsteht dabei grundsolide Alltagsarchitektur. Sie wirkt in vielen Fällen eher unaufgeregt. Backstein ist, wie der berühmte Architekt Prof. Hans Kollhoff es einmal ausdrückte, ein eher ruhiges Baumaterial. Es strahle eine angenehme Gelassenheit aus, es entziehe sich dem allzu Spektakulären, glaubt Kollhoff. Und meint das durchweg positiv.

     

    Dass sich mit Backstein aber auch ganz anders bauen lässt, dass dieses traditionelle Material kühne, zukunftsweisende Einfamilienhaus-Architektur nicht nur zulässt, sondern Architekten und Bauherren dazu regelrecht herausfordert, belegt dieses Buch mit seinen eindrucksvollen Projekten. Denn die im Buch vorgestellten Entwürfe sind alles, nur eines ganz gewiss nicht: langweilig. Sie sind modern im besten Sinne, und sie sind funktional. Sie vereinen hohe Wohnqualität mit Ästhetik. Die allermeisten von ihnen sind Einreichungen für den renommierten Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur.

     

    In dem mit zahlreichen Farbfotos und Grundrissplänen illustrierten Band werden 27 herausragende Einfamilienhäuser präsentiert. Keines ähnelt dem anderen, jedes überzeugt durch seine ganz eigene Formensprache. Hier fließen Innen- und Außenbereich regelrecht ineinander, dort mäandert ein kleiner Bach zwischen den Gebäudeteilen hindurch. Wieder anderswo wird eine alte Scheune auf dem Land zum heimeligen Wochenenddomizil einer Großstadt-Familie.

     

    Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein eigenes, ganz individuelles Haus zu bauen, der erhält mit diesem Buch eine Inspirationsquelle voller wertvoller architektonischer Anregungen. Bauherren wie Architekten erfahren, was alles geht. Mit dem alten, ewig jungen Baustoff Backstein.

     

  • Museumsbauten

    Buchvorstellungen

    Populäre Kulturinstitution, Publikumsmagnet und Wahrzeichen einer Stadt, all das können Museen sein. Stetig werden Museen neu gebaut oder erweitert, und die Öffentlichkeit verfolgt die Entstehung dieser Bauten mit großer Aufmerksamkeit. Dabei müssen sie den Spagat zwischen Besucher anziehender, gleichzeitig aber zurücknehmender Architektur schaffen.

    Das Handbuch Museumsbauten bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Zwischen Attraktion und Zurückhaltung präsentiert der Band aus der Reihe Handbuch und Planungshilfe, der in Kooperation von DOM publishers und DETAIL entstanden ist, mehr als 50 Projekte von New York bis Shanghai, die nicht nur mit spektakulären Formen auffallen, sondern auch gerade durch ihr unaufdringliches Erscheinen und ein subtiles Raumkonzept überzeugen.

     

    In diesem Band finden sich zwei Siegerprojekte des Fritz-Höger-Preises wieder:

     

    Das Galeriehaus Am Kupfergraben in Berlin von David Chipperfield Architects | Sieger „Büro- und Gewerbebauten“ 2008, zeigt nicht nur die Nachhaltigkeit des Backsteins, sondern auch die zeitlose Dialogfähigkeit des Materials im historischen Kontext.

     

    Sowie das „Museum Luthers Sterbehaus“ in Eisleben von VON M | Winner Gold „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“ 2014. Der Neubau überzeugt mit architektonischer Eigenständigkeit und wahrt zugleich respektvolle Zurückhaltung in angemessener Distanz zum historischen Bestand.

     

    Gleichzeitig zeigt das Buch weitere interessante Backsteinbauten wie das Museum und Ausstellungszentrum in Veenhuizen der Architekten Atelier Kempe Thill (Rotterdam). Einen Teil der ehemaligen „Besserungsanstalt für die verwilderte Unterklasse“ wurde zum Museum und Zentrum für historisches Handwerk umgebaut.

     

    Die ausführlich mit Texten, großzügigen Fotografien und detaillierten Zeichnungen vorgestellten Beispiele zeigen, wie umfangreich die Bauaufgabe Museum hinsichtlich Größe, Form, Material und Funktion ist: Die Anforderungen an ein Haus für moderne Kunst sind andere als die an ein Naturkunde- oder Technikmuseum.

     

    Fazit: Dieses Buch ist ebenso für Architekten wie auch für ihre Auftraggeber, Museen und Kuratoren nützlich. Es dient als Kommunikationsmittel in jeder Phase des Planungsprozesses. Der Band zeigt zudem, dass ein Museum eine spannende Bauaufgabe ist, ganz gleich, ob es sich um ein kleines Heimatmuseum oder einen interaktiven Eventpalast handelt.

     

    Christian Schittich (Hg.),

    Hans Wolfgang Hoffmann

    Museumsbauten

    Handbuch und Planungshilfe

    416 Seiten, gebunden

    78,00 €

    ISBN: 978-3-86922-216-5

  • Backsteinspende für das Berliner Stadtschloss

    Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses macht sichtbare Fortschritte. Schon seit über einem Jahr steht der imposante Rohbau, zurzeit geht es an die Fassaden- und Schmuckelemente. 2019 soll der Bau endgültig bezugsfertig sein.

    Der Förderverein Berliner Schloss hatte 2015 dem Deutschen Bundestag versprochen, den gesamten Mehrpreis der historischen Schlossfassade gegenüber einer modernen Fassade – immerhin 105 Millionen Euro – zu finanzieren. Ziel, so hieß es seinerzeit, sei eine historisch getreue Rekonstruktion. Dazu gehört neben den Schmuck- und Fassadenelementen aus Sandstein auch das gesamte Backsteinmauerwerk in der handwerklichen Tradition von vor 300 Jahren. Immer wieder erweiterten große Baumeister wie Andreas Schlüter, Johann Eosander gen. von Göthe und Martin Heinrich Böhme das Schloss, und immer verbauten sie dabei große Mengen an Backsteinen.

     

    Mit Spendengeldern soll nun die Rekonstruktion der drei äußeren Barockfassaden des Schlosses, der drei Barockfassaden des Schlüterhofs, des Eckrondells an der Südostecke des Schlosses, der historischen Kuppel sowie der Innenportale im früheren großen Schlosshof bezahlt werden. Der Förderverein möchte potenzielle Unterstützer und insbesondere Freunde der Backstein-Architektur ermuntern, sich mit einer gezielten Backsteinspende am Schloss-Wiederaufbau im Zentrum der Hauptstadt zu beteiligen. Denn die eigentlichen Schlossmauern werden aus über 3,5 Millionen Ziegeln bestehen. Ganz traditionell werden sie von Hand vermauert und später verputzt. Ist alles fertig, wird das neue/alte Berliner Schloss der größte Backsteinbau sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet worden ist.

     

    Das Spenden-Prinzip: Ein Quadratmeter Backstein kostet bei einer Wandstärke von mindestens 60 cm exakt 790 Euro. Das sind über 200 Backsteine, handvermauert und verputzt. Spender können später „ihr Schlossquadrat“ lokalisieren und ihren Freunden zeigen.

  • In der Heimat des Backsteins

    News

    In Wismar, Rostock, Stralsund und vielen weiteren Ostsee-Städten stehen jede Menge wunderbarer, historisch bedeutsamer Backsteinhäuser. Schon immer war Backstein das bevorzugte Baumaterial dieser Küstenregion – eigentlich sogar des gesamten Ostseeraums.

    Wenn man sich über den Backstein, seine historische Dimension und seine Möglichkeiten austauschen will, liegt es nahe, das genau dort zu tun, wo er seit Jahrhunderten zu Hause ist. Das dachte sich auch die Hansestadt Wismar und lädt gemeinsam mit ihren beiden Schwesterstädten zum Internationalen Kongress Backsteinbaukunst ein. Er findet bereits zum elften Mal statt, in diesem Jahr am Donnerstag, 1. September, und am Freitag, 2. September, in der herrlichen St.-Georgen-Kirche – selbstverständlich auch das ein imposanter Backsteinbau.

     

    Denkmalschützer, Wissenschaftler, Politiker, Verwaltungsleute und Restauratoren tauschen sich Anfang September zwei Tage lang über den Themenkomplex „Backsteinbaukunst – Substanz und Schein“ aus. Es geht um die Anfänge des Backsteinbaus, um Architekturepochen und um moderne Baukunst. Klinker und Klimawandel, Probleme der Restaurierung und besondere Ziegelbauten im Ausland sind ebenfalls Referatsthemen.

     

    Angenehmer Höhepunkt des Kongresses ist ein Ausflug zum Schloss Bothmer bei Klütz. Bothmer gilt als die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns und vereint viele europäische Einflüsse. Und ist – wir ahnen es – ein herausragendes Backsteinbauwerk.

     

    Anmeldungen bis zum 24. August unter: presse@wismar.de

    Infos: www.wismar.de

  • Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr

    Buchvorstellungen

    Christoph Rauhut und Niels Lehmann leisten eine wirklich verdienstvolle Arbeit. Seit Jahren reisen die beiden Architektur-Experten durch das Land und dokumentieren in mühevoller Kleinarbeit ein architektonisches Erbe, das lange Zeit im Schatten solch dominanter ästhetischer Stilepochen wie Klassizismus, Gotik oder Jugendstil stand: Rauhut und Lehmann spüren die spannende Architektur des Expressionismus auf. Sie suchen die zumeist mit Backstein errichteten Bauten der Zwischenkriegsjahre.

    Das Projekt ist langfristig sogar auf weite Teile Europas angelegt, nach dem ersten Band über Berlin legt das Duo nun den Nachfolger über die Rhein-Ruhr-Region vor. „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ heißt er und zeigt, wie lohnend es ist, das expressionistische Erbe dieser Metropolregion ins Rampenlicht zu holen.

     

    Die Architektur des Expressionismus ist der Aufbruch der Baukunst in die goldenen Zwanziger, auch und gerade an Rhein und Ruhr. Erstmals dokumentiert der Band alle in diesem Ballungsraum noch existierenden Bauten in einer Gesamtübersicht und zeigt ein vollkommen neues Bild dieser eigentlich gut ausgeleuchteten Region – eine faszinierende Wiederentdeckung und ein Beleg dafür, dass das Industrierevier weit vorne war bei dieser utopisch anmutenden Formensprache.

     

    Die Begeisterung für die expressionistischen Ausdrucksformen, für die gemauerte Metropolis mit ihrer regelrecht theatralischen Architektur, erfasste in den Zwanziger Jahren auch dynamisch wachsende Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder Essen. Noch heute zeugen expressionistische Fragmente – beileibe nicht nur des industriellen Erbes – von einem unbedingten Formwillen und einem gekonnten Umgang mit Farbe, Material und Licht. Die „Roaring Twenties“ hinterließen überall in der Rhein-Ruhr-Region ihre Bauten. Expressiv, massiv und voller Selbstbewusstsein. Das Buch zeigt in zeitgenössischen Fotografien und Planzeichnungen 155 Bauten u. a. in Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Münster und Oberhausen. Ein detaillierter Index und übersichtliche Karten vervollständigen das Nachschlagewerk.

     

    Fazit: „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ vereint eindrucksvoll die Backstein-Architektur einer kurzen Zeitspanne, in der eine ganze Region voller Hoffnung und Stolz der Zukunft entgegenblickte. Das Buch zeigt, wie identitätsstiftend diese Bauwerke waren – und noch immer sind. Eine echte Wiederentdeckung und ein Muss für die Freunde außergewöhnlicher Backstein-Architektur!

     

     

    Christoph Rauhut, Niels Lehmann

    Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr – das expressionistische Erbe an Rhein und Ruhr

    Verlag: Hirmer

    Etwa 250 Seiten, zahlreiche Fotos, Karten und Abbildungen, Hardcover

    Euro 29,90 (D)

    ISBN 978-3-7774-2567-2

  • Fortbildung „Bauen mit Backstein“

    News

    BAD ZWISCHENAHN. Das Motto war klug gewählt: „Backstein-Profis braucht das Land“ – unter diesem geradezu programmatischen Titel stand jetzt ein Seminar, der sich an Architekten, Planer, Ingenieure und Bauunternehmer richtete.

    Nachdem die Fortbildung bereits mehrfach erfolgreich in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, konnten jetzt auch Teilnehmer aus Niedersachsen ihr praktisches Wissen rund um das Thema „Bauen mit Backstein“ vertiefen. Das Seminar fand am 20. Oktober im Bau-ABC Rostrup in Bad Zwischenahn statt.

     

    Und Themen rund um den Backstein gab es mehr als genug: Doppelt ist besser, aber auf welche Details kommt es bei zweischaligen Mauerwerks-Konstruktionen wirklich an? Wie sieht der aktuelle Stand der Abdichtungstechnik aus? Warum sind Fugen weit mehr als nur Zwischenräume? Dr. Dieter Figge, der Technische Geschäftsführer des Ziegel-Zentrums NordWest e.V. und Mitglied im Normenausschuss DIN EN 1996 und DIN 4109, vermittelte den Teilnehmern als vortragender Fachmann auf anschauliche und engagierte Art fundiertes Wissen über die wichtigsten Fragen und demonstrierte an Exponaten vor Ort die praktische Anwendung.

     

    Nach dem Motto „So viel Theorie wie nötig, so viel Praxis wie möglich“ beschäftigte man sich vormittags zunächst mit den bauphysikalischen und konstruktionstechnischen Details. Zudem wurden verschiedene Exponate aufgebaut, anhand derer sich die Teilnehmer – nach dem Mittagsimbiss – ganz auf die praktische Anwendung fokussieren konnten.

     

    Bei einem solch informativen und spannenden Programm war es beinahe folgerichtig, dass das Seminar mit knapp 40 Teilnehmern bestens besucht war. Alle Teilnehmer nahmen von diesem Workshop jede Menge geballtes Wissen rund um den alten, ewig jungen Baustoff Backstein mit nach Hause.

  • Hanseatische Raumskulptur

    Bauherren

    BONN/HAMBURG. Eine der sichersten Altersvorsorgen überhaupt ist die eigene Immobilie. Das Symbol schlechthin für eine „gebaute Lebensversicherung“ ist das Backsteinhaus: massiv, robust, langlebig. Welcher andere Baustoff überdauert schon Jahrhunderte – und sieht dabei bis ins hohe Alter gut aus?

    Die Vorteile der zweischaligen Backsteinwand sind auch bei der Energieeffizienz offensichtlich. Zwischen die tragende Wand und die davor liegende Wand passt jede Menge Wärmedämmung. Und im Sommer garantieren Vor- und Hintermauerwerk angenehme Kühle. Beste Gründe, zeitgemäße Architektur mit dem Baustoff Backstein zu realisieren.

     

    Gute Argumente wohl auch für einen Bauherrn, der im Hamburger Westen ein durchaus ungewöhnliches Haus errichten ließ. Auf den ersten Blick überraschend schiebt sich der strenge minimalistische Kubus zwischen die Einfamilienhäuser. Entlang der ruhigen Wohnstraße stehen vornehmlich solche im Volksmund als „Hamburger Kaffeemühlen“ bezeichneten Häuser. Dabei handelt es sich um zweigeschossige Rotklinker-Villen aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit annähernd quadratischem Grundriss, der den freistehenden Wohnhäusern eine würfelartige Form verleiht und deren zumeist mit einem Balkon gekrönter Erker an die herausziehbare Schublade einer Kaffeemühle erinnert. Um der rechts und links sogar unter Ensembleschutz stehenden Historie gerecht zu werden, bedurfte es im Vorfeld einiger Gutachten bevor die Baugenehmigung für die Villa schließlich erteilt wurde.

     

    Anthrazitfarbenes Mauerwerk

     

    Weitgehend geschlossen präsentiert sich die dreigeschossige Fassade zur Straße, einen guten Einblick in das facettenreiche Innere der Villa gibt die Gartenseite. Wie eine plastische Raumskulptur gliederte der Hamburger Architekt Thomas Dibelius den Baukörper durch ein zurückspringendes Staffelgeschoss, die Ganzglasfassade lässt das große Volumen leicht und luftig erscheinen. Als Hommage an die Nachbarschaft ist die Villa in ein anthrazitfarbenes Mauerwerk gehüllt. Ein Format, das der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor ursprünglich für das Diöszesan-Museum in Köln entwickelt hat und das der Villa eine starke Horizontalität verleiht.

     

    Konsequenter Innenausbau

     

    Der Kontrast von außen zu innen könnte kaum größer sein, der rauen Hülle steht ein konsequenter Innenausbau mit glatten und fast vollkommen weißen Oberflächen gegenüber. Über 400 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen plus Kellergeschoss mit Sauna und Tiefgarage bewohnt der Bauherr zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei Bengalkatzen. Großzügige Raumzuschnitte gehen offen ineinander über, vom offenen Koch- und Essbereich blickt man über den um drei Stufen abgesenkten Wohnraum hinaus in den Garten. Im ersten Obergeschoss befindet sich neben den Privaträumen auch ein Home-Office. Das Staffelgeschoss mit der großen Dachterrasse beherbergt ein Gästezimmer mit Bad. In der Lounge und auf der Terrasse mit Blick ins Grüne sitzen am Wochenende aber auch die Hausherren gerne.

  • Schöner Wohnen auf dem Land

    News

    Noch bis Ende September haben Landwirtsfamilien zusammen mit Architekten oder Landschaftsarchitekten die Möglichkeit, sich in einem neuen Wettbewerb um eine Auszeichnung für herausragendes Bauen auf den Höfen zu bewerben.

    Mit einem Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro ist der bundesweit ausgeschriebene Preis die am höchsten dotierte Prämierung für besonders schöne Bauten und Außenanlagen im ländlichen Raum. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Er basiert auf dem Westfälischen Landbaukultur-Preis 2014. Träger des Wettbewerbs ist die Stiftung LV in Münster. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: neue Gebäude, Gebäudeteile und/oder Außenanlagen sowie Umbauten oder Umnutzungen von Altgebäuden, Gebäudeteilen oder Außenanlagen. Die Bauten – Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Verkaufsräume oder auch Ferienwohnungen und Gärten – müssen innerhalb der letzten 10 Jahre errichtet oder verändert worden sein. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September. Ausgewählt werden die besten Projekte von einer hochkarätig besetzten Jury. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird unterstützt vom Deutschen Bauernverband, dem Bund Deutscher Architekten und dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

     

    Weitere Infos sowie das Anmeldeformular hier: www.landbaukultur-preis.de

  • Preis für die beste Ziegelarchitektur

    Wettbewerbe

    Das Ziegel Zentrum Süd e.V. lobt in Kooperation mit dem Bundesbauministerium bereits zum dritten Mal den Deutschen Ziegelpreis aus. Verliehen wird er im Februar 2017.

    Der bundesweit ausgeschriebene Preis möchte nicht nur herausragende gestalterische und energetisch beispielhafte Bauten auszeichnen, sondern er greift zusätzlich ein aktuelles sozialpolitisches Thema auf: den bezahlbaren Wohnungsbau. In Zeiten grassierender Wohnungsnot speziell in den Ballungsgebieten legt der Deutsche Ziegelpreis 2017 sein Augenmerk vor allem auf kreative Ansätze im Mietwohnungsbereich.

     

    Natürlich sollen die Gebäude sollten ästhetisch überzeugen und positiv zur Gestaltung des öffentlichen Raums beitragen. Prämiert werden sowohl mehrschalige Ziegelaußenwandkonstruktionen als auch monolithische Außenwandkonstruktionen. Architekten, Ingenieure und Bauherren können bis zu drei Entwürfe online bis zum 26. September 2016 einreichen. Einzige Bedingung: Die Projekte müssen nach dem 30. September 2013 fertiggestellt worden sein, zudem muss sich das Gebäude oder aber das Architekturbüro in Deutschland befinden. Dotiert ist der Ziegelpreis mit insgesamt 20.000 Euro, es werden zwei Hauptpreise sowie weitere Sonderpreise und Anerkennungen vergeben. Eine renommierte Expertenjury ermittelt am 24. Oktober 2016 die Sieger.

     

    Mehr Infos und die Auslobungsunterlagen hier: https://deutscher-ziegelpreis.de/login

  • Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur

    Fritz-Höger-Preis 2017

    BONN. Er ist längst eine Erfolgsgeschichte, nun geht er in die vierte Runde: der Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur. Die „Initiative Bauen mit Backstein“ lobt ihn 2017 erneut aus. Ab Januar 2017 haben Architekten die Gelegenheit, ihre Objekte bei dem mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Wettbewerb einzureichen.

    Mit dem Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur werden Objekte prämiert, die das architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffes Backstein nutzen. Wettbewerbsbeiträge können ab Januar 2017 online auf der Website zum Fritz-Höger-Preis eingereicht werden:

    http://www.backstein.com/architekturpreis.

     

    Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst 2017 in Berlin statt.

     

    Der erstmals 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur wird alle drei Jahre verliehen und zählt mit zuletzt mehr als 500 nationalen und internationalen Einreichungen mittlerweile zu den größten deutschen Architekturpreisen. Seit 2011 wird der Wettbewerb vom Bund Deutscher Architekten BDA partnerschaftlich unterstützt. Interessierte Architekten, die automatisch über Neuigkeiten zum Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur informiert werden möchten, können über www.backstein.com kostenlos den „Backstein-Newsletter“ abonnieren.

  • Unter Palmen

    Bauherren

    Backstein in den Tropen? Ja klar, sagten die Bauherren – und ließen sich in Sri Lanka ein ebenso überzeugendes wie schlichtes Strandhaus ins Palmen-Paradies bauen.

    Traumhaft schön ist Sri Lankas Westküste mit ihren feinen weißen Sandstränden, kristallklarem Wasser und sich sanft im Wind wiegenden Palmen. Für ihren Traum von einem Ferienhaus in diesem Paradies engagierten die niederländischen Bauherren einfach den eigenen Sohn. Frisch von der Universität, hatte Michael Danne Bolier gemeinsam mit seinem Kommilitonen Dorus Merus kurz zuvor in Den Haag das Architekturbüro M & DB Architecten gegründet.

     

    Bei näherer Betrachtung der Strandvillen entlang der Küste fällt auf, dass die Bauten stilistisch einem historisierenden Kolonialstil nacheifern und eine Ära beschwören, als der Inselstaat noch Ceylon hieß und als Kronkolonie zum britischen Empire zählte. Ganz bewusst verfolgte das junge Architekten-Duo einen anderen Ansatz. Erfrischend in seiner Schlichtheit, ist der langgezogene Riegel des eingeschossigen Strandhauses aus einfachen, zumeist vor Ort hergestellten Materialien wie Backstein, Holz und Beton gebaut. Die im Blockverband gemauerten Backsteinwände wirken durch die unterschiedlich breiten Läufer- und Binder-Schichten rustikal und verleihen dem Mauerwerk eine ganz eigene haptische Gesteinsstruktur. Um dem salzhaltigen Meeresklima standzuhalten, wurden die Backsteine mit einer Zementemulsion gewaschen und weiß angestrichen. In Weiß erstrahlt auch das mit Wellblech eingedeckte Satteldach. Der weite Dachüberstand spendet nicht nur Schatten, sondern schützt in der Regenzeit von Mai bis September vor den teils heftigen Niederschlägen des Monsuns Yala.

     

    Hell und luftig wirkt das Innere des 172 Quadratmeter großen Strandhauses. Die ebenfalls weiß gestrichene Dachstuhlkonstruktion aus Holz ist bis unter den First offen und scheint beinahe über den Backsteinwänden zu schweben. Durch die Zwischenräume zwischen Mauerwerk und Balkenlage sowie schmale Schlitze über den Fenstern erreichen die Architekten eine natürliche Lüftung, so dass in den Innenräumen trotz des heißen tropischen Klimas die Temperaturen nie höher als 22 Grad steigen. Geselliges Zentrum und Herzstück des Ferienhauses ist der großzügige Wohnraum, der sich über große Holz-Falttüren zum Vorhof und zum Meer öffnet. Abgetrennt nur durch eine freistehende Backsteinwand schließt die Küche an den Wohnbereich an. Drei Schlafzimmer bieten Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu sieben Gäste.

     

    Übrigens: In der erstmals verliehenen Kategorie „Newcomer“ erhielt das Architekturbüro M & DB Architecten den Fritz-Höger-Preis 2014 in Gold für ihr Erstlingswerk auf Sri Lanka.

  • Het Zinderend Oppervlak

    Buchvorstellungen

    Backstein – ein robustes und grobes Material, welches so bedeutsam ist und wenn man es näher betrachtet, dann bietet es sehr viele Möglichkeiten. So geht die gestalterische Vielfalt für Backstein als Fassade weit über die traditionellen Verbände, standardisierten Fugen und Texturen hinaus. Die Fassade kann individuell geplant werden, Formen können ineinander übergehen und so das Gesamtbild greifbar machen.

    Dieses Buch bietet den Zugang zu verschiedensten Mustervariationen die beim Bau eines neuen Gebäudes in Betracht gezogen werden können. Außerdem zeigt es die Möglichkeit auf mit Licht und Schatten zu arbeiten, auf eine Weise, mit der es die Massivität dieser Fassade mindert.

     

    Der Autor und Herausgeber Koen Mulder sagt selbst: „Es hat mich vor allem gelehrt, dass man in Zeiten der Krise den Mut haben muss, sich auch für eine vermeintlich ‚naive’ Faszination zu entscheiden.“

     

    Genau diese Faszination ist hier das entscheidende Wort: Mit einer an Besessenheit grenzenden Leidenschaft teilt er seine Liebe zum Backstein. Als Material, aber vor allem als gestalterisches Werkzeug – er zeigt, dass es primär als ästhetisches und nicht mehr nur als nützliches Trägermaterial gesehen werden sollte.

     

    Mulders „naive Faszination“ für den Backstein ist ein Bericht über einen Querdenker mit einem neuen Blickwinkel auf Backstein, losgelöst von der Vergangenheit und mit einem offenen Blick in die Zukunft. Lesen Sie das Buch und betrachten Sie erneut – vor allem anders.

     

     

    Koen Mulder

    Het Zinderend Oppervlak - metselwerkverband als ontwerpgereedschap

    Stark bebildert, Hardcover, etwa 160 Seiten

    49,00 €

    ISBN: 978-9-0824-6680-5

  • Nordbau 2016 - ein Rückblick

    News

    Backstein war auf der Nordbau 2016 in Neumünster ein dominierendes Thema. Hier dazu ein kleiner filmischer Rückblick.


  • Kein Dienst nach Vorschrift

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Stringent den örtlichen Bauvorschriften folgend, entstand ein Haus, das sich mit seiner plastischen Ästhetik klar von der Uniformität seiner Umgebung differenziert.

    Das in einem Dorf südlich der niederländischen Stadt Eindhoven errichtete „Haus M“ (Huis M) steht an einer Straße, die von gewöhnlichen Backsteinhäusern gesäumt ist. Der bodenständige Charakter der Gegend wird durch eine Reihe strikter Vorgaben bewahrt. Unser Designkonzept lautete daher, diese Vorgaben genauestens einzuhalten. Das Volumen des Hauses und sein archetypisches Profil folgen direkt der vorgeschriebenen Trauf- und Firsthöhe. Auch die Materialien – die Verwendung von rotbraunem Backstein und gewöhnlichen, dunkelgrauen Dachziegeln – entsprechen 1:1 den ästhetischen Richtlinien. Neben diesem „Dienst nach Vorschrift“ sorgen jedoch die strengen und abstrakten Details (alle Fensterrahmen, Dachrinnen und jedes andere Fassadenbeiwerk sind außer Sicht platziert) für eine architektonische Ästhetik, die das Gebäude deutlich von der Umgebung abhebt.

     

    Die Fassade des Hauses besteht vollständig aus Backsteinen, die im Blockverband mit flämischen Bindern verlegt sind. Mehrere strategisch positionierte Schächte betonen die Masse der Backsteinhülle und umfassen den Eingang, die „invertierten“ Erkerfenster und eine Loggia. Vertikal gesetzte Backsteine, die das Tageslicht in etwas anderer Form reflektieren, bilden zusammen mit den Fenstern auf der gesamten Fassade ein Muster. Alle Fensterrahmen sind zurückgesetzt in die äußere Fassade eingelassen und geben den Blick auf die Mauerlaibungen, Fensterbänke und Fensterstürze frei.

     

    Im Inneren besteht das Gebäude aus einer Abfolge von Räumen: Das Haus ist in vier Bereiche unterteilt, die jeweils weiter in einen „übergeordneten“ und einen „untergeordneten“ Raum unterteilt sind. Die nach Norden ausgerichteten „untergeordneten“ Räume bilden Lager, Speisekammer, Garderobe, Treppenhaus, Toiletten und die Küche. Die „übergeordneten“ Räume hingegen, die nach Süden ausgerichtet sind, umfassen Büro, Wohnzimmer, Esszimmer und Loggia. Die durch die Verbindung aller „untergeordneten“ Räume entstandene Enfilade bildet mehrere Sichtlinien, die durch das ganze Haus laufen. So kann man aus der Küche auf die Straße schauen, während man aus dem Büro, das auf der anderen Seite des Hauses liegt, auf den hinteren Garten blicken kann.

     

    M&DB Architecten

  • Rustikale Eleganz

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Recycelter Backstein verleiht der eleganten Präsenz des Einfamilienhauses eine rustikale Note und spiegelt den Wunsch der Bauherren nach Dauerhaftigkeit wider.

    Unter dem grünen Hügel, mitten in der Stadt, verbergen sich ein Eiskeller und ein Straßentunnel. Die Bauherren sahen die Möglichkeit, den Rücken der begrünten Wölbung mit einem Gebäude zu krönen. Der Rand des Grundstücks war von wild wachsenden Bäumen besäumt, die dort, wo eine schöne Aussicht auf Stadt und Landschaft möglich war, ausgelichtet wurden. Der andere Teil der grünen Wand verdeckt die Fassaden des benachbarten Krankenhauses und der weiteren unprätentiös gestalteten Häuser.

     

    Das Wohnhaus entwickelt sich gänzlich aus der Topografie, den Himmelsrichtungen und der Aussicht. Vom steilen Weg der Zufahrt aus erreicht man einen unteren Eingang mit Garagenzufahrt. Eine seitlich geführte Steintreppe führt zum Eingang des eigentlichen Erdgeschosses, dessen Grundriss sich in der Längsachse des Grundstücks entwickelt. Durch eine größere Gebäudetiefe an den Enden ergeben sich Terrassen, die sich diagonal gegenüberstehen und der spezifischen Aussichtslage Rechnung tragen. Der zentral liegende Wohnraum verbindet die beiden Kopfenden, in denen sich Schlafräume, die Nasszellen und die Treppe ins Untergeschoss befinden. Etwas versetzt zum eigentlichen Baukörper steht als „point de vue“ ein kleiner Pavillon, der eine Sauna beherbergt.

     

    Das Tragwerk des Gebäudes ist aus Stahlbeton, die Außenwände haben eine Vorsatzschale aus Altziegeln. Die Bauherrschaft legte Wert auf die Verwendung dauerhafter Materialien: mit ein Grund, die Fensterrahmen aus Hartholz, die Böden aus Naturstein und die Decken in Sichtbeton auszuführen. TECHNIK Es wurde eine Wärmepumpe mit Erdsonden eingebaut. Auf dem Dach ist eine Solaranlage zur Schwimmbaderwärmung installiert. Die Räume im UG und EG werden mit einer Fußbodenheizung beheizt und mit einer kontrollierten Wohnraumbelüftung ausgestattet.

     

    LRO

  • Weiß auf Schwarz

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Mit dem Arrangement aus weißen Fensterlaibungen und schwarzer Backsteinfassade setzt das kompakte Wohnhaus einen markanten städtebaulichen Akzent.

    Das Wohnhaus K18V35 ist die Eckbebauung im Süden eines Baublocks von 18 sehr verschiedenen Wohnhäusern. Das Haus bildet durch seine eindeutige Kubatur, Materialisierung und Farbgestaltung trotz seines kleinen und kompakten Volumens einen sehr ausgesprochenen Eckstein und wird so seiner städtebaulichen Funktion als Abschluss eines Baublockes gerecht. Beinahe alle von außen sichtbaren Elemente folgen dieser Funktion. So wird das schwere Backsteinvolumen durch einen gläsernen Spalt von der Nachbarbebauung abgelöst und wirkt hierdurch äußerst plastisch.

     

    Die quadratischen, bündig in der Backsteinfassade liegenden Fensteröffnungen sind so angeordnet, dass das Volumen statisch in sich selbst ruht. Diese Ruhe wird nur durch die leicht variierenden Öffnungspaneele aus Aluminium und durch die intervenierende Holzlattung der Parkgarage unterbrochen. Das Format der Backsteine ist länger und flacher als das übliche Standardformat. Es handelt sich um das „Hilversum-Format“, welches schon von Dudoc bevorzugt eingesetzt wurde. Hierdurch wirkt der Baukörper in seinen eigenen Proportionen größer, als er eigentlich ist. Gegenüber den anderen Häusern in seiner Umgebung wirkt er so allerdings verfeinert.

     

    Die schwarz gekeimte Fassade referiert direkt an die Amsterdamer Packhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts, welche – ebenfalls schwarz gestrichen – wunderbar mit ihren weißen Laibungen kontrastierten. Die Struktur des Gebäudes ist überraschend einfach. Hierdurch entsteht das Potenzial für Varianz und Abweichungen. Dies bietet Raum für Komplexität. Die kleinen Räume werden stark durch ihre Funktionen definiert, die größeren bleiben neutral. Die Funktionen des Wohnhauses sind auf die klassische Art eines Stadthauses gestapelt. Arbeiten, Wohnen und Schlafen haben jeweils ihr eigenes Geschoss. Verbunden sind diese drei Funktionen durch eine Kaskadentreppe, die sich in dem gläsernen Spalt befindet, der das Backsteinvolumen von seiner Nachbarbebauung trennt. Dieser Spalt beinhaltet außer der eichenhölzernen Treppe weiter nichts, auch keine Geschossdecken.

     

    Wer diesen Spalt durch die Eingangstür betritt, befindet sich am Fuße eines neun Meter hohen und ein Meter breiten Raumes, der durch seine gläsernen Außenfassaden zwischen öffentlichem Raum und privater Domäne zu liegen scheint. Das heißt auch, dass man als Bewohner beim Verlassen eines Geschosses aus dem schwarzen Backsteinvolumen tritt, um durch die halb öffentliche Welt der Kaskadenhalle wieder zu einer anderen Funktion zu gelangen.

     

    pasel.künzel architects

  • Ohne jede Prahlerei

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Kubatur des Atelier- und Wohnhauses nimmt formal Bezug auf die Form des für die Region typischen Lochziegels, der gleichzeitig dessen Mauerwerk prägt.

    Das Gebäude steht auf dem Gipfel eines Hügels im italienischen Manoppello in der Provinz Pescara, mit Blick auf die Farm, auf deren Gelände es sich befindet. Dem Haus wird eine doppelte Rolle zuteil: Es ist sowohl Künstleratelier als auch Rückzugsort der Familie. Die Region mit ihren traditionellen Lehmhäusern und deren chromatischer Beziehung zur Umgebung sowie die Verwendung von Hohlkammersteinen bestimmen das Design. Bei den Hohlkammersteinen handelt es sich um ein Element, das in der modernen Bautechnik weitverbreitet ist. Sie werden in den Öfen der Gegend hergestellt und bilden so zudem einen regionalen Bezug.

     

    Die Steine wurden zerteilt und auf die Fassaden und das Dach aufgebracht und bestimmen somit das endgültige Aussehen des Projekts. In der klaren Form des Gebäudes spiegeln sich die stark vereinfachten Umrisse der Scheunen und Häuser dieser Region. In den Innenräumen dominiert ein Wohnmodul aus Pappelholz, das den gesamten Raum in zwei Bereiche aufteilt. Dieses Modul umfasst die Küche, die Badezimmer, Schlafzimmer und die Bibliothek. Auf der nordöstlichen Seite des Atelierhauses geht der Betonboden des fabrikähnlichen Gebäudes nahtlos in den Außenbereich über, der einen Swimmingpool beherbergt. Die Fenster sind so gestaltet, dass horizontales Licht in das Atelier fällt. Gleichzeitig bilden sie einen Rahmen für die szenische, atemberaubend schöne Landschaft.

     

    Der Ausblick, die Anordnung der offenen Flächen und die visuelle Beziehung zwischen Innen- und Außenräumen (die Fenster als Rahmen der Landschaft) stärken die Beziehung mit dem „Genius loci“ (dem „Geist des Ortes“). Eine einfache Schotterstraße führt zum Eingang des Atelierhauses. Realisiert wurde das Projekt auf einem Feld, auf dem Kirschen, Walnüsse und Oliven angebaut werden.

     

    Studio Zero85 und Sergio Sarra

  • Haus mit Aussicht

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Kubatur des Atelier- und Wohnhauses nimmt formal Bezug auf die Form des für die Region typischen Lochziegels, der gleichzeitig dessen Mauerwerk prägt.

    AUSBLICK

    Das Gebäude liegt in privilegierter Lage in Frankfurt-Sachsenhausen, etwas oberhalb der Innenstadt. Talseitig eröffnet sich vom Obergeschoss aus ein spektakulärer Blick über die Silhouette der Frankfurter Skyline. Um diesen Ausblick herum ist das gesamte Gebäude entwickelt. Aus diesem Grund sind entgegen der üblichen Aufteilung in Einfamilienhäusern die Schlafräume im Erdgeschoss, die eigentlichen Wohnräume aber im Obergeschoss angeordnet. Erschlossen wird dieses über eine großzügige einläufige Treppe, welche darüber hinaus das Erdgeschoss in den repräsentativen Eingangsbereich und den verdeckt liegenden Bereich für die Individualräume zoniert. Der spektakulärste Ausblick ergibt sich vom großen Esstisch der Familie, dem eigentlichen Höhepunkt des Hauses. Voraussetzung für eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes auch im Alter ist die Anordnung eines Aufzugs, welcher an zentraler Stelle im Gebäude vorgerichtet ist. Eine Einliegerwohnung im Souterrain ermöglicht zudem unterschiedliche Nutzungsvarianten in allen Lebensphasen. Die Familie besitzt einige wenige ausgewählte Kunstwerke. Die repräsentativen Erschließungsflächen bieten hierfür einen angemessenen Rahmen.

     

    BAUKÖRPER

    Das Grundstück ist bergseitig von Süden her erschlossen. Zur Straße hin fügt sich der Neubau durch einen eingeschossigen Gebäudeteil gut in die vorhandene Bebauung ein und besetzt die vorgegebene Baulinie. Die Vorzone ist gärtnerisch gestaltet. Darüber hinaus werden aber noch weitere Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten in den Baukörper integriert: die großzügige Terrasse und ein kleiner Patio zur Belichtung des Eingangsbereichs im Erdgeschoss sowie der Frühstückshof im OG, der Küche zugeordnet nach Osten. Auf diese Art und Weise entsteht ein plastischer Baukörper, welcher auf die vorhandene Topografie reagiert und das Grundstück optimal ausnutzt, ohne die Nachbarschaft zu beeinträchtigen.

     

    MATERIALITÄT

    Die plastische Erscheinung des Gebäudes wird durch die einheitliche Ausbildung aller Fassaden als Klinkermauerwerk unterstützt. Verwendet werden hellgraubeige Steine mit gedämpfter, handgestrichener Oberfläche in dänischem Normalformat. Großformatige Öffnungen akzentuieren den Baukörper und sind als Stahlfenster ausgeführt. Im Bereich von Nebenräumen wird das Klinkermauerwerk als perforierte, diaphane Wand über die Fenster hinweggeführt. Die Wände und Decken im Inneren sind weiß verputzt und ergeben mit den weiß beschichteten Einbaumöbeln und den hellen Naturstein- und Terrazzoböden ein helles lichtes Raumgefüge. Ein Oberlicht im OG ergänzt die differenzierte Lichtführung. Einige ausgewählte Innenwände sind in Sichtbeton ausgeführt. Sämtliche verwendeten Materialien zeichnen sich durch ihre Wertigkeit und Langlebigkeit aus wie auch der Entwurf selbst nicht kurzlebigen Trends unterliegt, sondern sich einer zeitgemäßen, aber dauerhaften Architektursprache verpflichtet fühlt.

     

    Bayer & Strobel Architekten

  • Geometrisches Formenspiel

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Komposition aus offenen und geschlossenen Fassadenflächen unterstützt das Prinzip der Flexibilität im Inneren des quadratischen Baukörpers.

    Die Optimierung der Grundriss- und Kubusform und der Variabilität in der Nutzung – genau das war das Ziel von as2architektur bei diesem Projekt in Bremen. Das Gebäude, als Hybrid geplant, nutzt den energetischen Beitrag der Sonne über die Fenster wie die Speicherfähigkeit der Sichtputzwände und Sichtbetonböden, unterstützt durch eine gasbefeuerte Fußbodenheizung.

     

    Die Garten-Etage ist barrierefrei und als Büro oder Einliegerwohnung mit separatem Eingang – also als eigenständiges „Haus im Haus“ – nutzbar. Die Loggia- Etage im ersten Obergeschoss, „die Wohnung“, und die Atrium-Etage im zweiten Obergeschoss, „das Atelier“, können später, wenn notwendig durch einen Lift, ebenfalls barierefrei werden, einschließlich der Sanitärräume. Der dafür notwendige Platz ist bereits vorgesehen. Für jede Ebene ist außerdem eine behindertengerechte Sanitäreinheit ausbaubar. Verschiedene Wohn- und Arbeitsformen sind in jeder Etage variabel möglich. Das Haus kann auch mit nur wenigen Umbauten als Mehrgenerationenhaus genutzt werden. Die Atrium- Etage ist beispielsweise in zwei Appartements oder Kinderzimmer teilbar. In Zukunft wird hier das Büro as2architektur arbeiten.

     

    Die Materialauswahl und die Grundform des mehrfach preisgekrönten Hauses reflektieren in idealer Weise die Gestaltsatzung des Stadtwerders und den benachbarten denkmalgeschütztem Wasserturm, die sogenannte „umgedrehte Kommode“.

     

    as2architektur

  • Struktur und Gliederung

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Der schwarze Backstein unterstreicht die klare horizontale Gliederung der Fassade und verleiht ihr mit seiner rauen Struktur zusätzliche Qualität – optisch wie haptisch.

    Die Bauherren wünschten sich für ihren Alterswohnsitz ein eingeschossiges barrierefreies und behindertenfreundliches Wohngebäude in moderner Architektursprache, welches sich in den südlich gelegenen Garten großzügig öffnet. Der Entwurf sieht ein L-förmiges Haus mit Flachdach und integrierter Garage vor. Der eingeschossige Baukörper schmiegt sich an die nördliche Grundstückskante und erstreckt sich in die Tiefe des Grundstücks. Im Gebäudeteil zur Straße sind alle dienenden Funktionen untergebracht, Eingang, WC, Hauswirtschaft und Garage. Im Gebäudeteil, welcher sich in die Tiefe des Grundstücks erstreckt, liegen die Wohnräume. Die zum Garten gerichtete Südfassade ist vollständig verglast. Der Wohnbereich tritt gegenüber dem Schlafbereich etwas zurück, sodass sich vor dem Wohnbereich eine großzügige Terrasse ergibt, welche vom Flachdach des Hauses teilweise überdeckt wird.

     

    Die Straßenfassade wird gepägt von einem tiefen Einschnitt für den Eingang und das Garagentor. Das sonst nur im Inneren verwendete Holz der Holz- Aluminium-Fenster wird nach außen geführt, Haustür, Gargentor und Wandverkleidungen sind mit Holz verkleidet. Wenngleich die Fläche relativ geschlossen ist, so wird der Besucher doch durch die warmen Holztöne freundlich empfangen. Die geschlossenen Wandflächen haben einen Sockel aus Weißbeton, darüber schwarze Klinker, die Attika des Flachdaches wird weiß verputzt. Die Fenster sind Holz-Aluminium-Fenster mit pulverbeschichteter Deckschale – der Rahmen Weißaluminium, der Öffnungsflügel in Anthrazit. Durch die Gliederung der Fassade wird die Horizontalität der Fassade unterstrichen. Die klare moderne Architektur wird durch die Materialität der verwendeten Materialien ergänzt: Klinker, Holz, Putz, Glas und Beton. Der schwarze Klinker erzeugt den Maßstab und die handwerkliche Textur. Die Fenster des Hauses erhielten eine Dreifachverglasung, das Gebäude wird mittels Fußboden- und Wandheizung über eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung beheizt und gekühlt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert die Lüftungswärmeverluste.

     

    Das Flachdach des Hauses wurde begrünt, der Baumbestand, soweit es ging, geschont und durch Nachpflanzung örtlich typischer Bäume – Kiefern, Birken und Buchen – ergänzt.

     

    Justus Mayser Architekt

  • Klare Kante hinterm Deich

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Inmitten einer höchst individuellen Architekturlandschaft direkt am Wasser zeigt ein Haus mit hellem Backstein und horizontalen Betonbändern klare Kante – und zeichnet ganz nebenbei das Profil des nahen Deichs nach.

    Die „kleine Reetinsel“ im Amsterdamer Stadtteil IJburg ist von Wasser umgeben, das die Grenze zum südlichen Diemerpark bildet. Die Hauptstraße der Insel wird beidseitig von einer durchgehenden Häuserreihe gesäumt, die von Privatpersonen errichtet wurde. Innerhalb wohldefinierter städtebaulicher Vorgaben zeichnet sich jedes Haus durch seine eigene Architektur aus. Das Design für das Haus auf Grundstück 75 entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und dem Architekten. Das Konzept des Hauses basiert auf dem Kontrast zwischen dem geschlossenen Inneren und dem Äußeren, das sich auf die umgebende Landschaft konzentriert. Zur Straße hinaus verfügt es über einen Eingangshof mit einer geschlossenen Fassade aus hellen Backsteinen, die mit vorgefertigten Betonbalken kombiniert wurden. Hinter dieser Frontfassade öffnet sich das Haus zur Sonne und gibt einen breiten Blick über das Wasser frei.

     

    Mit einem zweiten, versteckten Hof und einem Untergeschoss für die Schlafzimmer folgt das Haus dem Profil des Deichs und der Insel. Der zweite Hof ist das Zentrum des Hauses und ermöglicht es, dass Tageslicht tief in die angrenzenden Räume eindringt. Auf der Seite des Gartens verbinden diagonale Durchblicke durch den Hof das Schlafzimmer und das Büro mit der Küche und dem Wohnbereich. Direkt neben dem Hof befindet sich die Küche, das Herz des alltäglichen Familienlebens. Die feste Innenausstattung, etwa die Küchenschränke, der Stromzähler und die Toilette, sind in ein langes, hölzernes Innenelement integriert. Die Küche führt zum Wohn- und Essbereich, der die Form einer Sitzecke hat. Die große Dachterrasse im ersten Stock bietet einen Panoramablick auf die Umgebung. Diese private Terrasse ergänzt den Grünbereich am Wasser, der von den Nachbarn gemeinsam genutzt wird.

     

    Office Winhov

  • Die besten Einfamilienhäuser aus Backstein

    Das Backstein-Magazin

    BONN. Die 13. Ausgabe des Backstein-Magazins VORTEILE widmet sich dem Thema „Einfamilienhäuser“ und präsentiert eine Auswahl der besten Einreichungen beim Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur.

    Ein scharfkantiges, hellgrau-beiges Einfamilienhaus mit unregelmäßigen Außenwand-Perforierungen im dicht besiedelten Frankfurt und ein sanft in die umgebende Natur eingebetteter Kuben-Komplex an der einsamen Südküste Schwedens – auf den ersten Blick könnten das „Wohnhaus Z“ und das „Creek House“ unterschiedlicher nicht sein. Beiden gemeinsam ist der Anspruch ihrer Architekten, Gebäude von langfristiger Qualität zu schaffen. Und sie nutzen dafür den Baustoff Backstein

     

    Die neue VORTEILE-Ausgabe stellt diese beiden außergewöhnlichen Einfamilienhaus-Projekte näher vor. Bayer & Strobel Architekten haben in allerbester Hanglage in Frankfurt-Sachsenhausen nicht nur ein Haus mit atemberaubendem Ausblick auf die Frankfurtern Skyline errichtet, sondern mit hellen, handgestrichenen Klinkern und teilweise perforiertem Mauerwerk einen ganz und gar ungewöhnlichen Akzent gesetzt. Tham & Videgard Arkitekter wiederum schaffen es, ihr in fünf Kuben unterteiltes Haus mit der üppigen Natur ringsum verschmelzen zu lassen. Höhepunkt der grünen Inszenierung ist ein Bach, der mitten durch den Garten fließt.

     

    Darüber hinaus schreibt der bekannte Architektur-Experte Wolfgang Bachmann in VORTEILE, warum das Bauen mit Backstein gerade jetzt wieder ein großes Thema ist. Das Magazin präsentiert zudem Gewinner-Projekte und nominierte Objekte u.a. von M&DB Architekten, Studio Zero85/Sergio Sarra, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Pasel.Künzel Architects, as2 architektur, Justus Mayser Architekt, Office Winhov.

  • Erst Aachen, dann Hamburg

    Fritz-Höger-Preis 2014

    Die Ausstellung zum Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur wandert ungeachtet der Tatsache, dass die Auslobung des FHP 2017 unmittelbar bevorsteht, munter weiter. Derzeit ist sie in Aachen zu sehen. Alle Architekturinteressierten dort sind eingeladen zu entdecken, wie Architekten das gestalterische Potenzial des traditionellen Baustoffes Backstein in der heutigen Zeit nutzen, um außergewöhnliche wie nachhaltige Architektur zu schaffen. Noch bis zum 11. November 2016 gastiert die bundesweite Wanderausstellung in Aachen und wird präsentiert von der RWTH Aachen. Zu sehen ist sie im Foyer der Fakultät Architektur an der RWTH Aachen zu den Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr.

    Am Wochenende des 17., 18. und 19. November ist die Wanderausstellung dann im Rahmen des Internationalen Architektur-Forums 2016 in der Hamburg-Messe zu sehen. Das Forum befasst sich mit der Stadt als kulturellem und sozialem Motor gesellschaftlicher Entwicklung. Vorgestellt werden neue Bau-Konstellationen, die den Ansprüchen der Menschen gerecht zu werden versuchen. Das Internationale Architektur-Forum 2016 spürt weltweit aktuelle Beispiele der Architektur und Stadtentwicklung auf, bei denen dies in besonderer Weise gelingt. An drei Tagen zeigen prominente internationale Referenten State-of-the-Art-Projekte – und welche Möglichkeiten diese zur Entfaltung der menschlichen Gesellschaft eröffnen.

     

    Die Wanderausstellung zum FHP präsentiert in Aachen wie in Hamburg eine Auswahl der besten Projekte, die im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014 für Backstein-Architektur ausgezeichnet wurden. Vom reduziert gestalteten Strandhaus unter Palmen bis hin zum skulpturalen Sakralbau – alle Projekte werden auf großformatigen Infowänden anschaulich und im Detail dokumentiert. Die Ausstellungsbesucher erwartet ein beeindruckender Querschnitt internationaler Backstein-Architektur. Ausgewählt aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen aus 23 Nationen sind die vorgestellten Arbeiten große Statements, welche die Vielseitigkeit zeitgenössischer Backstein-Architektur belegen.

  • Die gemischte Stadt

    News

    Was und wie Architekten bauen müssen, um das Ideal der gemischten Stadt Wirklichkeit werden zu lassen, das ist Thema eines zweitägigen Kongresses der Zeitschrift „Bauwelt“ in Berlin. Unter dem Titel „Die produktive Stadt“ treffen sich am 1. und 2. Dezember Architekten und Fachleute im Haus der Berliner Festspiele.

    „Die Stadt, in der wir leben, braucht eine neue Formel! Nach 100 Jahren funktionaler Trennung müssen Wohnen und Arbeiten wieder zusammenrücken. Doch die Stadt, wie wir sie bauen, zerfällt weiter in ihre Bestandteile. Die städtische und die architektonische Mischung kommt nicht zustande. Was wir brauchen ist eine neue Architektur für integrative Konzepte“, heißt es in einem Ankündigungstext bei der „Bauwelt“.

     

    Weiter heißt es: „Der Kongress beschäftigt sich mit der Zukunftsperspektive für die städtische Arbeits- und Wohnwelt von morgen. Längst verändert die Digitalisierung die alten Arbeitsteilungen. Doch was kann die digitale Produktion unmittelbar dazu beitragen, die Funktionstrennung aufzuheben und „mix-use“ zum Instrument für alle zu machen? Neue Architekturmodelle zeigen, was möglich ist. Nationale und internationale renommierte Architekten diskutieren mit Stadtplanern, Designern und Ingenieuren interdisziplinär über das Gebaute in der Stadt von Morgen.“

  • Noch mehr Einfamilienhäuser

    News

    Unser Portal "Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein" bietet vertiefende Einblicke in die im gleichnamigen Buch vorgestellten Projekte. Wer das Buch besitzt, findet hinten auf dem Rückumschlag einen Code, mit dem er sich einloggen kann. Danach sind alle Einfamilienhaus-Projekte mit zahlreichen weiteren Fotos und Plänen sichtbar. Wer zufällig auf diesem Portal gelandet ist, weil ihn die Backstein-Häuser interessieren, sieht zunächst nur einige wenige Projekte. Legt er sich das Buch zu und loggt sich ebenfalls ein, sind detailliertere Infos und Bilder erhältlich.

    Hier geht's zum Portal:

    http://www.backstein.com/de/home/4_37.html

  • Erster Schritt zu mehr Wohnungen

    Themenspezial: Wohnungsbau

    BERLIN. "Die Baugesetzbuch-Novelle ist ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr und schnellerem Wohnungsbau in Deutschland", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anlässlich der Kabinettsberatungen am 30. November 2016 zum Gesetzentwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie im Städtebaurecht und zur Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt.

    Der Kabinettsentwurf sieht unter anderem vor, eine neue Baugebietskategorie – die sogenannten "Urbanen Gebiete" – einzuführen. Damit soll die Wohn- und Gewerbenutzung besser vereinbar – und so ein pulsierendes Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe oder kulturellen Einrichtungen ermöglicht werden. Der GdW begrüßt, dass im Gegensatz zu ersten Überlegungen in den Baugebieten der neuen Kategorie nun auch ein überwiegender Wohnanteil möglich ist. Hier hebt sich das neue ‚Urbane Gebiet‘ vom klassischen Mischgebiet ab.

    Weiterhin Regelungsbedarf sieht die Wohnungswirtschaft beim passiven Lärmschutz. Es kommt darauf an, die Lärmbelästigung in der Wohnung selbst gering zu halten. Das ist in dem vorliegenden Entwurf nicht berücksichtigt worden. Ausdruck des urbanen Stils ist ein lebendiges Umfeld vor der Wohnung – ohne Lärmbelästigung in der Wohnung.

    "Beim Bereitstellen von Bauland kommt es in den angespannten Märkten vor allem auf Geschwindigkeit an. Doch langwierige Bauleitplanungen bremsen die Verfahren aus", betonte Gedaschko. Insofern ist es richtig, dass nach dem Kabinettsentwurf künftig Bauvorhaben beschleunigt werden können, die über vorhandene Ortsrandlagen hinausgehen. Dieses beschleunigte Verfahren soll für Bebauungspläne mit einer Grundfläche von bis 10.000 m² befristet bis zum 31. Dezember 2019 gelten.

    Eine weitere Erleichterung kann die vorgesehene Änderung in § 34 Baugesetzbuch (BauGB) bedeuten. Danach sollen auch Nutzungsänderungen von Gewerbe- und Handwerksbetrieben zu Wohnzwecken oder Erweiterungen vorhandener Wohngebäude möglich sein (Ausnahme vom sog. Einfügungsgebot). Hier müsste aber im weiteren Verfahren der Ermessensspielraum der Kommunen bei Einzelfallentscheidungen auf das notwendige Maß begrenzt werden.

    Der GdW appelliert darüber hinaus an die Politik, im weiteren Verfahren die nach wie vor vorhandenen bürokratischen Anforderungen und streitanfälligen Regelungen im Baurecht auf ein Minimum zu beschränken. Dies gilt insbesondere für die geplante Verlängerung der Auslegungsfristen zur Beteiligung der Öffentlichkeit und die überhöhten Anforderungen an den Umweltbericht und die zu prüfenden Umweltfaktoren, die auch von der EU-Richtlinie nicht vorgesehen sind.

    Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.
  • Anderthalb Jahrhunderte

    News

    150 Jahre. Anderthalb Jahrhunderte. Wenn eine Zeitung, zumal eine Fachzeitung, über einen so langen Zeitraum erscheint, muss sie eine gewisse Relevanz haben. Muss sie wichtig sein.

    Bei der db deutsche bauzeitung ist das zweifellos so. Sie feiert in diesen Tagen dieses bemerkenswerte Jubiläum und blickt auf eine reiche Traditionslinie zurück. Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Zeit, Bundesrepublik, Wiedervereinigung – die db war immer dabei. Mit Höhen und Tiefen, mit Brüchen und Umbrüchen. Bis heute ist sie eines der wichtigen Diskussionsforen zu aktuellen Architekturthemen. Wir gratulieren der db deutsche bauzeitung und wünschen alles Gute für weitere 150 Jahre!