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Hintergrund Architektenordner

Klinker bei backstein.com

Was sind Klinker?

Ein Ziegel wird zum Klinker, wenn er unter so hohen Temperaturen gebrannt wird, dass durch den Sinterprozess die Poren geschlossen werden. Klinker bestehen aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen. Ton sintert bei Brenntemperaturen von über 1200 °C. Gesinterte Tonsteine, wie Klinker, nehmen kaum Wasser auf und sind sehr widerstandsfähig. Schlägt man zwei Klinker aneinander, ist ein heller Klang zu hören. Diesem Klang verdanken die Klinker ihren Namen.

 

Ton und Wasser werden vermengt um Mauersteine herstellen zu können. Geformt werden Sie dann industriell im Strangpressverfahren. Bei der anschließenden Trocknung reduziert sich der Wassergehalt auf ca. 3 Prozent. Bei 1100 bis 1300 °C werden die Klinker dann im Tunnelofen (früher in Ringöfen) gebrannt. Normale Ziegel werden bei bis 800 bis 1200 °C gebrannt.

 

Klinker sind nach DIN 105 genormt. Es gibt Vollklinker (KMz) mit einer Dichte von 2,0 kg/dm³ bis 2,2 kg/dm³ und Hochlochklinker (KHLz) mit einer Dichte von 1,6 kg/dm³ bis 1,8 kg/dm³. Kanalklinker sind nach DIN 4051 genormt. Die Formate der Klinkersteine sind nach DIN 1053 genormt. Basis für die verschiedenen Formate ist das Normalformat (NF) mit Länge 240 mm, Breite 115 mm und Höhe 71 mm. Zur Fassadengestaltung können Ziegel mit Sondermaßen hergestellt werden.

  • FHP-Ausstellung wandert weiter

    Fritz-Höger-Preis 2014

    BONN. Die Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis 2014 setzt ihre bundesweite Tour fort. Ab dem 31. Oktober gastiert die umfangreiche Ausstellung in Aachen und danach in Hamburg.

    Vom 31. Oktober bis zum 11. November wird die Ausstellung in der RWTH Aachen im Foyer der Architektur-Fakultät in der Schinkelstraße 1 zu sehen sein. Öffnungszeiten folgen in Kürze.

     

    Vom 17. bis zum 19. November schließlich wird die FHP-Ausstellung auf dem Internationalen Architektur-Forum 2016 im Rahmen der Messe GET Nord in Hamburg zu den Messe-Öffnungszeiten zu sehen sein.

     

    Die Ausstellung zeigt wie gehabt einen faszinierenden Querschnitt zeitgenössischer, internationaler Backstein-Architektur und selbstverständlich eine Auswahl der Projekte, die im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014 aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen aus 23 Nationen auszeichnet wurden. Vom energieoptimierten Einfamilienhaus bis zum spektakulären Sakralbau.

     

    Die aktuellen Ausstellungstermine 2016:

     

    31.10. - 11.11.2016 in Aachen

    RWTH Aachen, Foyer Fakultät EG, Schinkelstraße 1, 52062 Aachen.

     

    17. - 19.11.2016 in Hamburg

    Internationales Architektur-Forum 2016 im Rahmen der Messe GET Nord, Hamburg Messe, Eingang Süd, 1. OG, Tschaikowsky-Platz, 20355 Hamburg

     

    Bisherige Stationen:

     

    10.09. – 17.10.2014 in Berlin
    Deutsches Architekturzentrum DAZ, Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin-Mitte


    10.03. – 01.04.2015 in Bochum
    Hochschule Bochum, Fachbereich Architektur, Blue Box/1. OG, Lennershofstr. 140, 44801 Bochum

     

    07.04. – 17.04.2015 in Buxtehude
    Hochschule 21, Foyer/erhöhtes EG, Harburger Str. 6, 21614 Buxtehude

     

    20.04. – 30.04.2015 in Düsseldorf
    FH Düsseldorf, Foyer des Erweiterungsbaus (Japanhaus), Georg-Glock-Str. 15, 40474 Düsseldorf

     

    05.05. – 20.05.2015 in Heidelberg
    SRH Hochschule Heidelberg, School of Engeneering and Architecture, Foyer im EG, Bonhoferstr. 11, 69123 Heidelberg

     

    27.05. – 03.06.2015 in Bremen
    Hochschule Bremen, School of Architecture, EG Ausstellungsbereich, AB-Gebäude, Neustadtswall 30, 28199 Bremen

     

    08.06. – 26.6.2015 in Erfurt
    Fachhochschule Erfurt, Galerie/Hochparterre, Schlüterstr. 1, 99089 Erfurt

     

    27.10 – 05.11.2015 in Frankfurt am Main
    Frankfurt University of Applied Sciences, Gebäude 1, 3. OG, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt/Main | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    09.11.2015 – 19.11.2015 in Wismar
    Hochschule Wismar, Haus 7A, Foyer Erdgeschoss, Philipp-Müller-Str. 14, 23966 Wismar | Auftaktveranstaltung am 09.11. um 18:00 Uhr | Vortragsveranstaltung mit dem Fritz-Höger-Preisträger Jan Rösler, Winner Gold in der Kategorie Newcomer, 11.11. um 18:00 Uhr | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    24.11.2015 – 10.12.2015 in Karlsruhe
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT), AOC Halle, 1. OG, Englerstraße 11,
    76131 Karlsruhe | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 09:00 bis 17:00 Uhr

    15.12.2015 – 03.01.2016 in Weimar
    Bauhaus-Universität Weimar, Hauptgebäude 1. OG, Geschwister-Scholl-Str. 8, 99423 Weimar

     

    12.04. - 21.04.2016 in Regensburg
    Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Fakultät Architektur, Halle A, Prüfeninger Str. 58, 93049 Regensburg | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 07:00 bis 20:00 Uhr, Samstag: 11:00 bis 16:00 Uhr, Sonn- und Feiertage: geschlossen | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 12. April 2016, 18:00 Uhr


    25.04. - 13.05.2016 in Dortmund
    Fachhochschule Dortmund, Foyer EG, Emil-Figge-Straße 40, 44227 Dortmund | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag: 26. April 2016, 17:30 Uhr

     

    17.05. - 10.06.2016 in Wuppertal

    Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Foyer, Gebäude HB, Pauluskirchstraße 7, 42285 Wuppertal | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr

     

    15.06. - 01.07.2016 in Leipzig
    Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Treppenfoyer Geutebrückbau, Karl-Liebknecht-Strasse 132, 04277 Leipzig | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:00 bis 20:00 Uhr | Auftaktveranstaltung mit Vortrag im Audimax der HWTK Leipzig: 15. Juni 2016, 19:00 Uhr

     

    07.09. - 11.09.2016 in Neumünster
    61. NordBau, Holstenhallen Neumünster, Justus-von-Liebig-Straße 2-4, 24537 Neumünster | Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr

     

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  • Häuser des Jahres – Band 6

    Buchvorstellungen

    50 Gebäude haben es auch in diesem Jahr geschafft, „Häuser des Jahres 2016“ zu werden. 50 Immobilien, die samt und sonders so gut sind, dass der Callwey-Verlag sie in seinen alle zwölf Monate erscheinenden, opulenten Bildband aufnimmt. Auffällige und zurückhaltende, kluge und effiziente Einfamilienhaus-Architektur befindet sich darunter. Und natürlich auch eine Reihe außergewöhnlicher Backstein-Projekte.

    „Wann kommst du heim?“ Ein gutes Haus, ein Haus, in dem man gerne lebt, muss seinem Besitzer diese eine Frage stellen. Täglich neu. Immer und immer wieder. Erst dann ist es ein gutes Haus. Ein Haus wie ein treuer Lebenspartner.

     

    Der bekannte Architektur-Experte Wolfgang Bachmann hat diese Thematik bei der Preisverleihung der „Häuser des Jahres“ kürzlich als Leitmotiv seiner Moderation benutzt. Diese Frage möchte Mitherausgeber Bachmann auch auf die 50 in dem Buch versammelten Gebäude anwenden. Nur die Tonlage und Lautstärke der Frage, die variiere von Haus zu Haus.

     

    Ganz sicher klar und deutlich stellt eine lässig umgebaute Scheune mit Backsteinfassade in der Uckermark die Heimkehr-Frage. Was ihr auch prompt eine Auszeichnung einbrachte. Überhaupt: Umgebaute Einfamilienhaus-Scheunen sind derzeit schwer angesagt.

     

    Ebenso überzeugend wie der Uckermark-Backsteinbau wirken ein beinahe karg umgestaltetes Holzhaus am See und ein kleines Haus aus Wellblech. Backstein, Holz, Wellblech – so vielfältig wie die Baumaterialien sind auch die Entwürfe. Wobei der diesjährige Wettbewerb keinen radikalen Umbruch der Einfamilienhaus-Architektur eingeläutet, wohl aber einige Trends – Backstein, Scheune, Holz, Wellblech – aufgezeigt hat.

     

    Fazit: Die „Häuser des Jahres“ erfinden den Einfamilienhausbau nicht neu, aber das wollen ihre Architekten auch gar nicht. Stattdessen legen sie viel Wert auf solide Materialien, auf liebevoll arrangierte Details und auf den dosierten Gebrauch von Elementen der puristischen Moderne. Überflüssig zu erwähnen, dass der Bildband alle notwendigen Infos vermittelt und jedes Haus von seiner schönsten Seite zeigt.

     

    Nils Holger Moormann, Wolfgang Bachmann

    Häuser des Jahres

    Verlag: Georg D.W. Callwey

    272 Seiten, zahlreich bebildert, Hardcover-Umschlag

    Euro 59,95 (D)

    ISBN 978-3-7667-2249-2

  • Bezahlbarer Wohnungsbau für alle!

    Themenspezial: Wohnungsbau

    BERLIN. In Deutschland fehlen über eine dreiviertel Million Wohnungen. Und der Bedarf insbesondere an günstigen Wohnungen in den Städten steigt und steigt, bedingt auch durch die ins Land kommenden Flüchtlinge. Eine Expertengruppe der deutschen Architektenkammer hat nun einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet.

    Die Architekten legen Bund, Ländern und Kommunen wie auch der Wohnungswirtschaft ein Aktionsprogramm vor. Das Programm soll die „Kernempfehlungen und Maßnahmen“, die in der vergangenen Woche mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen verabschiedet wurden, durch seine fachliche Fokussierung noch ergänzen.

     

    „Wir haben aus unserer Erfahrung heraus alle notwendigen Stellschrauben aufgeführt, damit die Planung und Realisierung der so dringend benötigten Bauten noch beschleunigt werden kann“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann.

     

    Änderungen bei den Baustandards, dem Bau- und Planungsrecht und den Genehmigungsverfahren seien dringend erforderlich, um Hemmnisse abzubauen und den Wohnungsbau für alle voranzutreiben. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, eine gezielte Herabsetzung der Grunderwerbssteuer für Wohnungsbauvorhaben und eine verlässliche und übersichtliche Förderung können, so die Meinung der Architekten, dazu beitragen, den Bau kostengünstiger Wohnungen in Deutschland anzukurbeln. Hierbei gelte es aber insbesondere, die privaten Investoren zu motivieren.

     

    „Die privaten Haushalte sind Eigentümer von mehr als zwei Dritteln des deutschen Wohnungsbestands. Verdichtung erfordert kleinteilige Maßnahmen im Bestand. Dies geht nur mit den privaten Eigentümern. Sie sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“, erläuterte die BAK-Präsidentin. „Die Architekten stehen bereit, bei der notwendigen Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse auch die Qualität der Bauten sicherzustellen. Ziel ist eine verlässliche und zukunftsfähige Umsetzung der Herkulesaufgabe eines bezahlbaren Wohnungsbaus“, so Ettinger-Brinckmann.

  • BRICK 16

    Buchvorstellungen

    Etliche der beim diesjährigen "Brick Award 2016" eingereichten Architekturprojekte verschlagen einem regelrecht den Atem. Alle haben eines gemeinsam: Sie wurden aus Backstein errichtet. Und sie sind in dem Buch „BRICK 16” zu erleben.

    Wienerberger, der weltweit größte Backsteinproduzent, hat eine vierköpfige, internationale Jury über gut 600 Einreichungen entscheiden lassen. Und wie bereits in den vergangenen Jahren seinen Architekturwettbewerb mit einem aufwändig gestalteten, zweisprachigen Buch flankiert. Es erscheint im Callwey-Verlag, präsentiert in Bild und Text die Preisträger der sechs Kategorien sowie 44 weitere herausragende Ziegelbauten – und dokumentiert, dass dieser Award, den es seit mittlerweile 14 Jahren gibt, mit seiner internationalen Ausrichtung eine stimmige Ergänzung zum gleichfalls renommierten, aber eher national orientierten Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist.

    Sieben Autoren – Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois und Tobias Bonwetsch – stellen auf über 260 reich bebilderten Seiten die 50 besten Projekte vor. Diese Architekturexperten nehmen den Leser mit zu den Standorten der Bauten, nehmen ihn mit hinein in die Privathäuser, öffentlichen Bauten und Kirchen. Der Betrachter sieht, wie identitätsstiftend, wie funktional und wie radikal modern Backstein-Architektur sein kann.

     

    Fazit: „Brick 16” vereint auch in diesem Jahr eine Art Leistungsschau der internationalen Backstein-Architektur. Das hochwertig bebilderte Buch zeigt eindrucksvoll, wie ein Jahrhunderte alter Baustoff mehr denn je Tradition und Moderne, Geschichte und Zukunft zusammenführt. Es macht klar, dass gebrannter Ton, diese uralte Kulturtechnik, nicht nur Wohlbefinden schafft, sondern mindestens ebenso sehr das Material für epochale Architekturentwürfe sein kann. Denn viele Bauten in dem Buch mit seinen über 300 Farbaufnahmen sind einfach nur eines: großartig!

     

    Wolfgang Bachmann, Wojchiech Czaja, Thomas Auer, Ewa P. Porebska, Arno Lederer, Edouard Francois, Tobias Bonwetsch
    Brick 16 – Ausgezeichnete internationale Ziegelarchitektur
    Verlag: Georg D.W. Callwey
    264 Seiten, zahlreich bebildert, Hardcover-Umschlag
    Euro 49,95 (D)
    ISBN 978-3-7667-2213-3

  • Mut zur Lücke

    Bauherren

    Anspruchsvolle Bauherren suchen oft länger nach einem geeigneten Architekturbüro, doch sobald sie es gefunden haben, kann man von einer gelungenen Paarung sprechen. Mit dem Architekturbüro H Arquitectes fand eine Familie mit drei Kindern den perfekten Partner für ihr neues Wohnhaus im Nordosten Spaniens.

    Bei der Planung war der Familie vor allem ein fließender Übergang von innen und außen wichtig, denn gerade im Sommer soll der Garten als erweiterte Wohnfläche dienen. Das Architekturbüro löste diese anspruchsvolle Aufgabe, indem es drei kubische Backstein-Bauten am nördlichen Grundstück platzierte. So blieb im Süden großzügiger Raum erhalten. Im östlichen Kubus sind sowohl die Schlafzimmer als auch ein großes Spielzimmer der Kinder untergebracht. Das Zentrum des Familienlebens – die Küche mit langem Esstisch, befindet sich im mittleren Kubus und erstreckt sich über knapp 30 Quadratmeter.

     

    Der westliche Kubus ist den Eltern vorbehalten. Das Obergeschoss beherbergt ein Studio für die leidenschaftlichen Kunstsammler, im Erdgeschoss befindet sich der Schlafraum. Die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich durchbrechen raumhohe Holz-Faltfenster, sobald diese geöffnet sind, verschwimmen die Grenzen von Haus und Garten.

  • Harmonie von Backstein und Beton

    Bauherren

    Den Blick ungehindert über das Neckartal schweifen lassen und das aus jedem Raum im Haus – Bottega + Erhardt Architekten planten genau dieses Haus am so genannten Stuttgarter Kessel. Von der Straße aus ist es kaum zu sehen, doch talseitig ist das dreigeschossige Wohnhaus in voller Größe zu erblicken.

    In harmonischen Grautönen kleidet sich das Haus mit hellgrauen Ziegeln und glatten Sichtbetonoberflächen. Die oberen zwei Etagen sind allein den Bauherren vorbehalten. Unter dem Dach befinden sich der Wohnbereich mit offener Küche sowie eine Bibliothek mit Kamin. Das mittlere Geschoss beherbergt das Schlafzimmer und Bad sowie ein Sauna- und Fitnessbereich mit Loggia.

     

    Eine 125 Quadratmeter große Einliegerwohnung mit separatem Eingang nimmt die untere Etage ein. Möchten die Bauherren alle drei Geschosse bewohnen, so muss nur eine Wand entfernt werden – und schon sind alle drei Ebenen zusammen bewohnbar.

  • Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein

    Bauherren

    Knapp 30 Bauprojekte vereint das Buch „Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein“. Die Gebäude sind vollkommen unterschiedlich. Einzige Gemeinsamkeit: Sie sind von überzeugender Qualität und mit Backstein gebaut.

     

    In ihren Unterschieden vereint: Ein Bungalow in der klaren Formensprache eines Mies van der Rohe inmitten der grünen Umgebung Berlins und eine neoexpressionistische Villa tief in der belgischen Provinz – gegensätzlicher, so sollte man meinen, könnten das Potsdamer Einfamilienhaus und das Anwesen im flandrischen De Pinte nicht daherkommen. Doch ist beiden zweierlei gemeinsam: Ihre Architekten wollten Gebäude von außergewöhnlicher Qualität schaffen. Und sie taten dies mit dem Baustoff Backstein. Die beiden Projekte sind zusammen mit 25 weiteren Häusern von Schweden bis Sri Lanka, vom westfälischen Ennigerloh bis Barcelona in dem neuen Buch „Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein“ versammelt. Mehr zu den Einfamilienhäusern hier: http://www.backstein.com/de/home/4_37.html

     

    Wohnen in Backsteingebäuden ist nichts Exklusives, erst recht nichts Neues. Ganz im Gegenteil, bereits seit Jahrtausenden bauen Menschen ihre Häuser mit Backsteinen. Oft entsteht dabei grundsolide Alltagsarchitektur. Sie wirkt in vielen Fällen eher unaufgeregt. Backstein ist, wie der berühmte Architekt Prof. Hans Kollhoff es einmal ausdrückte, ein eher ruhiges Baumaterial. Es strahle eine angenehme Gelassenheit aus, es entziehe sich dem allzu Spektakulären, glaubt Kollhoff. Und meint das durchweg positiv.

     

    Dass sich mit Backstein aber auch ganz anders bauen lässt, dass dieses traditionelle Material kühne, zukunftsweisende Einfamilienhaus-Architektur nicht nur zulässt, sondern Architekten und Bauherren dazu regelrecht herausfordert, belegt dieses Buch mit seinen eindrucksvollen Projekten. Denn die im Buch vorgestellten Entwürfe sind alles, nur eines ganz gewiss nicht: langweilig. Sie sind modern im besten Sinne, und sie sind funktional. Sie vereinen hohe Wohnqualität mit Ästhetik. Die allermeisten von ihnen sind Einreichungen für den renommierten Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur.

     

    In dem mit zahlreichen Farbfotos und Grundrissplänen illustrierten Band werden 27 herausragende Einfamilienhäuser präsentiert. Keines ähnelt dem anderen, jedes überzeugt durch seine ganz eigene Formensprache. Hier fließen Innen- und Außenbereich regelrecht ineinander, dort mäandert ein kleiner Bach zwischen den Gebäudeteilen hindurch. Wieder anderswo wird eine alte Scheune auf dem Land zum heimeligen Wochenenddomizil einer Großstadt-Familie.

     

    Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein eigenes, ganz individuelles Haus zu bauen, der erhält mit diesem Buch eine Inspirationsquelle voller wertvoller architektonischer Anregungen. Bauherren wie Architekten erfahren, was alles geht. Mit dem alten, ewig jungen Baustoff Backstein.

     

  • Museumsbauten

    Buchvorstellungen

    Populäre Kulturinstitution, Publikumsmagnet und Wahrzeichen einer Stadt, all das können Museen sein. Stetig werden Museen neu gebaut oder erweitert, und die Öffentlichkeit verfolgt die Entstehung dieser Bauten mit großer Aufmerksamkeit. Dabei müssen sie den Spagat zwischen Besucher anziehender, gleichzeitig aber zurücknehmender Architektur schaffen.

    Das Handbuch Museumsbauten bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Zwischen Attraktion und Zurückhaltung präsentiert der Band aus der Reihe Handbuch und Planungshilfe, der in Kooperation von DOM publishers und DETAIL entstanden ist, mehr als 50 Projekte von New York bis Shanghai, die nicht nur mit spektakulären Formen auffallen, sondern auch gerade durch ihr unaufdringliches Erscheinen und ein subtiles Raumkonzept überzeugen.

     

    In diesem Band finden sich zwei Siegerprojekte des Fritz-Höger-Preises wieder:

     

    Das Galeriehaus Am Kupfergraben in Berlin von David Chipperfield Architects | Sieger „Büro- und Gewerbebauten“ 2008, zeigt nicht nur die Nachhaltigkeit des Backsteins, sondern auch die zeitlose Dialogfähigkeit des Materials im historischen Kontext.

     

    Sowie das „Museum Luthers Sterbehaus“ in Eisleben von VON M | Winner Gold „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“ 2014. Der Neubau überzeugt mit architektonischer Eigenständigkeit und wahrt zugleich respektvolle Zurückhaltung in angemessener Distanz zum historischen Bestand.

     

    Gleichzeitig zeigt das Buch weitere interessante Backsteinbauten wie das Museum und Ausstellungszentrum in Veenhuizen der Architekten Atelier Kempe Thill (Rotterdam). Einen Teil der ehemaligen „Besserungsanstalt für die verwilderte Unterklasse“ wurde zum Museum und Zentrum für historisches Handwerk umgebaut.

     

    Die ausführlich mit Texten, großzügigen Fotografien und detaillierten Zeichnungen vorgestellten Beispiele zeigen, wie umfangreich die Bauaufgabe Museum hinsichtlich Größe, Form, Material und Funktion ist: Die Anforderungen an ein Haus für moderne Kunst sind andere als die an ein Naturkunde- oder Technikmuseum.

     

    Fazit: Dieses Buch ist ebenso für Architekten wie auch für ihre Auftraggeber, Museen und Kuratoren nützlich. Es dient als Kommunikationsmittel in jeder Phase des Planungsprozesses. Der Band zeigt zudem, dass ein Museum eine spannende Bauaufgabe ist, ganz gleich, ob es sich um ein kleines Heimatmuseum oder einen interaktiven Eventpalast handelt.

     

    Christian Schittich (Hg.),

    Hans Wolfgang Hoffmann

    Museumsbauten

    Handbuch und Planungshilfe

    416 Seiten, gebunden

    78,00 €

    ISBN: 978-3-86922-216-5

  • Backsteinspende für das Berliner Stadtschloss

    Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses macht sichtbare Fortschritte. Schon seit über einem Jahr steht der imposante Rohbau, zurzeit geht es an die Fassaden- und Schmuckelemente. 2019 soll der Bau endgültig bezugsfertig sein.

    Der Förderverein Berliner Schloss hatte 2015 dem Deutschen Bundestag versprochen, den gesamten Mehrpreis der historischen Schlossfassade gegenüber einer modernen Fassade – immerhin 105 Millionen Euro – zu finanzieren. Ziel, so hieß es seinerzeit, sei eine historisch getreue Rekonstruktion. Dazu gehört neben den Schmuck- und Fassadenelementen aus Sandstein auch das gesamte Backsteinmauerwerk in der handwerklichen Tradition von vor 300 Jahren. Immer wieder erweiterten große Baumeister wie Andreas Schlüter, Johann Eosander gen. von Göthe und Martin Heinrich Böhme das Schloss, und immer verbauten sie dabei große Mengen an Backsteinen.

     

    Mit Spendengeldern soll nun die Rekonstruktion der drei äußeren Barockfassaden des Schlosses, der drei Barockfassaden des Schlüterhofs, des Eckrondells an der Südostecke des Schlosses, der historischen Kuppel sowie der Innenportale im früheren großen Schlosshof bezahlt werden. Der Förderverein möchte potenzielle Unterstützer und insbesondere Freunde der Backstein-Architektur ermuntern, sich mit einer gezielten Backsteinspende am Schloss-Wiederaufbau im Zentrum der Hauptstadt zu beteiligen. Denn die eigentlichen Schlossmauern werden aus über 3,5 Millionen Ziegeln bestehen. Ganz traditionell werden sie von Hand vermauert und später verputzt. Ist alles fertig, wird das neue/alte Berliner Schloss der größte Backsteinbau sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet worden ist.

     

    Das Spenden-Prinzip: Ein Quadratmeter Backstein kostet bei einer Wandstärke von mindestens 60 cm exakt 790 Euro. Das sind über 200 Backsteine, handvermauert und verputzt. Spender können später „ihr Schlossquadrat“ lokalisieren und ihren Freunden zeigen.

  • In der Heimat des Backsteins

    News

    In Wismar, Rostock, Stralsund und vielen weiteren Ostsee-Städten stehen jede Menge wunderbarer, historisch bedeutsamer Backsteinhäuser. Schon immer war Backstein das bevorzugte Baumaterial dieser Küstenregion – eigentlich sogar des gesamten Ostseeraums.

    Wenn man sich über den Backstein, seine historische Dimension und seine Möglichkeiten austauschen will, liegt es nahe, das genau dort zu tun, wo er seit Jahrhunderten zu Hause ist. Das dachte sich auch die Hansestadt Wismar und lädt gemeinsam mit ihren beiden Schwesterstädten zum Internationalen Kongress Backsteinbaukunst ein. Er findet bereits zum elften Mal statt, in diesem Jahr am Donnerstag, 1. September, und am Freitag, 2. September, in der herrlichen St.-Georgen-Kirche – selbstverständlich auch das ein imposanter Backsteinbau.

     

    Denkmalschützer, Wissenschaftler, Politiker, Verwaltungsleute und Restauratoren tauschen sich Anfang September zwei Tage lang über den Themenkomplex „Backsteinbaukunst – Substanz und Schein“ aus. Es geht um die Anfänge des Backsteinbaus, um Architekturepochen und um moderne Baukunst. Klinker und Klimawandel, Probleme der Restaurierung und besondere Ziegelbauten im Ausland sind ebenfalls Referatsthemen.

     

    Angenehmer Höhepunkt des Kongresses ist ein Ausflug zum Schloss Bothmer bei Klütz. Bothmer gilt als die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns und vereint viele europäische Einflüsse. Und ist – wir ahnen es – ein herausragendes Backsteinbauwerk.

     

    Anmeldungen bis zum 24. August unter: presse@wismar.de

    Infos: www.wismar.de

  • Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr

    Buchvorstellungen

    Christoph Rauhut und Niels Lehmann leisten eine wirklich verdienstvolle Arbeit. Seit Jahren reisen die beiden Architektur-Experten durch das Land und dokumentieren in mühevoller Kleinarbeit ein architektonisches Erbe, das lange Zeit im Schatten solch dominanter ästhetischer Stilepochen wie Klassizismus, Gotik oder Jugendstil stand: Rauhut und Lehmann spüren die spannende Architektur des Expressionismus auf. Sie suchen die zumeist mit Backstein errichteten Bauten der Zwischenkriegsjahre.

    Das Projekt ist langfristig sogar auf weite Teile Europas angelegt, nach dem ersten Band über Berlin legt das Duo nun den Nachfolger über die Rhein-Ruhr-Region vor. „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ heißt er und zeigt, wie lohnend es ist, das expressionistische Erbe dieser Metropolregion ins Rampenlicht zu holen.

     

    Die Architektur des Expressionismus ist der Aufbruch der Baukunst in die goldenen Zwanziger, auch und gerade an Rhein und Ruhr. Erstmals dokumentiert der Band alle in diesem Ballungsraum noch existierenden Bauten in einer Gesamtübersicht und zeigt ein vollkommen neues Bild dieser eigentlich gut ausgeleuchteten Region – eine faszinierende Wiederentdeckung und ein Beleg dafür, dass das Industrierevier weit vorne war bei dieser utopisch anmutenden Formensprache.

     

    Die Begeisterung für die expressionistischen Ausdrucksformen, für die gemauerte Metropolis mit ihrer regelrecht theatralischen Architektur, erfasste in den Zwanziger Jahren auch dynamisch wachsende Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder Essen. Noch heute zeugen expressionistische Fragmente – beileibe nicht nur des industriellen Erbes – von einem unbedingten Formwillen und einem gekonnten Umgang mit Farbe, Material und Licht. Die „Roaring Twenties“ hinterließen überall in der Rhein-Ruhr-Region ihre Bauten. Expressiv, massiv und voller Selbstbewusstsein. Das Buch zeigt in zeitgenössischen Fotografien und Planzeichnungen 155 Bauten u. a. in Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Münster und Oberhausen. Ein detaillierter Index und übersichtliche Karten vervollständigen das Nachschlagewerk.

     

    Fazit: „Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr“ vereint eindrucksvoll die Backstein-Architektur einer kurzen Zeitspanne, in der eine ganze Region voller Hoffnung und Stolz der Zukunft entgegenblickte. Das Buch zeigt, wie identitätsstiftend diese Bauwerke waren – und noch immer sind. Eine echte Wiederentdeckung und ein Muss für die Freunde außergewöhnlicher Backstein-Architektur!

     

     

    Christoph Rauhut, Niels Lehmann

    Fragments of Metropolis Rhein & Ruhr – das expressionistische Erbe an Rhein und Ruhr

    Verlag: Hirmer

    Etwa 250 Seiten, zahlreiche Fotos, Karten und Abbildungen, Hardcover

    Euro 29,90 (D)

    ISBN 978-3-7774-2567-2

  • Fortbildung „Bauen mit Backstein“

    News

    BAD ZWISCHENAHN. Das Motto war klug gewählt: „Backstein-Profis braucht das Land“ – unter diesem geradezu programmatischen Titel stand jetzt ein Seminar, der sich an Architekten, Planer, Ingenieure und Bauunternehmer richtete.

    Nachdem die Fortbildung bereits mehrfach erfolgreich in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, konnten jetzt auch Teilnehmer aus Niedersachsen ihr praktisches Wissen rund um das Thema „Bauen mit Backstein“ vertiefen. Das Seminar fand am 20. Oktober im Bau-ABC Rostrup in Bad Zwischenahn statt.

     

    Und Themen rund um den Backstein gab es mehr als genug: Doppelt ist besser, aber auf welche Details kommt es bei zweischaligen Mauerwerks-Konstruktionen wirklich an? Wie sieht der aktuelle Stand der Abdichtungstechnik aus? Warum sind Fugen weit mehr als nur Zwischenräume? Dr. Dieter Figge, der Technische Geschäftsführer des Ziegel-Zentrums NordWest e.V. und Mitglied im Normenausschuss DIN EN 1996 und DIN 4109, vermittelte den Teilnehmern als vortragender Fachmann auf anschauliche und engagierte Art fundiertes Wissen über die wichtigsten Fragen und demonstrierte an Exponaten vor Ort die praktische Anwendung.

     

    Nach dem Motto „So viel Theorie wie nötig, so viel Praxis wie möglich“ beschäftigte man sich vormittags zunächst mit den bauphysikalischen und konstruktionstechnischen Details. Zudem wurden verschiedene Exponate aufgebaut, anhand derer sich die Teilnehmer – nach dem Mittagsimbiss – ganz auf die praktische Anwendung fokussieren konnten.

     

    Bei einem solch informativen und spannenden Programm war es beinahe folgerichtig, dass das Seminar mit knapp 40 Teilnehmern bestens besucht war. Alle Teilnehmer nahmen von diesem Workshop jede Menge geballtes Wissen rund um den alten, ewig jungen Baustoff Backstein mit nach Hause.

  • Hanseatische Raumskulptur

    Bauherren

    BONN/HAMBURG. Eine der sichersten Altersvorsorgen überhaupt ist die eigene Immobilie. Das Symbol schlechthin für eine „gebaute Lebensversicherung“ ist das Backsteinhaus: massiv, robust, langlebig. Welcher andere Baustoff überdauert schon Jahrhunderte – und sieht dabei bis ins hohe Alter gut aus?

    Die Vorteile der zweischaligen Backsteinwand sind auch bei der Energieeffizienz offensichtlich. Zwischen die tragende Wand und die davor liegende Wand passt jede Menge Wärmedämmung. Und im Sommer garantieren Vor- und Hintermauerwerk angenehme Kühle. Beste Gründe, zeitgemäße Architektur mit dem Baustoff Backstein zu realisieren.

     

    Gute Argumente wohl auch für einen Bauherrn, der im Hamburger Westen ein durchaus ungewöhnliches Haus errichten ließ. Auf den ersten Blick überraschend schiebt sich der strenge minimalistische Kubus zwischen die Einfamilienhäuser. Entlang der ruhigen Wohnstraße stehen vornehmlich solche im Volksmund als „Hamburger Kaffeemühlen“ bezeichneten Häuser. Dabei handelt es sich um zweigeschossige Rotklinker-Villen aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit annähernd quadratischem Grundriss, der den freistehenden Wohnhäusern eine würfelartige Form verleiht und deren zumeist mit einem Balkon gekrönter Erker an die herausziehbare Schublade einer Kaffeemühle erinnert. Um der rechts und links sogar unter Ensembleschutz stehenden Historie gerecht zu werden, bedurfte es im Vorfeld einiger Gutachten bevor die Baugenehmigung für die Villa schließlich erteilt wurde.

     

    Anthrazitfarbenes Mauerwerk

     

    Weitgehend geschlossen präsentiert sich die dreigeschossige Fassade zur Straße, einen guten Einblick in das facettenreiche Innere der Villa gibt die Gartenseite. Wie eine plastische Raumskulptur gliederte der Hamburger Architekt Thomas Dibelius den Baukörper durch ein zurückspringendes Staffelgeschoss, die Ganzglasfassade lässt das große Volumen leicht und luftig erscheinen. Als Hommage an die Nachbarschaft ist die Villa in ein anthrazitfarbenes Mauerwerk gehüllt. Ein Format, das der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor ursprünglich für das Diöszesan-Museum in Köln entwickelt hat und das der Villa eine starke Horizontalität verleiht.

     

    Konsequenter Innenausbau

     

    Der Kontrast von außen zu innen könnte kaum größer sein, der rauen Hülle steht ein konsequenter Innenausbau mit glatten und fast vollkommen weißen Oberflächen gegenüber. Über 400 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen plus Kellergeschoss mit Sauna und Tiefgarage bewohnt der Bauherr zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei Bengalkatzen. Großzügige Raumzuschnitte gehen offen ineinander über, vom offenen Koch- und Essbereich blickt man über den um drei Stufen abgesenkten Wohnraum hinaus in den Garten. Im ersten Obergeschoss befindet sich neben den Privaträumen auch ein Home-Office. Das Staffelgeschoss mit der großen Dachterrasse beherbergt ein Gästezimmer mit Bad. In der Lounge und auf der Terrasse mit Blick ins Grüne sitzen am Wochenende aber auch die Hausherren gerne.

  • Schöner Wohnen auf dem Land

    News

    Noch bis Ende September haben Landwirtsfamilien zusammen mit Architekten oder Landschaftsarchitekten die Möglichkeit, sich in einem neuen Wettbewerb um eine Auszeichnung für herausragendes Bauen auf den Höfen zu bewerben.

    Mit einem Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro ist der bundesweit ausgeschriebene Preis die am höchsten dotierte Prämierung für besonders schöne Bauten und Außenanlagen im ländlichen Raum. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Er basiert auf dem Westfälischen Landbaukultur-Preis 2014. Träger des Wettbewerbs ist die Stiftung LV in Münster. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: neue Gebäude, Gebäudeteile und/oder Außenanlagen sowie Umbauten oder Umnutzungen von Altgebäuden, Gebäudeteilen oder Außenanlagen. Die Bauten – Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Verkaufsräume oder auch Ferienwohnungen und Gärten – müssen innerhalb der letzten 10 Jahre errichtet oder verändert worden sein. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September. Ausgewählt werden die besten Projekte von einer hochkarätig besetzten Jury. Der Deutsche Landbaukultur-Preis wird unterstützt vom Deutschen Bauernverband, dem Bund Deutscher Architekten und dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

     

    Weitere Infos sowie das Anmeldeformular hier: www.landbaukultur-preis.de

  • Preis für die beste Ziegelarchitektur

    Wettbewerbe

    Das Ziegel Zentrum Süd e.V. lobt in Kooperation mit dem Bundesbauministerium bereits zum dritten Mal den Deutschen Ziegelpreis aus. Verliehen wird er im Februar 2017.

    Der bundesweit ausgeschriebene Preis möchte nicht nur herausragende gestalterische und energetisch beispielhafte Bauten auszeichnen, sondern er greift zusätzlich ein aktuelles sozialpolitisches Thema auf: den bezahlbaren Wohnungsbau. In Zeiten grassierender Wohnungsnot speziell in den Ballungsgebieten legt der Deutsche Ziegelpreis 2017 sein Augenmerk vor allem auf kreative Ansätze im Mietwohnungsbereich.

     

    Natürlich sollen die Gebäude sollten ästhetisch überzeugen und positiv zur Gestaltung des öffentlichen Raums beitragen. Prämiert werden sowohl mehrschalige Ziegelaußenwandkonstruktionen als auch monolithische Außenwandkonstruktionen. Architekten, Ingenieure und Bauherren können bis zu drei Entwürfe online bis zum 26. September 2016 einreichen. Einzige Bedingung: Die Projekte müssen nach dem 30. September 2013 fertiggestellt worden sein, zudem muss sich das Gebäude oder aber das Architekturbüro in Deutschland befinden. Dotiert ist der Ziegelpreis mit insgesamt 20.000 Euro, es werden zwei Hauptpreise sowie weitere Sonderpreise und Anerkennungen vergeben. Eine renommierte Expertenjury ermittelt am 24. Oktober 2016 die Sieger.

     

    Mehr Infos und die Auslobungsunterlagen hier: https://deutscher-ziegelpreis.de/login

  • Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur

    Fritz-Höger-Preis 2017

    BONN. Er ist längst eine Erfolgsgeschichte, nun geht er in die vierte Runde: der Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur. Die „Initiative Bauen mit Backstein“ lobt ihn 2017 erneut aus. Ab Ende Januar 2017 haben Architekten die Gelegenheit, ihre Objekte bei dem mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Wettbewerb einzureichen.

    Mit dem Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur werden Objekte prämiert, die das architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffes Backstein nutzen. Wettbewerbsbeiträge können ab Ende Januar 2017 online auf der Website zum Fritz-Höger-Preis eingereicht werden:

    http://www.backstein.com/architekturpreis.

     

    Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst 2017 in Berlin statt.

     

    Der erstmals 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur wird alle drei Jahre verliehen und zählt mit zuletzt mehr als 500 nationalen und internationalen Einreichungen mittlerweile zu den größten deutschen Architekturpreisen. Seit 2011 wird der Wettbewerb vom Bund Deutscher Architekten BDA partnerschaftlich unterstützt. Interessierte Architekten, die automatisch über Neuigkeiten zum Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur informiert werden möchten, können über www.backstein.com kostenlos den „Backstein-Newsletter“ abonnieren.

  • Unter Palmen

    Bauherren

    Backstein in den Tropen? Ja klar, sagten die Bauherren – und ließen sich in Sri Lanka ein ebenso überzeugendes wie schlichtes Strandhaus ins Palmen-Paradies bauen.

    Traumhaft schön ist Sri Lankas Westküste mit ihren feinen weißen Sandstränden, kristallklarem Wasser und sich sanft im Wind wiegenden Palmen. Für ihren Traum von einem Ferienhaus in diesem Paradies engagierten die niederländischen Bauherren einfach den eigenen Sohn. Frisch von der Universität, hatte Michael Danne Bolier gemeinsam mit seinem Kommilitonen Dorus Merus kurz zuvor in Den Haag das Architekturbüro M & DB Architecten gegründet.

     

    Bei näherer Betrachtung der Strandvillen entlang der Küste fällt auf, dass die Bauten stilistisch einem historisierenden Kolonialstil nacheifern und eine Ära beschwören, als der Inselstaat noch Ceylon hieß und als Kronkolonie zum britischen Empire zählte. Ganz bewusst verfolgte das junge Architekten-Duo einen anderen Ansatz. Erfrischend in seiner Schlichtheit, ist der langgezogene Riegel des eingeschossigen Strandhauses aus einfachen, zumeist vor Ort hergestellten Materialien wie Backstein, Holz und Beton gebaut. Die im Blockverband gemauerten Backsteinwände wirken durch die unterschiedlich breiten Läufer- und Binder-Schichten rustikal und verleihen dem Mauerwerk eine ganz eigene haptische Gesteinsstruktur. Um dem salzhaltigen Meeresklima standzuhalten, wurden die Backsteine mit einer Zementemulsion gewaschen und weiß angestrichen. In Weiß erstrahlt auch das mit Wellblech eingedeckte Satteldach. Der weite Dachüberstand spendet nicht nur Schatten, sondern schützt in der Regenzeit von Mai bis September vor den teils heftigen Niederschlägen des Monsuns Yala.

     

    Hell und luftig wirkt das Innere des 172 Quadratmeter großen Strandhauses. Die ebenfalls weiß gestrichene Dachstuhlkonstruktion aus Holz ist bis unter den First offen und scheint beinahe über den Backsteinwänden zu schweben. Durch die Zwischenräume zwischen Mauerwerk und Balkenlage sowie schmale Schlitze über den Fenstern erreichen die Architekten eine natürliche Lüftung, so dass in den Innenräumen trotz des heißen tropischen Klimas die Temperaturen nie höher als 22 Grad steigen. Geselliges Zentrum und Herzstück des Ferienhauses ist der großzügige Wohnraum, der sich über große Holz-Falttüren zum Vorhof und zum Meer öffnet. Abgetrennt nur durch eine freistehende Backsteinwand schließt die Küche an den Wohnbereich an. Drei Schlafzimmer bieten Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu sieben Gäste.

     

    Übrigens: In der erstmals verliehenen Kategorie „Newcomer“ erhielt das Architekturbüro M & DB Architecten den Fritz-Höger-Preis 2014 in Gold für ihr Erstlingswerk auf Sri Lanka.

  • Het Zinderend Oppervlak

    Buchvorstellungen

    Backstein – ein robustes und grobes Material, welches so bedeutsam ist und wenn man es näher betrachtet, dann bietet es sehr viele Möglichkeiten. So geht die gestalterische Vielfalt für Backstein als Fassade weit über die traditionellen Verbände, standardisierten Fugen und Texturen hinaus. Die Fassade kann individuell geplant werden, Formen können ineinander übergehen und so das Gesamtbild greifbar machen.

    Dieses Buch bietet den Zugang zu verschiedensten Mustervariationen die beim Bau eines neuen Gebäudes in Betracht gezogen werden können. Außerdem zeigt es die Möglichkeit auf mit Licht und Schatten zu arbeiten, auf eine Weise, mit der es die Massivität dieser Fassade mindert.

     

    Der Autor und Herausgeber Koen Mulder sagt selbst: „Es hat mich vor allem gelehrt, dass man in Zeiten der Krise den Mut haben muss, sich auch für eine vermeintlich ‚naive’ Faszination zu entscheiden.“

     

    Genau diese Faszination ist hier das entscheidende Wort: Mit einer an Besessenheit grenzenden Leidenschaft teilt er seine Liebe zum Backstein. Als Material, aber vor allem als gestalterisches Werkzeug – er zeigt, dass es primär als ästhetisches und nicht mehr nur als nützliches Trägermaterial gesehen werden sollte.

     

    Mulders „naive Faszination“ für den Backstein ist ein Bericht über einen Querdenker mit einem neuen Blickwinkel auf Backstein, losgelöst von der Vergangenheit und mit einem offenen Blick in die Zukunft. Lesen Sie das Buch und betrachten Sie erneut – vor allem anders.

     

     

    Koen Mulder

    Het Zinderend Oppervlak - metselwerkverband als ontwerpgereedschap

    Stark bebildert, Hardcover, etwa 160 Seiten

    49,00 €

    ISBN: 978-9-0824-6680-5

  • Nordbau 2016 - ein Rückblick

    News

    Backstein war auf der Nordbau 2016 in Neumünster ein dominierendes Thema. Hier dazu ein kleiner filmischer Rückblick:


  • Kein Dienst nach Vorschrift

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Stringent den örtlichen Bauvorschriften folgend, entstand ein Haus, das sich mit seiner plastischen Ästhetik klar von der Uniformität seiner Umgebung differenziert.

    Das in einem Dorf südlich der niederländischen Stadt Eindhoven errichtete „Haus M“ (Huis M) steht an einer Straße, die von gewöhnlichen Backsteinhäusern gesäumt ist. Der bodenständige Charakter der Gegend wird durch eine Reihe strikter Vorgaben bewahrt. Unser Designkonzept lautete daher, diese Vorgaben genauestens einzuhalten. Das Volumen des Hauses und sein archetypisches Profil folgen direkt der vorgeschriebenen Trauf- und Firsthöhe. Auch die Materialien – die Verwendung von rotbraunem Backstein und gewöhnlichen, dunkelgrauen Dachziegeln – entsprechen 1:1 den ästhetischen Richtlinien. Neben diesem „Dienst nach Vorschrift“ sorgen jedoch die strengen und abstrakten Details (alle Fensterrahmen, Dachrinnen und jedes andere Fassadenbeiwerk sind außer Sicht platziert) für eine architektonische Ästhetik, die das Gebäude deutlich von der Umgebung abhebt.

     

    Die Fassade des Hauses besteht vollständig aus Backsteinen, die im Blockverband mit flämischen Bindern verlegt sind. Mehrere strategisch positionierte Schächte betonen die Masse der Backsteinhülle und umfassen den Eingang, die „invertierten“ Erkerfenster und eine Loggia. Vertikal gesetzte Backsteine, die das Tageslicht in etwas anderer Form reflektieren, bilden zusammen mit den Fenstern auf der gesamten Fassade ein Muster. Alle Fensterrahmen sind zurückgesetzt in die äußere Fassade eingelassen und geben den Blick auf die Mauerlaibungen, Fensterbänke und Fensterstürze frei.

     

    Im Inneren besteht das Gebäude aus einer Abfolge von Räumen: Das Haus ist in vier Bereiche unterteilt, die jeweils weiter in einen „übergeordneten“ und einen „untergeordneten“ Raum unterteilt sind. Die nach Norden ausgerichteten „untergeordneten“ Räume bilden Lager, Speisekammer, Garderobe, Treppenhaus, Toiletten und die Küche. Die „übergeordneten“ Räume hingegen, die nach Süden ausgerichtet sind, umfassen Büro, Wohnzimmer, Esszimmer und Loggia. Die durch die Verbindung aller „untergeordneten“ Räume entstandene Enfilade bildet mehrere Sichtlinien, die durch das ganze Haus laufen. So kann man aus der Küche auf die Straße schauen, während man aus dem Büro, das auf der anderen Seite des Hauses liegt, auf den hinteren Garten blicken kann.

     

    M&DB Architecten

  • Rustikale Eleganz

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Recycelter Backstein verleiht der eleganten Präsenz des Einfamilienhauses eine rustikale Note und spiegelt den Wunsch der Bauherren nach Dauerhaftigkeit wider.

    Unter dem grünen Hügel, mitten in der Stadt, verbergen sich ein Eiskeller und ein Straßentunnel. Die Bauherren sahen die Möglichkeit, den Rücken der begrünten Wölbung mit einem Gebäude zu krönen. Der Rand des Grundstücks war von wild wachsenden Bäumen besäumt, die dort, wo eine schöne Aussicht auf Stadt und Landschaft möglich war, ausgelichtet wurden. Der andere Teil der grünen Wand verdeckt die Fassaden des benachbarten Krankenhauses und der weiteren unprätentiös gestalteten Häuser.

     

    Das Wohnhaus entwickelt sich gänzlich aus der Topografie, den Himmelsrichtungen und der Aussicht. Vom steilen Weg der Zufahrt aus erreicht man einen unteren Eingang mit Garagenzufahrt. Eine seitlich geführte Steintreppe führt zum Eingang des eigentlichen Erdgeschosses, dessen Grundriss sich in der Längsachse des Grundstücks entwickelt. Durch eine größere Gebäudetiefe an den Enden ergeben sich Terrassen, die sich diagonal gegenüberstehen und der spezifischen Aussichtslage Rechnung tragen. Der zentral liegende Wohnraum verbindet die beiden Kopfenden, in denen sich Schlafräume, die Nasszellen und die Treppe ins Untergeschoss befinden. Etwas versetzt zum eigentlichen Baukörper steht als „point de vue“ ein kleiner Pavillon, der eine Sauna beherbergt.

     

    Das Tragwerk des Gebäudes ist aus Stahlbeton, die Außenwände haben eine Vorsatzschale aus Altziegeln. Die Bauherrschaft legte Wert auf die Verwendung dauerhafter Materialien: mit ein Grund, die Fensterrahmen aus Hartholz, die Böden aus Naturstein und die Decken in Sichtbeton auszuführen. TECHNIK Es wurde eine Wärmepumpe mit Erdsonden eingebaut. Auf dem Dach ist eine Solaranlage zur Schwimmbaderwärmung installiert. Die Räume im UG und EG werden mit einer Fußbodenheizung beheizt und mit einer kontrollierten Wohnraumbelüftung ausgestattet.

     

    LRO

  • Weiß auf Schwarz

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Mit dem Arrangement aus weißen Fensterlaibungen und schwarzer Backsteinfassade setzt das kompakte Wohnhaus einen markanten städtebaulichen Akzent.

    Das Wohnhaus K18V35 ist die Eckbebauung im Süden eines Baublocks von 18 sehr verschiedenen Wohnhäusern. Das Haus bildet durch seine eindeutige Kubatur, Materialisierung und Farbgestaltung trotz seines kleinen und kompakten Volumens einen sehr ausgesprochenen Eckstein und wird so seiner städtebaulichen Funktion als Abschluss eines Baublockes gerecht. Beinahe alle von außen sichtbaren Elemente folgen dieser Funktion. So wird das schwere Backsteinvolumen durch einen gläsernen Spalt von der Nachbarbebauung abgelöst und wirkt hierdurch äußerst plastisch.

     

    Die quadratischen, bündig in der Backsteinfassade liegenden Fensteröffnungen sind so angeordnet, dass das Volumen statisch in sich selbst ruht. Diese Ruhe wird nur durch die leicht variierenden Öffnungspaneele aus Aluminium und durch die intervenierende Holzlattung der Parkgarage unterbrochen. Das Format der Backsteine ist länger und flacher als das übliche Standardformat. Es handelt sich um das „Hilversum-Format“, welches schon von Dudoc bevorzugt eingesetzt wurde. Hierdurch wirkt der Baukörper in seinen eigenen Proportionen größer, als er eigentlich ist. Gegenüber den anderen Häusern in seiner Umgebung wirkt er so allerdings verfeinert.

     

    Die schwarz gekeimte Fassade referiert direkt an die Amsterdamer Packhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts, welche – ebenfalls schwarz gestrichen – wunderbar mit ihren weißen Laibungen kontrastierten. Die Struktur des Gebäudes ist überraschend einfach. Hierdurch entsteht das Potenzial für Varianz und Abweichungen. Dies bietet Raum für Komplexität. Die kleinen Räume werden stark durch ihre Funktionen definiert, die größeren bleiben neutral. Die Funktionen des Wohnhauses sind auf die klassische Art eines Stadthauses gestapelt. Arbeiten, Wohnen und Schlafen haben jeweils ihr eigenes Geschoss. Verbunden sind diese drei Funktionen durch eine Kaskadentreppe, die sich in dem gläsernen Spalt befindet, der das Backsteinvolumen von seiner Nachbarbebauung trennt. Dieser Spalt beinhaltet außer der eichenhölzernen Treppe weiter nichts, auch keine Geschossdecken.

     

    Wer diesen Spalt durch die Eingangstür betritt, befindet sich am Fuße eines neun Meter hohen und ein Meter breiten Raumes, der durch seine gläsernen Außenfassaden zwischen öffentlichem Raum und privater Domäne zu liegen scheint. Das heißt auch, dass man als Bewohner beim Verlassen eines Geschosses aus dem schwarzen Backsteinvolumen tritt, um durch die halb öffentliche Welt der Kaskadenhalle wieder zu einer anderen Funktion zu gelangen.

     

    pasel.künzel architects

  • Ohne jede Prahlerei

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Kubatur des Atelier- und Wohnhauses nimmt formal Bezug auf die Form des für die Region typischen Lochziegels, der gleichzeitig dessen Mauerwerk prägt.

    Das Gebäude steht auf dem Gipfel eines Hügels im italienischen Manoppello in der Provinz Pescara, mit Blick auf die Farm, auf deren Gelände es sich befindet. Dem Haus wird eine doppelte Rolle zuteil: Es ist sowohl Künstleratelier als auch Rückzugsort der Familie. Die Region mit ihren traditionellen Lehmhäusern und deren chromatischer Beziehung zur Umgebung sowie die Verwendung von Hohlkammersteinen bestimmen das Design. Bei den Hohlkammersteinen handelt es sich um ein Element, das in der modernen Bautechnik weitverbreitet ist. Sie werden in den Öfen der Gegend hergestellt und bilden so zudem einen regionalen Bezug.

     

    Die Steine wurden zerteilt und auf die Fassaden und das Dach aufgebracht und bestimmen somit das endgültige Aussehen des Projekts. In der klaren Form des Gebäudes spiegeln sich die stark vereinfachten Umrisse der Scheunen und Häuser dieser Region. In den Innenräumen dominiert ein Wohnmodul aus Pappelholz, das den gesamten Raum in zwei Bereiche aufteilt. Dieses Modul umfasst die Küche, die Badezimmer, Schlafzimmer und die Bibliothek. Auf der nordöstlichen Seite des Atelierhauses geht der Betonboden des fabrikähnlichen Gebäudes nahtlos in den Außenbereich über, der einen Swimmingpool beherbergt. Die Fenster sind so gestaltet, dass horizontales Licht in das Atelier fällt. Gleichzeitig bilden sie einen Rahmen für die szenische, atemberaubend schöne Landschaft.

     

    Der Ausblick, die Anordnung der offenen Flächen und die visuelle Beziehung zwischen Innen- und Außenräumen (die Fenster als Rahmen der Landschaft) stärken die Beziehung mit dem „Genius loci“ (dem „Geist des Ortes“). Eine einfache Schotterstraße führt zum Eingang des Atelierhauses. Realisiert wurde das Projekt auf einem Feld, auf dem Kirschen, Walnüsse und Oliven angebaut werden.

     

    Studio Zero85 und Sergio Sarra

  • Haus mit Aussicht

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Kubatur des Atelier- und Wohnhauses nimmt formal Bezug auf die Form des für die Region typischen Lochziegels, der gleichzeitig dessen Mauerwerk prägt.

    AUSBLICK

    Das Gebäude liegt in privilegierter Lage in Frankfurt-Sachsenhausen, etwas oberhalb der Innenstadt. Talseitig eröffnet sich vom Obergeschoss aus ein spektakulärer Blick über die Silhouette der Frankfurter Skyline. Um diesen Ausblick herum ist das gesamte Gebäude entwickelt. Aus diesem Grund sind entgegen der üblichen Aufteilung in Einfamilienhäusern die Schlafräume im Erdgeschoss, die eigentlichen Wohnräume aber im Obergeschoss angeordnet. Erschlossen wird dieses über eine großzügige einläufige Treppe, welche darüber hinaus das Erdgeschoss in den repräsentativen Eingangsbereich und den verdeckt liegenden Bereich für die Individualräume zoniert. Der spektakulärste Ausblick ergibt sich vom großen Esstisch der Familie, dem eigentlichen Höhepunkt des Hauses. Voraussetzung für eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes auch im Alter ist die Anordnung eines Aufzugs, welcher an zentraler Stelle im Gebäude vorgerichtet ist. Eine Einliegerwohnung im Souterrain ermöglicht zudem unterschiedliche Nutzungsvarianten in allen Lebensphasen. Die Familie besitzt einige wenige ausgewählte Kunstwerke. Die repräsentativen Erschließungsflächen bieten hierfür einen angemessenen Rahmen.

     

    BAUKÖRPER

    Das Grundstück ist bergseitig von Süden her erschlossen. Zur Straße hin fügt sich der Neubau durch einen eingeschossigen Gebäudeteil gut in die vorhandene Bebauung ein und besetzt die vorgegebene Baulinie. Die Vorzone ist gärtnerisch gestaltet. Darüber hinaus werden aber noch weitere Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten in den Baukörper integriert: die großzügige Terrasse und ein kleiner Patio zur Belichtung des Eingangsbereichs im Erdgeschoss sowie der Frühstückshof im OG, der Küche zugeordnet nach Osten. Auf diese Art und Weise entsteht ein plastischer Baukörper, welcher auf die vorhandene Topografie reagiert und das Grundstück optimal ausnutzt, ohne die Nachbarschaft zu beeinträchtigen.

     

    MATERIALITÄT

    Die plastische Erscheinung des Gebäudes wird durch die einheitliche Ausbildung aller Fassaden als Klinkermauerwerk unterstützt. Verwendet werden hellgraubeige Steine mit gedämpfter, handgestrichener Oberfläche in dänischem Normalformat. Großformatige Öffnungen akzentuieren den Baukörper und sind als Stahlfenster ausgeführt. Im Bereich von Nebenräumen wird das Klinkermauerwerk als perforierte, diaphane Wand über die Fenster hinweggeführt. Die Wände und Decken im Inneren sind weiß verputzt und ergeben mit den weiß beschichteten Einbaumöbeln und den hellen Naturstein- und Terrazzoböden ein helles lichtes Raumgefüge. Ein Oberlicht im OG ergänzt die differenzierte Lichtführung. Einige ausgewählte Innenwände sind in Sichtbeton ausgeführt. Sämtliche verwendeten Materialien zeichnen sich durch ihre Wertigkeit und Langlebigkeit aus wie auch der Entwurf selbst nicht kurzlebigen Trends unterliegt, sondern sich einer zeitgemäßen, aber dauerhaften Architektursprache verpflichtet fühlt.

     

    Bayer & Strobel Architekten

  • Geometrisches Formenspiel

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Die Komposition aus offenen und geschlossenen Fassadenflächen unterstützt das Prinzip der Flexibilität im Inneren des quadratischen Baukörpers.

    Die Optimierung der Grundriss- und Kubusform und der Variabilität in der Nutzung – genau das war das Ziel von as2architektur bei diesem Projekt in Bremen. Das Gebäude, als Hybrid geplant, nutzt den energetischen Beitrag der Sonne über die Fenster wie die Speicherfähigkeit der Sichtputzwände und Sichtbetonböden, unterstützt durch eine gasbefeuerte Fußbodenheizung.

     

    Die Garten-Etage ist barrierefrei und als Büro oder Einliegerwohnung mit separatem Eingang – also als eigenständiges „Haus im Haus“ – nutzbar. Die Loggia- Etage im ersten Obergeschoss, „die Wohnung“, und die Atrium-Etage im zweiten Obergeschoss, „das Atelier“, können später, wenn notwendig durch einen Lift, ebenfalls barierefrei werden, einschließlich der Sanitärräume. Der dafür notwendige Platz ist bereits vorgesehen. Für jede Ebene ist außerdem eine behindertengerechte Sanitäreinheit ausbaubar. Verschiedene Wohn- und Arbeitsformen sind in jeder Etage variabel möglich. Das Haus kann auch mit nur wenigen Umbauten als Mehrgenerationenhaus genutzt werden. Die Atrium- Etage ist beispielsweise in zwei Appartements oder Kinderzimmer teilbar. In Zukunft wird hier das Büro as2architektur arbeiten.

     

    Die Materialauswahl und die Grundform des mehrfach preisgekrönten Hauses reflektieren in idealer Weise die Gestaltsatzung des Stadtwerders und den benachbarten denkmalgeschütztem Wasserturm, die sogenannte „umgedrehte Kommode“.

     

    as2architektur

  • Struktur und Gliederung

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Der schwarze Backstein unterstreicht die klare horizontale Gliederung der Fassade und verleiht ihr mit seiner rauen Struktur zusätzliche Qualität – optisch wie haptisch.

    Die Bauherren wünschten sich für ihren Alterswohnsitz ein eingeschossiges barrierefreies und behindertenfreundliches Wohngebäude in moderner Architektursprache, welches sich in den südlich gelegenen Garten großzügig öffnet. Der Entwurf sieht ein L-förmiges Haus mit Flachdach und integrierter Garage vor. Der eingeschossige Baukörper schmiegt sich an die nördliche Grundstückskante und erstreckt sich in die Tiefe des Grundstücks. Im Gebäudeteil zur Straße sind alle dienenden Funktionen untergebracht, Eingang, WC, Hauswirtschaft und Garage. Im Gebäudeteil, welcher sich in die Tiefe des Grundstücks erstreckt, liegen die Wohnräume. Die zum Garten gerichtete Südfassade ist vollständig verglast. Der Wohnbereich tritt gegenüber dem Schlafbereich etwas zurück, sodass sich vor dem Wohnbereich eine großzügige Terrasse ergibt, welche vom Flachdach des Hauses teilweise überdeckt wird.

     

    Die Straßenfassade wird gepägt von einem tiefen Einschnitt für den Eingang und das Garagentor. Das sonst nur im Inneren verwendete Holz der Holz- Aluminium-Fenster wird nach außen geführt, Haustür, Gargentor und Wandverkleidungen sind mit Holz verkleidet. Wenngleich die Fläche relativ geschlossen ist, so wird der Besucher doch durch die warmen Holztöne freundlich empfangen. Die geschlossenen Wandflächen haben einen Sockel aus Weißbeton, darüber schwarze Klinker, die Attika des Flachdaches wird weiß verputzt. Die Fenster sind Holz-Aluminium-Fenster mit pulverbeschichteter Deckschale – der Rahmen Weißaluminium, der Öffnungsflügel in Anthrazit. Durch die Gliederung der Fassade wird die Horizontalität der Fassade unterstrichen. Die klare moderne Architektur wird durch die Materialität der verwendeten Materialien ergänzt: Klinker, Holz, Putz, Glas und Beton. Der schwarze Klinker erzeugt den Maßstab und die handwerkliche Textur. Die Fenster des Hauses erhielten eine Dreifachverglasung, das Gebäude wird mittels Fußboden- und Wandheizung über eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung beheizt und gekühlt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert die Lüftungswärmeverluste.

     

    Das Flachdach des Hauses wurde begrünt, der Baumbestand, soweit es ging, geschont und durch Nachpflanzung örtlich typischer Bäume – Kiefern, Birken und Buchen – ergänzt.

     

    Justus Mayser Architekt

  • Klare Kante hinterm Deich

    Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

    Inmitten einer höchst individuellen Architekturlandschaft direkt am Wasser zeigt ein Haus mit hellem Backstein und horizontalen Betonbändern klare Kante – und zeichnet ganz nebenbei das Profil des nahen Deichs nach.

    Die „kleine Reetinsel“ im Amsterdamer Stadtteil IJburg ist von Wasser umgeben, das die Grenze zum südlichen Diemerpark bildet. Die Hauptstraße der Insel wird beidseitig von einer durchgehenden Häuserreihe gesäumt, die von Privatpersonen errichtet wurde. Innerhalb wohldefinierter städtebaulicher Vorgaben zeichnet sich jedes Haus durch seine eigene Architektur aus. Das Design für das Haus auf Grundstück 75 entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und dem Architekten. Das Konzept des Hauses basiert auf dem Kontrast zwischen dem geschlossenen Inneren und dem Äußeren, das sich auf die umgebende Landschaft konzentriert. Zur Straße hinaus verfügt es über einen Eingangshof mit einer geschlossenen Fassade aus hellen Backsteinen, die mit vorgefertigten Betonbalken kombiniert wurden. Hinter dieser Frontfassade öffnet sich das Haus zur Sonne und gibt einen breiten Blick über das Wasser frei.

     

    Mit einem zweiten, versteckten Hof und einem Untergeschoss für die Schlafzimmer folgt das Haus dem Profil des Deichs und der Insel. Der zweite Hof ist das Zentrum des Hauses und ermöglicht es, dass Tageslicht tief in die angrenzenden Räume eindringt. Auf der Seite des Gartens verbinden diagonale Durchblicke durch den Hof das Schlafzimmer und das Büro mit der Küche und dem Wohnbereich. Direkt neben dem Hof befindet sich die Küche, das Herz des alltäglichen Familienlebens. Die feste Innenausstattung, etwa die Küchenschränke, der Stromzähler und die Toilette, sind in ein langes, hölzernes Innenelement integriert. Die Küche führt zum Wohn- und Essbereich, der die Form einer Sitzecke hat. Die große Dachterrasse im ersten Stock bietet einen Panoramablick auf die Umgebung. Diese private Terrasse ergänzt den Grünbereich am Wasser, der von den Nachbarn gemeinsam genutzt wird.

     

    Office Winhov

  • Die besten Einfamilienhäuser aus Backstein

    Das Backstein-Magazin

    BONN. Die 13. Ausgabe des Backstein-Magazins VORTEILE widmet sich dem Thema „Einfamilienhäuser“ und präsentiert eine Auswahl der besten Einreichungen beim Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur.

    Ein scharfkantiges, hellgrau-beiges Einfamilienhaus mit unregelmäßigen Außenwand-Perforierungen im dicht besiedelten Frankfurt und ein sanft in die umgebende Natur eingebetteter Kuben-Komplex an der einsamen Südküste Schwedens – auf den ersten Blick könnten das „Wohnhaus Z“ und das „Creek House“ unterschiedlicher nicht sein. Beiden gemeinsam ist der Anspruch ihrer Architekten, Gebäude von langfristiger Qualität zu schaffen. Und sie nutzen dafür den Baustoff Backstein

     

    Die neue VORTEILE-Ausgabe stellt diese beiden außergewöhnlichen Einfamilienhaus-Projekte näher vor. Bayer & Strobel Architekten haben in allerbester Hanglage in Frankfurt-Sachsenhausen nicht nur ein Haus mit atemberaubendem Ausblick auf die Frankfurtern Skyline errichtet, sondern mit hellen, handgestrichenen Klinkern und teilweise perforiertem Mauerwerk einen ganz und gar ungewöhnlichen Akzent gesetzt. Tham & Videgard Arkitekter wiederum schaffen es, ihr in fünf Kuben unterteiltes Haus mit der üppigen Natur ringsum verschmelzen zu lassen. Höhepunkt der grünen Inszenierung ist ein Bach, der mitten durch den Garten fließt.

     

    Darüber hinaus schreibt der bekannte Architektur-Experte Wolfgang Bachmann in VORTEILE, warum das Bauen mit Backstein gerade jetzt wieder ein großes Thema ist. Das Magazin präsentiert zudem Gewinner-Projekte und nominierte Objekte u.a. von M&DB Architekten, Studio Zero85/Sergio Sarra, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Pasel.Künzel Architects, as2 architektur, Justus Mayser Architekt, Office Winhov.

  • Erst Aachen, dann Hamburg

    Fritz-Höger-Preis 2014

    Die Ausstellung zum Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur wandert ungeachtet der Tatsache, dass die Auslobung des FHP 2017 unmittelbar bevorsteht, munter weiter. Derzeit ist sie in Aachen zu sehen. Alle Architekturinteressierten dort sind eingeladen zu entdecken, wie Architekten das gestalterische Potenzial des traditionellen Baustoffes Backstein in der heutigen Zeit nutzen, um außergewöhnliche wie nachhaltige Architektur zu schaffen. Noch bis zum 11. November 2016 gastiert die bundesweite Wanderausstellung in Aachen und wird präsentiert von der RWTH Aachen. Zu sehen ist sie im Foyer der Fakultät Architektur an der RWTH Aachen zu den Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr.

    Am Wochenende des 17., 18. und 19. November ist die Wanderausstellung dann im Rahmen des Internationalen Architektur-Forums 2016 in der Hamburg-Messe zu sehen. Das Forum befasst sich mit der Stadt als kulturellem und sozialem Motor gesellschaftlicher Entwicklung. Vorgestellt werden neue Bau-Konstellationen, die den Ansprüchen der Menschen gerecht zu werden versuchen. Das Internationale Architektur-Forum 2016 spürt weltweit aktuelle Beispiele der Architektur und Stadtentwicklung auf, bei denen dies in besonderer Weise gelingt. An drei Tagen zeigen prominente internationale Referenten State-of-the-Art-Projekte – und welche Möglichkeiten diese zur Entfaltung der menschlichen Gesellschaft eröffnen.

     

    Die Wanderausstellung zum FHP präsentiert in Aachen wie in Hamburg eine Auswahl der besten Projekte, die im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014 für Backstein-Architektur ausgezeichnet wurden. Vom reduziert gestalteten Strandhaus unter Palmen bis hin zum skulpturalen Sakralbau – alle Projekte werden auf großformatigen Infowänden anschaulich und im Detail dokumentiert. Die Ausstellungsbesucher erwartet ein beeindruckender Querschnitt internationaler Backstein-Architektur. Ausgewählt aus mehr als 500 Wettbewerbsbeiträgen aus 23 Nationen sind die vorgestellten Arbeiten große Statements, welche die Vielseitigkeit zeitgenössischer Backstein-Architektur belegen.

  • Die gemischte Stadt

    News

    Was und wie Architekten bauen müssen, um das Ideal der gemischten Stadt Wirklichkeit werden zu lassen, das ist Thema eines zweitägigen Kongresses der Zeitschrift „Bauwelt“ in Berlin. Unter dem Titel „Die produktive Stadt“ treffen sich am 1. und 2. Dezember Architekten und Fachleute im Haus der Berliner Festspiele.

    „Die Stadt, in der wir leben, braucht eine neue Formel! Nach 100 Jahren funktionaler Trennung müssen Wohnen und Arbeiten wieder zusammenrücken. Doch die Stadt, wie wir sie bauen, zerfällt weiter in ihre Bestandteile. Die städtische und die architektonische Mischung kommt nicht zustande. Was wir brauchen ist eine neue Architektur für integrative Konzepte“, heißt es in einem Ankündigungstext bei der „Bauwelt“.

     

    Weiter heißt es: „Der Kongress beschäftigt sich mit der Zukunftsperspektive für die städtische Arbeits- und Wohnwelt von morgen. Längst verändert die Digitalisierung die alten Arbeitsteilungen. Doch was kann die digitale Produktion unmittelbar dazu beitragen, die Funktionstrennung aufzuheben und „mix-use“ zum Instrument für alle zu machen? Neue Architekturmodelle zeigen, was möglich ist. Nationale und internationale renommierte Architekten diskutieren mit Stadtplanern, Designern und Ingenieuren interdisziplinär über das Gebaute in der Stadt von Morgen.“

  • Noch mehr Einfamilienhäuser

    News

    Unser Portal "Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein" bietet vertiefende Einblicke in die im gleichnamigen Buch vorgestellten Projekte. Wer das Buch besitzt, findet hinten auf dem Rückumschlag einen Code, mit dem er sich einloggen kann. Danach sind alle Einfamilienhaus-Projekte mit zahlreichen weiteren Fotos und Plänen sichtbar.

    Unser Portal "Moderne Einfamilienhäuser aus Backstein" bietet vertiefende Einblicke in die im gleichnamigen Buch vorgestellten Projekte. Wer das Buch besitzt, findet hinten auf dem Rückumschlag einen Code, mit dem er sich einloggen kann. Danach sind alle Einfamilienhaus-Projekte mit zahlreichen weiteren Fotos und Plänen sichtbar. Wer zufällig auf diesem Portal gelandet ist, weil ihn die Backstein-Häuser interessieren, sieht zunächst nur einige wenige Projekte. Legt er sich das Buch zu und loggt sich ebenfalls ein, sind detailliertere Infos und Bilder erhältlich.

    Hier geht's zum Portal:

    http://www.backstein.com/de/buchportal

  • Erster Schritt zu mehr Wohnungen

    Themenspezial: Wohnungsbau

    BERLIN. "Die Baugesetzbuch-Novelle ist ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr und schnellerem Wohnungsbau in Deutschland", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anlässlich der Kabinettsberatungen am 30. November 2016 zum Gesetzentwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie im Städtebaurecht und zur Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt.

    Der Kabinettsentwurf sieht unter anderem vor, eine neue Baugebietskategorie – die sogenannten "Urbanen Gebiete" – einzuführen. Damit soll die Wohn- und Gewerbenutzung besser vereinbar – und so ein pulsierendes Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe oder kulturellen Einrichtungen ermöglicht werden. Der GdW begrüßt, dass im Gegensatz zu ersten Überlegungen in den Baugebieten der neuen Kategorie nun auch ein überwiegender Wohnanteil möglich ist. Hier hebt sich das neue ‚Urbane Gebiet‘ vom klassischen Mischgebiet ab.

    Weiterhin Regelungsbedarf sieht die Wohnungswirtschaft beim passiven Lärmschutz. Es kommt darauf an, die Lärmbelästigung in der Wohnung selbst gering zu halten. Das ist in dem vorliegenden Entwurf nicht berücksichtigt worden. Ausdruck des urbanen Stils ist ein lebendiges Umfeld vor der Wohnung – ohne Lärmbelästigung in der Wohnung.

    "Beim Bereitstellen von Bauland kommt es in den angespannten Märkten vor allem auf Geschwindigkeit an. Doch langwierige Bauleitplanungen bremsen die Verfahren aus", betonte Gedaschko. Insofern ist es richtig, dass nach dem Kabinettsentwurf künftig Bauvorhaben beschleunigt werden können, die über vorhandene Ortsrandlagen hinausgehen. Dieses beschleunigte Verfahren soll für Bebauungspläne mit einer Grundfläche von bis 10.000 m² befristet bis zum 31. Dezember 2019 gelten.

    Eine weitere Erleichterung kann die vorgesehene Änderung in § 34 Baugesetzbuch (BauGB) bedeuten. Danach sollen auch Nutzungsänderungen von Gewerbe- und Handwerksbetrieben zu Wohnzwecken oder Erweiterungen vorhandener Wohngebäude möglich sein (Ausnahme vom sog. Einfügungsgebot). Hier müsste aber im weiteren Verfahren der Ermessensspielraum der Kommunen bei Einzelfallentscheidungen auf das notwendige Maß begrenzt werden.

    Der GdW appelliert darüber hinaus an die Politik, im weiteren Verfahren die nach wie vor vorhandenen bürokratischen Anforderungen und streitanfälligen Regelungen im Baurecht auf ein Minimum zu beschränken. Dies gilt insbesondere für die geplante Verlängerung der Auslegungsfristen zur Beteiligung der Öffentlichkeit und die überhöhten Anforderungen an den Umweltbericht und die zu prüfenden Umweltfaktoren, die auch von der EU-Richtlinie nicht vorgesehen sind.

    Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.
  • Anderthalb Jahrhunderte

    News

    150 Jahre. Anderthalb Jahrhunderte. Wenn eine Zeitung, zumal eine Fachzeitung, über einen so langen Zeitraum erscheint, muss sie eine gewisse Relevanz haben. Muss sie wichtig sein.

    Bei der db deutsche bauzeitung ist das zweifellos so. Sie feiert in diesen Tagen dieses bemerkenswerte Jubiläum und blickt auf eine reiche Traditionslinie zurück. Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Zeit, Bundesrepublik, Wiedervereinigung – die db war immer dabei. Mit Höhen und Tiefen, mit Brüchen und Umbrüchen. Bis heute ist sie eines der wichtigen Diskussionsforen zu aktuellen Architekturthemen. Wir gratulieren der db deutsche bauzeitung und wünschen alles Gute für weitere 150 Jahre!

  • Architektonische Details

    Buchvorstellungen

    „Der Teufel steckt im Detail.“ Diese Redewendung gilt ganz besonders auch für die Architektur, denn schon beim Entwerfen eines Gebäudes ist das Detail mitunter eine der schwierigsten Aufgaben. Fügen und Verbinden, Tragen und Lasten sowie Lagern und Schweben gehören dabei immer gründlich bedacht. Spätestens auf der Baustelle zeigt sich, ob das schöne Architekturbild oder das Rendering hält, was es als Planungsgrundlage versprach. Da die Details am Ende den Gesamteindruck beeinflussen, können diese Kleinigkeiten sogar wichtiger sein als das große Ganze.

    Das Handbuch „Architektonische Details“ widmet sich dem architektonischen Anspruch des Entwerfens bis hin zu kleinen Details – von der Attika bis zum Zaun, vom Türgriff bis zur Heizkörperverkleidung. Tobias Nöfer, Autor des Buches, entwickelte dieses Buch aus der eigenen Baupraxis heraus und dokumentiert schrittweise, wie Details entstehen können. Untergliedert in Fassade, Dach, Innen- und Außenraum, liefert das Buch einen logischen Überblick über sämtliche Elemente. Dazu unterstützt es dabei, bereits in der Entwurfs-Phase eines Gebäudes Lösungen zu finden, die handwerklich perfekt, materialgerecht und präzise umsetzbar sind. So kann schon früh verhindert werden, dass sich eine schlechte bauliche Umsetzung nicht erst auf der Baustelle oder nach der Fertigstellung offenbart.

     

    Das Handbuch zeigt konstruktive Lösungen überwiegend im herrschaftlichen Villenstil, die sich an die gültigen Normen halten, diesen jedoch nicht blind folgen. Texte, Skizzen, technische Konstruktionszeichnungen und gebaute Beispiele formen das Gesamtpaket und bieten einen Leitfaden zur Entwurfserstellung und deren technischer Umsetzung. Ergänzend bietet diese Planungshilfe für jedes Detail historische Vorbilder sowie Literaturhinweise, um eine weitergehende Recherche zu ermöglichen.

     

    Fazit: Das reich bebilderte Werk von Tobias Nöfer ist ein solides und übersichtliches Handbuch. Leider wird nicht tiefergehend auf umfangreichen Detailarbeiten, eingegangen. Zudem konzentriert sich die Detaildarstellung in diesem Band sehr auf kostspielige Villen und nimmt dem Leser so die Vorstellung, wie Details zum Beispiel auch an bodenständigen Einfamilienhäusern wirken würden. Ansprechend sind jedoch die 3D-Darstellungen für jegliche Details, denn diese können die zukünftige Planung neuer, detailreicher Bauten erleichtern.

     

    Tobias Nöfer

    Architektonische Details

    Handbuch und Planungshilfe

    380 Seiten + 6 Faltblätter

    98,00 €

    ISBN: 978-3-86922-421-3

  • Einreichungstool in Kürze aktiv!

    Fritz-Höger-Preis 2017

    An dieser Stelle wird ab dem 30. Januar 2017 das Einreichungs-Tool für den Fritz-Höger-Preis 2017 freigeschaltet. Ab diesem Datum können Architekten und Planer ihre Unterlagen hier einreichen.

  • Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur gestartet

    Fritz-Höger-Preis 2017

    BONN. Die Ausschreibung für den „Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur“ ist am 30. Januar gestartet. Der international renommierte Architekturpreis wird zum vierten Mal von der „Initiative Bauen mit Backstein” ausgelobt und wiederum vom Bund Deutscher Architekten BDA unterstützt.

    Mit dem Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur prämiert die Initiative Bauen mit Backstein Architekten und Planer, die das architektonische Potenzial dieses altbewährten Baustoffs nutzen. Gesucht werden Bauten, deren gesamter planerischer Anspruch sowohl ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte in sich vereint und deren Architektur sich durch einen angemessenen Umgang mit dem Ort und seinem Bestand auszeichnet. Alle zur Bewerbung notwendigen Informationen finden sich auf der Website zum Wettbewerb:

     

    http://www.backstein.com/architekturpreis.

     

    Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur wird in den nachfolgenden Kategorien vergeben:

    • Einfamilienhaus/Doppelhaushälften
    • Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau
    • Büro- und Gewerbebauten
    • Öffentliche Bauten, Freizeit und Sport

     

    Außerdem werden zusätzliche Auszeichnungen vergeben in den Bereichen:

    • Energieeffizienz
    • Sanierung/Nachhaltigkeit
    • Nachwuchs/Newcomer

     

    Eingereicht werden können Projekte, deren Fassade aus Backstein ausgebildet ist und die ab dem 1. Januar 2012 fertiggestellt wurden. Bereits für den Fritz-Höger-Preis 2014 eingereichte Projekte dürfen erneut eingereicht werden, sofern sie nach dem 1. Januar 2012 fertiggestellt und nicht bereits für den Fritz-Höger-Preis 2014 nominiert wurden.

     

    Architekten und Planer können ihre Unterlagen zur Teilnahme online unter www.backstein.com/architekturpreis oder auf dem Postweg einreichen. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2017. Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst 2017 in Berlin statt.

     

    Über den Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur: Der erstmals in 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur wird alle drei Jahre verliehen und zählt mit zuletzt mehr als 500 nationalen und internationalen Einreichungen mittlerweile zu den größten deutschen Architekturpreisen. Seit 2011 wird der Wettbewerb vom Bund Deutscher Architekten BDA partnerschaftlich unterstützt.

  • Kirche am Meer

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die geschwungene Wand- und Dachausbildung dieser Kirche in Schillig lädt die Betrachter ein zu metaphorischen Interpretationen des Themas „Kirche am Meer“.

    Das Gebäude erinnert mit seinem Turm und der Grundrissform an einen klassischen Kirchenbau, gleichzeitig lässt die geschwungene Wand- und Dachausbildung auch eine Interpretation von Wellen, Dünen und Meer zu. Der Grundriss des Kirchenraumes hat die Form eines Kreuzes – ein Kirchenschiff mit zwei Seitenschiffen. Diese sind jedoch nicht wie üblich rechtwinklig, sondern mit abgerundeten Ecken zueinander angeordnet. Der überdachte Eingang und alle notwendigen Nebenräume sind wie eine zweite Schicht um den Kirchenraum gelegt und zeichnen sich nach außen mit rechten Winkeln ab. So entsteht in der Ansicht die Wirkung eines quaderförmigen, eingeschossigen Sockels, aus dem sich der geschwungene Baukörper entwickelt. Das wellenförmige Dach des Kirchenraumes erhebt sich gen Westen und läuft spitz in einem 20 Meter hohen Glockenturm zu.

     

    Die Außenwand der Kirche am Meer ist zweischalig, bestehend aus einer innenseitig verputzten, tragenden Stahlbetonwand mit vorgehängtem Mauerwerk. Bei den eingesetzten Mauerziegeln handelt es sich um Klinker im Oldenburger Format (220 * 105 * 52 mm). Um ein möglichst ortstypisches Mauerwerk herzustellen, erfolgte der Brand in einem der letzten noch existierenden Ringöfen Deutschlands. Im Gegensatz zum heute üblichen Tunnelofen ist das Brennergebnis eines Hoffmanschen Ringofens besonders durch den Unikatcharakter jedes einzelnen Ziegels geprägt. Zusätzlich wurden die eigentlich schon fertigen Steine dann in einem speziellen Verfahren, dem Dämpfen, einem zweiten Brand ausgesetzt. Ziel beim Dämpfen ist es, dem Ziegel ein anthrazitfarbiges Aussehen zu geben. Es handelt sich beim Dämpfen nicht um eine Oberflächenbearbeitung, sondern um einen chemischen Veränderungsprozess, der den ganzen Ziegel bis in den Kern erfasst. Beim zusätzlichen Brand wird ein Kammerofen, nachdem er mit den Ziegeln beschickt wurde, komplett abgedichtet, so dass sie nur mittels des vorhandenen Sauerstoffs im Ofen selber brennen.

     

    Die Klinker für die Kirche am Meer blieben vier Tage im Kammerofen bei etwa 1000°C Brenntemperatur. Gegen Ende des Brennvorgangs wurde von außen zusätzlich Kohle in den Brennraum geschüttet, um die Temperatur erneut hochzufahren, so dass der Restsauerstoff komplett verbraucht wurde. Der Sauerstoffhunger des Feuers im Brennraum führt dazu, dass dem Tonmaterial die Oxidanteile entzogen werden. Normalerweise oxidiert ein Ziegel bei ausreichender Sauerstoffversorgung des Brennraumes und enthält so seine typische rot-braune Farbe.

     

    Bei der stark kohlestoffhaltigen Brennatmosphäre während des Dämpfens kommt es nicht zu diesem Oxidationsprozess, sondern zu einem Reduktionsprozess, bei dem die Umwandlung des Eisenoxids zu Eisenoxidul die angestrebte Anthrazitfarbigkeit erzeugt.

     

    Die Oberfläche des hier verwendeten, gedämpften Backsteins changiert zwischen matter Bleifarbigkeit, ölig schimmernden Grün- und Blauanteilen, Salzverkrustungen, Bronzetönen und glänzenden Schwarztönen. Die eingeschüttete Kohle hinterlässt ebenfalls Spuren auf der Oberfläche. Das Backsteinmaterial für die Kirche am Meer wurde bereits in gemischter Sortierung auf Paletten angeliefert. Einige Steine wurden wegen Deformierungen und anderen Besonderheiten werksseitig aussortiert, jedoch als gewünschte Unikate im laufenden Vermauern wieder verstreut eingefügt, um die Lebendigkeit des Mauerwerks zu steigern.

     

    Königs Architekten

  • Schwungervoller Barock

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Eingebettet im barocken Kontext, transportiert der neue Verwaltungsbau
    des bischöflichen Ordinariats in Rottenburg frei interpretierte Stil-Elemente
    dieser Epoche in die Gegenwart.

    Als Entwurfsgrundlage diente der barocke Lageplan, in dem die Dominanz des Kirchengrundrisses vorgesehen ist, da so ein Spannungsfeld zur kleinteilig gestalteten Umgebung entsteht. Mit diesem Ansatz begegnen die Architekten dem uneinheitlichen räumlichen Stückwerk, das der Abriss der Kirche St. Joseph Ende des 18. Jahrhunderts hinterlassen hatte. Vom neuen Ensemble – der großen Halle und der körperhaften Mauer – soll eine ähnliche Klarheit ausgehen, wie man sie in den Plänen von 1774 und 1659 vorgefunden hat, dazu orientiert sich der zentrale Baukörper mit seinem Volumen an der St.-Josephskirche.

     

    Seine Südfassade erinnert an die Komposition des plastisch geformten Kirchenbaus. Die große, von oben belichtete Halle, die für unterschiedliche Veranstaltungen der Diözese zu nutzen ist, öffnet sich zur Stadt. Sie ist Auftakt und Gelenk, das alle Einrichtungen und Abteilungen der gesamten Anlage miteinander verbindet, und kann bei besonderen Anlässen bis in den Hof und den anschließenden Straßen- und Platzraum der Oberen Gasse erweitert werden. Zur Nordseite hin verbindet ein langer Büroriegel im gleichen Abstand wie einst die Stadtmauer sämtliche Baulichkeiten der Gesamtanlage. Das Problem langer Baukörper, die mit der Größe einhergehende Monotonie, die aufgrund der inneren Bedingungen, im Fall der Büronutzung, mit einem Raster verbunden ist, wird mit einem Rhythmus, welcher die Enden gesondert behandelt, und der in Zickzackform entworfenen Fensterbänder gelöst.

     

    Der Platz vor dem Bischöflichen Palais nimmt die ehemalige Raumkante zur Oberen Gasse wieder auf, dadurch wird der bis 1900 vorhandene Straßenraum wieder spürbar und der Gartenhof erhält eine klare räumliche Fassung. Ein zweiter Freibereich zwischen Rohrhalder Hof und dem neuem Eingangsgebäude steht im Sommer der Cafeteria zur Verfügung. Der Dachkörper der zentralen Halle, eine kleine Erinnerung an den barocken Vorgänger, beherbergt die Plansammlung.

     

    Der Umgang mit der Geschichte wird an vielen Stellen deutlich. So auch bei der Wiederherstellung des historischen Eingangsportals des Palais zur Königstraße, durch das Einsetzen der noch erhalten Originaltüren. Bei der Materialwahl wird weitestgehend auf Kunststoffe verzichtet und Wert auf enge Beziehung von Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit gelegt. Über eine gezielte Materialwahl kann ein wichtiger Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen geleistet werden. Hauptsächlich wurden Backstein, Beton, Holz, Kupfer und Naturstein verwendet. Auch in der vorgehängten Fassade aus Sichtmauerwerk des Neubaus ist durch Beimischen von Altbacksteinen wieder ein Verweis auf den geschichtlichen Kontext des Ortes zu erkennen.

     

    LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten BDA/AI

  • Manifestation von Ruhe

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Mit eleganter Zurückhaltung fügt sich der flache Baukörper des Stockholmer Krematoriums in den ihn umgebenden Wald und verstärkt die atmosphärische Verdichtung des Ortes.

    Das neue Krematorium befindet sich auf welligem Terrain in einem Waldbereich des Skogskyrkogården (Waldfriedhof) in Stockholm, inmitten großer, jahrhundertealter Kiefern. Seine kompakte Backsteinstruktur liegt etwa 150 Meter von der Hauptkapelle entfernt, die im Jahr 1940 von Eric Gunnar Asplund errichtet wurde. Das Motto für dieses Projekt im anonymen internationalen Wettbewerb 2009 lautete: „Ein Stein im Wald“.

     

    Besondere Sorgfalt beim Entwurf des neuen Krematoriums wurde auf die Anordnung der Gebäudeteile und den Charakter der Innenräume verwendet. Dank seiner kompakten Gestaltung gestattet es der Grundriss den Mitarbeitern, den Überblick zu behalten, und erforderte nur begrenzte Eingriffe in den wertvollen Wald. Für die Gebäudestruktur wurde weißer Sichtbeton verwendet, was der Stabilität dient, darüber hinaus aber auch dem Innenraum eine gewisse Zurückhaltung verleiht. Der Beton besteht aus vollständig weißem dänischen Zement mit einer Dolomitgesteins-Mischung. Nach Entfernung der Schalungen wurden die Oberflächen nicht mehr behandelt, daher tragen Wände und Decken subtile, aber dennoch spürbare Spuren des Konstruktionsprozesses.

     

    Im Innenraum kamen zur Verbesserung der Akustik in manchen Bereichen Lochziegel zum Einsatz, die zudem mit ihrer weißen Glasur den Lichteinfall durch die Öffnungen und Schlitze im Dach reflektieren und akzentuieren. Zu den öffentlichen Bereichen des Gebäudes zählt der Zeremoniensaal, in dem Trauerfeiern an Särgen oder Urnen abgehalten werden. Im Gebäudeinneren gibt es ein Atrium unter freiem Himmel, in dem sich die Mitarbeiter während ihrer Pausen aufhalten können, ohne die Trauernden zu stören. Für die Gestaltung von Fassaden und Dach wurden Backsteine gewählt, um den Oberflächen ein feinstrukturiertes Aussehen zu verleihen und eine Beziehung zu den Stämmen der umgebenden Kiefern herzustellen. Trauergäste und Besucher erreichen das Gebäude über einen Weg aus großen Granitplatten, der durch den Kiefernwald führt. Unter dem großzügig dimensionierten Backsteinvordach am öffentlichen Eingang können sich die Trauernden versammeln oder in direkter Nähe zum Naturwald verweilen. Alle Oberflächen des Vordachs bestehen aus unregelmäßig verlegten Backsteinen. Sie finden sich auf den Fassaden, am Boden und in die Decke des Vordachs gegossen. Ergänzt werden die gemauerten Oberflächen durch eine massive tragende Granitsäule.

     

    Johan Celsing Arkitektkontor

  • Schimmernde Schindeln in einer alten Stadt

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Im Herzen einer historischen Stadt mit harmonischen Backsteinhäusern, Innenhöfen und verbindenden Torbögen gelegen, tritt das Sorø Kunstmuseum der Architekten Lundgaard & Tranberg in einen lebendigen und doch respektvollen Dialog mit seiner Umgebung.

    Seine reduzierte geometrische Form, verkleidet mit einem Mauerwerk aus faszinierenden Schindeln, greift die Proportionen und charakteristischen Materialien der Stadt auf. Der Anbau schließt an das bestehende Museum – ein klassizistisches Gebäude von 1834 – an und greift mit seiner Positionierung abseits der Hauptstraße die Tradition gewerblich genutzter Hinterhäuser auf. Er schafft zwei klar definierte Innenhöfe, die mit einem Durchgang miteinander verbunden sind.

     

    Fassade und Dach des Anbaus sind mit Backsteinschindeln verkleidet, deren Farben und Schattierungen sich mit dem Wandel von Wetter, Lichtverhältnissen und Jahreszeiten verändern. Die wechselnden Farbtöne, die von Violett, Rot und Orange bis Braun reichen, laden ein, näher zu kommen und die Wände anzufassen. Oft gehen Besucher, die erstmals in den Innenhof kommen, zunächst direkt an das Gebäude heran, weil sie herausfinden möchten, um welches Material es sich handelt. Seine robuste Oberflächenstruktur und das Fassadenrelief stellen eine Beziehung zu den Mauerwerkstraditionen der Kleinstadt her. Die Schindeln sind überlappend angeordnet, die Kanten und Fensterrahmen in einer Messinglegierung ausgeführt.

  • Die Kirche von Årsta

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Wie sich ein Kirchen-Neubau mit einem Gemeindegebäude aus den Sechziger Jahren zu einem neuen Ganzen verbindet – und das ganz ohne Brüche hinbekommt.

    Die Kirche befindet sich auf einem Hügel oberhalb des zentralen Platzes im Stockholmer Außenbezirk Årsta. Sie wurde an ein bestehendes Gemeindegebäude, das 1968 aus dunklen Backsteinen errichtet wurde, angebaut. Ausgangspunkt für das Projekt war ein Wettbewerb im Jahr 2006. Die Grundfläche der Kirche beträgt lediglich 13 x 13 Meter. Aufgrund ihrer haptischen Eigenschaften und ihres Glanzes kamen für die unteren Wandflächen weiß glasierte Backsteine zum Einsatz. Oben wurden die Wände hingegen mit mehreren Schichten traditioneller Kalkfarbe getüncht.

     

    Johan Celsing Arkitektkontor

  • Filtermauerwerk harmoniert mit preussischem Altbau

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Mit ökonomischen Mitteln den schwierigen Spagat zwischen Denkmalpflege und technischer Notwendigkeit zu lösen ist ein ambitioniertes Ziel. Die Gebäude der ehemaligen Pestalozzi-Schule am Kirchplatz in Wittstock/Dosse stellen im Zusammenspiel mit der St.-Marienkirche ein eindrucksvolles Bauensemble dar.

    Beide Bauwerke werden vor einschneidenden Umbauten bewahrt und soviel Nutzflächen wie möglich für die Anforderungen einer Integrations- Kita erschlossen. Die Bausubstanz der ehemaligen Schule aus den Jahren 1839 und 1894 zeichnet sich durch eine ungewöhnlich geringe Überformung aus. Neben den denkmalpflegerisch hoch einzuschätzenden Backsteinfassaden ist auch innen der Originalzustand der Bausubstanz noch immer klar ablesbar.

     

    Der Ergänzungsbau wird in Anlehnung an die Bestandsgebäude als zweischaliges Backsteingebäude mit großflächigem Filtermauerwerk ausgebildet. Das macht ihn auch in direkter Nachbarschaft zum attraktiven Altbau alles andere als langweilig. Durch das Abrücken des Neubaus vom Bestand ist die Architektur des alten Giebels weiterhin erkennbar. Die „Brückenbauten“ nehmen in ihrer Anbindung an den Bestand weitgehend Rücksicht auf die Fassadengliederung und betonen die Übergänge zwischen den Gebäuden. Es wurde ein Ziegel verwendet, der dem seit Jahrhunderten in Wittstock verwendeten ähnelt, um eine Kontinuität über die Epochen darzustellen.

  • Ein Parkhaus wird Nachts zur Lichtskulptur

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Im Amsterdamer Norden ist ein Geschäfts- und Parkhaus mit aufgesetztem Wohnungsgeschoss entstanden, das durch seine außergewöhnliche Backstein- Fassade alle Blicke auf sich zieht. Wegen ihrer abwechslungsreichen Technik und Farbgebung wirkt die Fassade warm und einladend.

    Weil die Steine in zwei verschiedenen Tiefen verlegt wurden, entsteht zudem eine lebendige Struktur, ein Gesamtrelief. Die Steine wurden so angeordnet, dass gekippte Rechtecke als Rahmen funktionieren. Das eigentliche Aha- Erlebnis stellt sich aber erst mit der Dunkelheit ein:

     

    Die Parkplatzbeleuchtung wird von der Backstein- Fassade reflektiert und strahlt warmes, indirektes Licht ab. Jedes Steinmosaik kann separat wie ein „Pixel“ mit Strahlern beleuchtet werden. Es entsteht eine dynamische Lichtskulptur. In der Nacht wird das Parkhaus so zu einer überdimensionalen, magischen Laterne. Zu einem riesigen Leuchtfeuer.

  • Beige geschlämmte Architekturskulptur

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Hart gebrannte Ziegel, Lochmauerwerk, Lichtfugen, eine beige geschlemmte Klinkerhaut, die sich im Innenraum fortsetzt: Das Niederrheinische Freilichtmuseum wirkt – das ist nicht übertrieben – wie eine architektonische Skulptur

    Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Auf der anderen Seite fügt es sich überaus harmonisch, ja, zurückhaltend in seine Umgebung ein. Der eingeschossige Bau dient als Eingangs- und Pädagogikgebäude für das Freilichtmuseum. Wie große Bilder an den Wänden eröffnen sich dem Besucher in Form von bewußt gesetzten großzügigen Öffnungen Ausblicke auf das Museumsgelände: die moderne Architektur des Eingangsgebäudes als Rahmen für die historischen Hofanlagen des Niederrheins. Ein gelungener Auftakt für das Museum.

  • Expressive Verbeugung vor dem „Roten Hamburg“

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Das ökumenische Forum ist Sakralbau, Wohn- und Geschäftshaus. Neben den öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss mit Kapelle, Café und Veranstaltungsraum beinhalten die Obergeschosse Büros und Wohnungen. Die drei skulpturalen Prägungen des Gebäudes betonen die religiösen Schwerpunkte Kapelle und Stadtkloster.

    Straßenseitig bilden sich der Eingang zu Kapelle und Stadtkloster durch konkave Formen in der Fassade ab. Sie sind mit den klassischen Merkmalen christlicher Kirchen, Kreuz und Glocke, besetzt. Hofseitig bildet sich die Apsis der Kapelle konvex ab. In der Tradition von hamburgischen Architekturen wie Fritz- Högers Chile-Haus wird eine zeitgemäße, expressive Großform durch den Versatz einzelner Klinker erreicht. Entsprechend dem Leitbild des „roten Hamburgs“ wird roter Backstein eingesetzt. Die Prägungen in der Fassade schaffen ein Schattenspiel, das sich im Zyklus der Tages- und Jahreszeit verändert.

  • Monolith mit hochwertiger Backstein-Fassade

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Beim Technikum der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wurden zwei bestehende Lagergebäude auf dem Eckgrundstück zurückgebaut und durch das neue Technikum-Gebäude ersetzt. Der kubische Baukörper präzisiert die Erschließungsachse auf dem historischen Campus.

    Eine skulptural behandelte Ziegelfassade stärkt das backsteinerne Erscheinungsbild. Dabei lehnt sich der sandfarben-gescheckte Farbton der Ziegel an die gelb geklinkerten Bestandsfassaden an. Die Fassade erhält als Relief eine Kassettierung in einem gleichmäßigen Raster, die die gesamte Fassade überzieht. Tiefe Laibungen betonen den Eindruck eines massiven Mauerwerksbaus. Die offene Aufstellfläche auf dem Gebäudedach wird ebenfalls von der hochwertigen Ziegelfassade umfasst, sodass auch hier der monolithische Charakter des Hauses gewahrt bleibt.

  • Eckpunkte geschaffen

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Beim Technikum der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wurden zwei bestehende Lagergebäude auf dem Eckgrundstück zurückgebaut und durch das neue Technikum-Gebäude ersetzt. Der kubische Baukörper präzisiert die Erschließungsachse auf dem historischen Campus.

    Das Gebäude bildet klare Raumkanten und nimmt mit seinem gestaffelten Volumen Rücksicht auf die kleinteilig gestaltete zwei- bis dreigeschossige Umgebungsbebauung. Nach klassischem Vorbild wird das Bauwerk an der Straßenecke überhöht. Das gewählte Fassadenmaterial orientiert sich an der Umgebungsbebauung. Die Straßenfassaden greifen den Klinker und die Sichtbetonelemente der benachbarten Straßeneckbebauung auf. Die Sporthalle wird in dem von Wohn- und Einzelhandelsnutzung geprägten innerstädtischen Bereich auf den ersten Blick nicht als solche wahrgenommen. Als Außenhaut wurde eine dunkle Backsteinfassade verwendet. Die Wirkung des Gebäudes mit seinem Eck-Kubus auf den städtischen Außenraum ist beachtlich.

     

    Die Erschließung erfolgt sowohl aus städtebaulichen als auch aus funktionalen Gründen über die Gebäudeecke. Der verglaste Eingangsbereich bildet zur Antonistraße hin ein „Schaufenster“;. Entlang dieses Schaufensters bietet eine durchgehende Sitzbank Gelegenheit vor und nach dem Sport zu verweilen. Die vorgegebenen Grundstücksgrenzen erzeugen im Eingangsbereich eine perspektivische Verzerrung, die zusätzlich durch eine Rampe verstärkt wird. An dessen Ende weist eine belichtete Treppenhauswand zu den Umkleiden. Der Erschließungsgang im 1.OG stellt den Sichtkontakt zu den Sporthallen her und dient bei Bedarf als Zuschauerebene. Die tangierenden Umkleiden sowie Dusch- und Waschräume werden allesamt natürlich belichtet. Über eine zweite Treppe, dem Turnschuhbereich, gelangen die Sportler in die teilbare Sporthalle.

  • Behutsam modern im historischen Umfeld

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Beim Technikum der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wurden zwei bestehende Lagergebäude auf dem Eckgrundstück zurückgebaut und durch das neue Technikum-Gebäude ersetzt. Der kubische Baukörper präzisiert die Erschließungsachse auf dem historischen Campus.

    Der dreigeschossige Baukörper nimmt die Flucht der bestehenden Bebauung an der Collegienstraße auf und orientiert sich an den Höhen von Melanchthonhaus und benachbartem Torgebäude. Gartenseitig verspringt der Baukörper, um so zwischen den unterschiedlichen Tiefen des Toranbaus des Melanchthonhauses und des Vordergebäudes zu vermitteln. Die Fassaden des Erweiterungsbaus wurden in grauem Klinkermauerwerk ausgeführt. Rücksprünge für Eingangsbereich und Schrägdach sowie Fensterformate unterstützen die plastische Wirkung des Baukörpers, der auf die traditionelle Schichtung Sockel-Gebäude- Dach verzichtet und stattdessen monolithisch wahrgenommen wird. Der Treppenraum im Neubau nimmt Bezug auf die Treppen im Melanchthonhaus und schafft eine durchgehende Wegeführung über beide Gebäude. Die den Ausstellungsräumen nach Süden vorgelagerten Nischenbereiche schaffen für den Besucher Sichtbezug zu Melanchthonhaus, Melanchthongarten und Elb-Landschaft.

  • Geglückte Wiederbelebung der Ortsmitte

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Wie retten wir unsere sterbende Ortsmitte? Diese Frage stellte sich der Gemeinderat von Wettstetten, als er den Wettbewerb um die Neugestaltung des verwaisten Ortszentrums ausschrieb. Mehrere Grundstücke mit leer stehenden Gebäuden wurden erworben, das bestehende Rathaus abgebrochen. Errichtet werden sollte stattdessen ein hochwertiges Bauensemble, möglichst mit einer den Ortskern wiederbelebenden Funktion.

    Es entstanden drei frei stehende Baukörper, die sich in Formensprache, Kubatur und Materialität – geschlämmtes Ziegelmauerwerk an der Fassade – an der historisch entwickelten Bauweise der Altmühl-Region orientieren. Das Häuser-Trio erzeugt eine ländliche Wirkung und lokale Verwurzelung in der Ortsmitte. Oder wie man heute so schön sagt: Es stiftet regionale Identität. Um zwei Plätze gruppiert, ermöglichen die neuen Gebäude Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Funktionen – Rathaus, Bürgersaal und Altentagespflege/ Kindertagesstätte – und nehmen dabei bereits bestehende Fluchten und Proportionen auf.

     

    Der gewachsene Ortsgrundriss wurde so souverän fortgeschrieben. Dabei wurde nicht nur die Verwaltung in einem neuen Gebäude untergebracht, sondern auch eine Altentagespflege mit Garten und eine Kindertagesstätte. Jung und Alt mitten im Ort unter einem Dach – das schafft Leben in der ehedem verödeten Mitte. Gleiches gilt für den Bürgersaal, der im dritten Gebäude des Ensembles untergebracht ist. Und zwischen den drei Häusern kann der öffentliche Raum von den Wettstettenern zurückerobert werden.

  • Wo Alt und Neu subtil zueinander finden

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Der am Duisburger Innenhafen gelegene verklinkerte Stahlbeton-Getreidespeicher der RWSG-Speicher entstand im Jahre 1936. Die Architekten hatten die Idee, einen „Speicher im Speicher“ zu bauen und den Neubau als Turmbauwerk in das bestehende Speichergebäude zu integrieren.

    Das neue Landesarchiv NRW zeigt sich zur Autobahn A 40 und zum Innenhafen Duisburg als markante ziegelrote Baufigur. Der neue Speicherturm setzt sich mit feiner Ornamentierung von der alten Klinkerstruktur ab. Grundlegendes Gestaltungselement ist eine massive Außenhaut aus Backstein, die dem Archivturm eine skulpturale Optik gibt. Das Denkmal bleibt in seiner historischen Struktur und Funktion ablesbar. Durch Vor- und Rücksprünge im Mauerwerk entsteht ein fein gegliedertes Ornament. Die Farbigkeit und Textur der neuen Ziegel greift die ursprüngliche Oberfläche der Bestandsziegel auf, die durch ihre Patina Zeugnis der Industriegeschichte Duisburgs sind. Subtil differenzieren sich so neue und alte Bauteile.

  • Studieren hinter gefalteten Fassaden

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Das neue Saw See Hock Student Centre in London liegt in der Strand Conservation Area. Das Umfeld ist dicht bebaut und historisch gewachsen. Hier sollte ein Bauwerk in zeitgenössischem Design entstehen, allerdings in handwerklicher Tradition.

    Weil London eine Stadt des Backsteins ist, bot sich dieses Material an. Die facettierte Fassade bezeugt Respekt vor der Umgebung und berücksichtigt die Sichtachsen der umliegenden Straßen. Die Backstein-Haut faltet sich mehrfach und schafft so auch Raum für die gläsernen Gebäudeteile. Das Gebäude reflektiert den dynamischen Charakter eines modernen Studien-Zentrums. Räume fließen frei durch verschiedene Gebäudeteile, Treppen verbinden die Gemeinschaftsräume. Das Gebäude ist mit Backstein gemauert, allerdings ist jeder Stein versetzt gegenüber dem nächsten in einem offenen Muster. Im Inneren bewirkt diese Methode ein gedämmtes Licht, das zu manchen Tageszeiten glüht wie eine Rasterlaterne.

  • Symbol für den Aufbruch

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Der neue Bibliotheksbau in Helmond fügt sich nahtlos in die Stadtstruktur ein – und ist zugleich Wegweiser für geplante Erweiterungen und Veränderungen im Stadtgefüge.

    Wie die meisten niederländischen Städte ist auch Helmond damit beschäftigt, sich neu zu erfinden. Die neue Stadtbücherei ist der erste Bestandteil einer neuen und umfassenden innerstädtischen Einkaufszone (Masterplan: Prof. Joan Busquets). Direkt neben der neuen Bücherei befinden sich die Baumhäuser und das Theater von Piet Blom aus den 70er-Jahren.

     

    Zu dieser Seite ist die Fassade der neuen Bücherei im Dialog mit ihren dramatischen Nachbarn geformt und abgeschrägt. Ein Zwischen-Raum, ein innenliegender Café-Hof, eine komfortable und dramatische Erweiterung des bestehenden, umschlossenen Theaterplatzes ist das Resultat dieser räumlichen Symbiose. Die äußere, zur Straße zeigende Fassade ist das repräsentative Gesicht und der einladende Eingang zur neuen Bücherei. Auskragungen in den oberen Etagen („Ohren“) mit dem großformatigen Schriftzug „Bibliotheek“ stellen die Endpunkte dar.


    BOLLES+WILSON

  • Keine Eins-zu-eins-Beziehung

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die St.-Lukas-Kunstschule in Brüssel soll vor allem eines sein: flexibel in der Nutzung. Deshalb stapelt sie verschieden Funktionsräume übereinander.

    Designstrategie, Raum- und Erziehungskonzepte. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Künsten verwischen immer mehr. Wie in allen Bereichen unserer sich entwickelnden Gesellschaft herrschen auch bei der Diskussion über Kunst und Kunsterziehung Überschneidungen und Komplexität vor. Die Tage, in denen Architektur auf einer Eins-zueins- Beziehung zwischen Programm und Funktion basierte, gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Ein nachhaltiges Gebäude ist inzwischen per Definition zu einer Struktur geworden, die Programmänderungen im Lauf der Zeit problemlos bewältigt. Das entscheidende Schlagwort in diesem Zusammenhang heißt „Flexibilität“.

     

    Das Konzept für die Kunstschule basiert daher auf einem „Mosaik“ an Aktivitäten und nicht mehr auf einem Nebeneinander verschiedener Fachbereiche, die sich jeweils ihrer eigenen Spezialdisziplin widmen. In diesem Modell verfechten wir die informelle Kommunikation und gegenseitige Inspiration zwischen Studenten und Dozenten der verschiedenen Fachbereiche. Denn schließlich entsteht interessante Kunst ja gerade im Grenzbereich zwischen den Disziplinen. Neben dem wichtigen inhaltlichen Aspekt verbessert diese Art der Ausbildung auch die Atmosphäre an der Hochschule und bringt zudem finanzielle Vorteile, da die Räume optimal ausgenutzt werden, wenn sie wann immer möglich gemeinsam verwendet werden. Die räumliche Umsetzung dieses Konzepts beruht auf der Schaffung dreier Arten unspezifischer Räume: Werkstätten, Unterrichtsräume und Büros. Jede dieser Funktionen erfordert ihre eigene Struktur, räumliche Trennung und Architektur.

     

    An diesem Standort erscheint es als geeignete Lösung, die drei Arten von Räumen übereinander anzuordnen: Unterrichtsräume unten, Werkstätten oben und die Büros dazwischen. Das System wird auf das ganze Gebäude angewendet.

  • Von wegen „Alte Schule“

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Ein Gymnasium und Jugendhaus im Frankfurter Norden geben sich funktional, zugleich aber auch innovativ und nachhaltig.

    Das neue Stadtquartier Frankfurt-Riedberg ist eine wichtige Stadterweiterung im Frankfurter Norden. Neben einem neuen Universitäts-Campus entsteht ein lebendiges Stadtquartier für etwa 15.000 Einwohner. Ein wichtiger Baustein für die öffentliche Infrastruktur ist der Neubau des Gymnasiums mit Jugendhaus und Sporthalle für 1.350 Schüler. Die Stadt Frankfurt wünschte sich eine Schule mit innovativem Charakter. Mit der Typologie der Cluster- Schule wurden die räumlichen Voraussetzungen für ein Schulkonzept mit Ganztagesnutzung realisiert. Jede Altersstufe erhält ein eigenes Schulhaus mit Atrium als räumliche Mitte. Städtebaulich wurde die Schule eng mit der neuen Stadtstruktur Riedbergs verknüpft. Die Außenräume erhalten dieselbe Bedeutung wie die Baukörper der Schule, des Jugendhauses und der Sporthalle. Dadurch entstehen klar definierte Außenräume und eine Schulstruktur mit einer kleinteiligen Körnung: eine schachbrettartig wechselnde Struktur aus grünen Freibereichen und Gebäudeteilen. Die Architektursprache gibt sich bewusst zurückhaltend und bedient sich weniger Materialien: Weiß engobierte Ziegel und Weißbeton-Fertigteile prägen die Außenbereiche an Fassaden und Bodenflächen.

     

    Die pergolaartig aufgelöste Südfassade bildet eine filigrane Membran zwischen Schule und Stadt. Im Inneren schafft ein Materialtrio aus Beton, Ziegel und Holz eine robuste Haptik. Die verwendeten Materialien weisen eine lange Lebensdauer auf, ziehen einen geringen Renovierungsaufwand nach sich und bilden damit die Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Bauweise. Das Gebäude wurde als Passivhaus konzipiert und energetisch optimiert. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh/m2, der Primärenergiekennwert unter 120 kWh/m2a. Der mittlere Transmissionswärmeverlust liegt bei ca.0,24 W/m2K. Zur Erreichung des geringen Wärmebedarfs wird die Gebäudehülle wärmebrückenfrei und mit erhöhter Dichtigkeit geplant und realisiert. Die Gebäudehüllflächen erhalten mindestens 280 mm starke Wärmedämmschichten.

     

    Ackermann+Raff

  • Akzentuierung der Struktur

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die lebendig gestaltete Backsteinfassade eines Münchner Uni-Gebäudes vermittelt zwischen dem Bestand und verleiht seinem architektonischen Kontext neue Qualität – optisch und energetisch.

    Das 1963 nach Plänen von Franz Hart erbaute Institutsgebäude war hinsichtlich aktueller Energie- und Brandschutzstandards stark sanierungsbedürftig geworden. Hild und K Architekten entwickelten für den Stahlbetonbau mit Fertigteilfassade eine neue Außenhaut, die Bezüge aufnimmt sowohl zur umgebenden Bebauung des TU-Stammgeländes als auch zum Bestandsbau selbst. Das Haus war aus unterschiedlichen, geschossweise „übereinander gestapelten“ Stahlbetonrahmenkonstruktionen errichtet worden. Dadurch ergaben sich unterschiedliche Baulinien zwischen der ebenerdig gelegenen Halle und den darüber gelegenen Stockwerken. Der Entwurf von Andreas Hild und Dionys Ottl integriert diese Eigenart des Vorgängerbaus und entwickelt sie weiter. Die Fassade gliedert sich nun in Brüstungen und Pfeiler, welche die Flucht der vorhandenen Stützen aufnehmen. Ab dem zweiten Obergeschoss schwingen sie in die Ebene der Brüstungen zurück und reagieren so auf die bestehende Stahlbetonkonstruktion. Die maximale Auslenkung der Pfeiler wird in der Höhe leicht variiert. So entsteht im bodennahen Bereich ein starkes Relief, das sich nach oben glättet. Komplett fassadenbündig eingebaut integrieren sich die Fenster optimal in das Wechselspiel von Vorsprung und Fläche. Größe und Achsen bleiben gegenüber dem Vorgängerbau unverändert. Ein tintangrauer Vormauerklinker vermittelt zwischen den Sichtziegeln der Fünfziger- und Sechziger-Jahre-Gebäude auf dem Nordgelände und den Aluminiumfassaden der technischen Neubauten auf dem Südgelände der TU.

     

    Zugleich dient sich seine metallisch schimmernde Oberfläche ideal dem durch die Ausbuchtungen der Fassade differenzierten Lichteinfall an. Insgesamt entsteht so ein lebhaftes, nuancenreiches Farbspiel. Daneben garantiert die vorgehängte Ziegelhülle mit Luftschicht und Dämmung einen hohen, den aktuellen Anforderungen an einen Neubau entsprechenden Wärmedämmstandard. Im Inneren des Gebäudes wurde der sanierungsbedürftige Bestand bis auf das prägnante Stahlbetonskelett rückgebaut, die vorgefundene Gebäudestruktur optisch herausgearbeitet. Die hellen Gelbtöne der Flure, Seminar- und Büroräume nehmen Farben der umgebenden historischen Gebäude auf und schlagen somit einmal mehr eine Brücke zum architektonischen Kontext des Geländes. Großformatige Fenster unterstreichen die Bezüge von Außen- und Innenraum und sichern die optimale Tageslichtversorgung der Arbeitsplätze. Für ein behagliches Raumklima in den Büroräumen sorgt natürliche, vom Nutzer selbst zu regulierende Fensterlüftung sowie ein integrierter Sonnen- und Blendschutz. Hörsäle, Labore und Besprechungsräume erhalten eine Klimatisierung mit Wärmerückgewinnung. Zudem bezieht ein neu geschaffener Fernwärme-Anschluss das energetisch optimierte Gebäude in die Belange erneuerbarer Energien mit ein und trägt so zusätzlich zur CO2-Einsparung bei. In einem zweiten Bauabschnitt wurde in den vergangenen Jahren ein weiterer Gebäudeteil entsprechend saniert. Der im Bestand zurückgesetzte Haupteingang wurde dabei an den Straßenraum gelegt. Er mündet nun in einen gebäudehohen Luftraum, der durch farbige, aus dem Bestand übernommene Kunstfenster eindrucksvoll inszeniert wird.

     

    Hild und K Architekten

  • Massive Wände erzählen Geschichten

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Das Kantana Film and Animation Institute in Thailand besitzt sage und schreibe acht Meter hohe Backsteinwände. Über 600.000 Backsteine aus der Region wurden verbaut.

    Das dicke Mauerwerk ist durchsetzt mit senkrechten Öffnungen in unregelmäßigen Abständen. Die Backstein-Haut schützt vor der Hitze und kühlt die Räume. Das Institut ist unterteilt in fünf Bereiche, alle verbunden mit einem Netzwerk von Fluren, die von wellenförmigen Backsteinwänden begrenzt sind. Der Architekt erzählt mit dem Gebäude übrigens mehrere spannende Geschichten: von den letzten Backstein-Brennern, von einfachen Arbeitern und tüchtigen Handwerkern. Mithin von Überlebenskämpfen, die viele Architekten kaum noch interessieren.

  • Büchereimodernisierung als soziales Projekt

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die Old Market Library in Bangkok wurde in ein 100 Jahre altes Marktgebäude hineingebaut. Die Bücherei grenzt rückwärtig an einen kleinen Kanal.

    Dach und Backsteinwände waren vor dem Umbau in schlechtem Zustand. Eine Herausforderung war die jährliche Überschwemmung in der Regenzeit. Deshalb wurden bestimmte Aufenthaltsbereiche, etwa ein Loft-Bereich, über das maximale Flut-Level gesetzt. Damit wurde die Bücherei auf während der Regenzeit nutzbar. Von Anfang an bezog das Architektenteam die lokale Bevölkerung mit ein. Das Projekt diente damit nicht nur der Erneuerung der Bücherei, es diente ebenso der Stärkung der Nachbarschaft.

  • Beschwingte Gewölbearchitektur im Naturparadies

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Das Mapungubwe Interpretation Centre erzählt die Geschichte einer Kulturlandschaft, die heute zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt. Das Zentrum liegt am Zusammenfluss der Flüsse Limpopo und Shashe in Südafrika.

    Beim Bau besann man sich auf die mediterrane Tradition eines Fliesengewölbes; dünne Backsteine erschaffen den Eindruck eines leichten und dauerhaften Bauwerks. Stabilisierende Erdziegel aus der lokalen Produktion ersetzen die energieintensiveren gebrannten Ziegel. Die beschwingte Formensprache des Gebäudes kontrastiert mit dem Zick-Zack-Kurs der Wege ringsum. Der erste Blick des Besuchers fällt auf das Hauptgewölbe, das sich vom Boden emporschwingt und von robusten Strebepfeilern gestützt wird. Das Bauwerk wird eingefasst von terrassenförmig angelegten Sitzen, die das bogenförmige Gebäude einfassen. Das Gebäude hat eine Botschaft: Es ist eng verbunden mit den Menschen, die mitgeholfen haben, es zu bauen. Die gelernt haben, Erdziegel herzustellen und damit etwas Bleibendes zu schaffen.

  • Heimische Traditionen standen Pate

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Ein gründliches Studium der für Burundi typischen Architektur war Grundlage für die Gestaltung der Bücherei von Muyinga. Das beinhaltete die Verwendung lokaler Baustoffe sowie die Berücksichtigung heimischer Architekturtraditionen und Konstruktionstechniken.

    Die Bücherei besitzt einen langgezogenen, außen liegenden Flur – typisch für viele Häuser in Burundi. Der einer Veranda ähnelnde Flur schützt vor heftigem Regen und starker Sonneneinstrahlung. Das Leben spielt sich hauptsächlich auf diesen Fluren ab – sie sind soziale Orte. Der Flur wurde bewusst überdimensioniert, transparente Türen zwischen den Säulen schaffen einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen. Komplett geöffnet, ermöglichen sie einen atemberaubenden Blick auf die Hügellandschaft der Umgebung. Die Bücherei wurde errichtet mit Tonziegel-Mauerwerk und in der Nähe gebackenen Lehm-Dachziegeln. Auffällige Merkmale sind eine regelmäßige Anordnung der tragenden Säulen, hohe Räume sowie ein doppeltes Satteldach.

  • Science Center Heilbronn

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die Stadt Heilbronn ließ einen Speicher aus dem Jahre 1936 zum Science Center umbauen – und um einen schlanken Neubau ergänzen. Der Anbau erhielt die gleiche „Haut“ wie der Altbau: Backstein.

    Das Science Center steht in exponierter Lage auf einer Neckarinsel und wirkt dadurch noch stärker als Solitär im Stadtraum. Das Hauptgebäude, auch „Hagenbucher“ genannt, ist über einen verglasten Fugenraum, in dem sich auch das Foyer befindet, mit dem Neubau verbunden. Eine grüne Wand aus Aluminiumplatten am Anbau macht zudem die versetzte Anordnung beider Gebäude noch klarer erkennbar – ein artifizieller Kontrast zum braun-roten Backstein.

     

    studio inges

  • Ludwig-Hoffmann-Grundschule

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Die Grundschule in Berlin-Friedrichshain verbindet durch eine Ornamentgrafik in der Backstein- Fassade hauptstädtische Bautradition mit kindlicher Bildwelt.

    Der Entwurf sucht bewusst eine Nähe zur Architektursprache des Hauptgebäudes. Die Qualitäten des Hauptbaus werden aufgenommen und mit dem Einsatz einer strukturierten Klinkerfassade nach außen getragen. Die Fassade interpretiert quasi die Vorgaben des Ludwig-Hoffmann-Baus mit seinen Schmuckfeldern neu. Der sommerliche Wärmeschutz wird durch Überstände des Obergeschosses nach Süden berücksichtigt. Die Qualifizierung der Klassen- und Betreuungsräume folgt den Vorgaben des Senats. Eine Kopplung beider Raumeinheiten ist in allen Klassenstufen möglich.

     

    AFF Architekten

  • Michael-Ende-Schule

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Weil die Michael-Ende-Schule eine neue Turnhalle brauchte, baute die Stadt Frankfurt ein Backsteinquadrat. Naturbrandklinker machen es zu einem markanten Solitär, der sich jedoch gut einfügt.

    Dass der im Passivhausstandard errichtete Neubau trotz der sieben Meter hohen Turnhalle alles andere als wuchtig wirkt, liegt am Trick der Architekten, den Neubau zur Hälfte unter das Geländeniveau zu legen. Fachräume und ein Mehrzweckraum sind auf der Turnhallendecke angeordnet. Lichthöfe im OG beleuchten die Unterrichtsräume und machen das Gebäude abwechslungsreich. Die raue Backstein-Optik harmoniert bestens mit den Holz- und Glaselementen.

     

    Scholl Architekten

  • Josefine Kramer Haus

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Kraft- und respektvoll: Das Josefine-Kramer-Haus in Tettnang schafft scheinbar mühelos den Spagat zwischen imposanter Materialität und behutsamer Eingliederung in die gewachsene Umgebung.

    In Reminiszenz an den benachbarten ehemaligen Bahnhof wurde das als Kindergarten, Stadtteilund Gemeindezentrum konzipierte Gebäude aus hellrotem Klinker errichtet. Die Backstein-Mauern der Hauptfassade entwickeln sich in die eingeschossigen Loggien und Nischen hinein, die verglasten Flächen treten zurück und lassen dem gemauerten Backstein den Vortritt. Die sanfte Satteldachkonstruktion lässt sich ebenfalls als Verbeugung vor der unmittelbaren Nachbarschaft verstehen.

     

    Bächle Meid

  • De Ark

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Der Pavillon im belgischen Alken liegt inmitten eines Parks. Mit seiner Backstein-Haut und seinen zurückhaltenden Formen erweist er der umgebenden Natur seine Reverenz.

    Die Aufgabe für die Architekten bestand darin, ein Gebäude für die Nachmittagsbetreuung von zehn Kindern und Jugendlichen zu bauen, die ohne festen Wohnsitz sind und eine spezielle pädagogische Betreuung benötigen. Gefordert war zudem, eine Verbindung zu den bereits existierenden Gebäuden (Terrassenhäuser) und eine Passage zu einem städtischen Park zu schaffen. Die Architekten schufen einen Backstein-Pavillon, eingebettet in viel Grün. So wirkt das Bauwerk, das von Bäumen umgeben ist, nie zu dominant, sondern nimmt sich inmitten der Natur zurück.

     

    Lens°Ass Architecten

  • Hochwasserrückhaltebecken

    Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

    Der Pavillon im belgischen Alken liegt inmitten eines Parks. Mit seiner Backstein-Haut und seinen zurückhaltenden Formen erweist er der umgebenden Natur seine Reverenz.

    Das dreigeschossige Backstein-Bauwerk, dessen rote Ziegelfassade typisch für das Ruhrgebiet ist, dient als Anlauf- und Informationspunkt für Besucher. Die vorgelagerte, ebenfalls mit Backstein gemauerte Terrasse bildet einen Aufenthaltspunkt in der Weite des Raumes. Auf dem Dach des Betriebsgebäudes befindet sich eine Aussichtsterrasse. Sie ist über eine offene Stahltreppe zu erreichen und ermöglicht einen Panoramablick über die renaturierte Landschaft.

    ARGE B. A. S. Kopperschmidt + Moczala

  • Die besten öffentlichen Bauten aus Backstein

    Das Backstein-Magazin

    BONN. Die 14. Ausgabe des Backstein-Magazins VORTEILE widmet sich dem Thema „Öffentliche Bauten“ und präsentiert eine Auswahl der besten Einreichungen beim Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur. VORTEILE 01/17 ist am 1. März 2017 erschienen und kostenlos über die Initiative Bauen mit Backstein erhältlich.

    Kann Backstein-Architektur erotisch sein? Und wenn ja, wie drückt sich das aus? Diese Fragen und noch viele mehr beantwortet der Grand Prix-Gewinner des Fritz-Höger-Preises 2014 für Backstein-Architektur, Rudolf Finsterwalder, im VORteile-Interview mit dem stellvertretenden Bauwelt-Chefredakteur Gaye Geipel. In Finsterwalders Sieger-Objekt, den Siza-Pavillon, den er zusammen mit Alvaro Siza auf dem Museums-Areal Insel Hombroich realisierte, verguckte sich die Jury des Fritz-Höger-Preises 2014 jedenfalls auf den ersten Blick. In der aktuellen VORteile-Ausgabe erklärt Finsterwalder weiterhin, warum Backstein-Architektur gerade schwer angesagt ist und welches enorme Potenzial dieser Baustoff bietet.

     

    Natürlich ist auch die derzeit laufende Auslobung des Fritz-Höger-Preises 2017 für Backstein-Architektur im Backstein-Magazin ein Thema.

     

    Architekten und Planer erfahren, wie sie sich mit ihren Projekten bewerben können. Eine Kirche, deren kühn geschwungene Dachausbildung an Wellen, Dünen und Meer denken lässt, ein ebenso schwungvoller Verwaltungsbau, der seine barocke Umgebung wertschätzt und ein Krematorium, das inmitten eines alten Kiefernwaldes den Ort geradezu magisch verdichtet – all diesen Objekten gemeinsam ist der Anspruch ihrer Architekten, öffentliche Gebäude von ebenso hoher wie langfristiger Qualität zu schaffen. Und sie nutzten dafür den Baustoff Backstein.

     

    Die neue VORTEILE-Ausgabe stellt diese öffentlichen Bauten – und viele weitere – näher vor. Königs Architekten haben in Schillig nicht nur eine „Kirche am Meer“ gebaut, sondern mit ihrer ganz und gar ungewöhnlichen Ästhetik und Form eindrucksvoll Bezug genommen auf die unmittelbare Nähe zur Nordsee. LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei wiederum schaffen es, ihr Bischöfliches Ordinariat in Rottenburg trotz moderner Formensprache mit der barocken Umgebung verschmelzen zu lassen. Und Johan Celsing Arkitektkontor fügen ihren Krematoriums-Neubau respektvoll in einen Waldfriedhof ein.

     

    Das Magazin präsentiert zudem weitere Gewinner-Projekte und nominierte Objekte der Kategorie „Öffentliche Bauten“ von kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten, Lundgaard & Tranberg Arkitekter, Heren 5 Architecten, Köppen Rumetsch, Wandel Lorch Architekten, Anding Architekten, Dietzsch & Weber Architekten, Bembé Dellinger, O & O Baukunst, O’Donnell + Tuomey, BOLLES + WILSON, POLO Architects, Ackermann + Raff , Hild und K Architekten und einigen mehr. Auch hochinteressante öffentliche Backsteinbauten in Asien und Afrika werden vorgestellt.

  • Ein Preis für den Architektur-Nachwuchs

    News

    Vor drei Jahren feierte der Newcomer-Award seine erfolgreiche Premiere, jetzt wird er erneut vergeben: Beim von der Initiative Bauen mit Backstein ausgelobten Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur gibt es wiederum eine Auszeichnung in der Kategorie „Nachwuchs/Newcomer“. Sie richtet sich an Studenten, Absolventen und Nachwuchsarchitekten, deren Hochschulabschluss nicht länger als vier Jahre zurückliegt.

    Der große Wurf oder ein geniales Detail, das den gesamten Bau aufwertet – gesucht werden zeitgemäße oder auch zeitlose Objekte, bei denen das große Potenzial des traditionellen Baustoffs Backstein optimal genutzt wurde. Am Wettbewerb zugelassen sind aber nicht nur realisierte Projekte, sondern auch Projektideen. Entscheidend bei der Darstellung einer Projektidee ist die Rolle des Backsteins im Gesamtkontext des Projekts und ebenso die Auseinandersetzung mit dem Material selbst.

     

    „Mit der Auslobung des Newcomer-Awards möchten wir der neuesten Generation von Architekten auch in diesem Jahr ein Forum bieten, ihre Projekte und Ideen rund um das Thema Backstein-Architektur zu präsentieren. Dass es genügend spannende Newcomer-Projekte gibt, haben wir 2014 bei der erstmaligen Auslobung des Awards festgestellt. Gerade vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit des Baustoffs und der gestalterischen Möglichkeiten, die er bietet, sind wir erneut sehr gespannt auf viele kreative und innovative Beiträge“, sagt Ernst Buchow, 1. Vorsitzender der Initiative Bauen mit Backstein.

     

    Der Newcomer Award wird unterstützt von Baumeister und dem BDA. Noch bis zum 15. Mai 2017 können Beiträge direkt online eingereicht werden. Alle zur Teilnahme notwendigen Informationen finden sich auf der Website zum Wettbewerb:

    http://www.backstein.com/architekturpreis

  • Bauen & Wohnen 2017 in Münster

    News

    MÜNSTER. Im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland findet vom 24. bis 26. März die alljährliche „Bauen & Wohnen“ statt. 260 ausstellende Firmen unterschiedlichster Branchen rund um die Themen Bauen & Wohnen präsentieren sich den knapp 25.000 erwarteten Besuchern auf 20.000 qm Ausstellungsfläche.

    Technik, Möbel, Innenausbau, Hausbau und viele weitere spannende Themen – von Freitag bis Sonntag, von 10 bis 18 Uhr bietet die MCC Halle Münsterland allen Interessierten ein abwechslungsreiches Programm. Neben der Möglichkeit, Fachvorträge zu besuchen, Inspirationen fürs Eigenheim zu sammeln oder einfach nur entspannt zu schlendern, bietet die „Bauen & Wohnen“ kompetente und professionelle Beratung aus erster Hand.

     

    Unser Mitglied, die Hagemeister GmbH & Co. KG, finden Sie am Stand N. 403 in der Halle Nord. Das Team freut sich auf Ihren Besuch!

     

    Bauen & Wohnen 2017

    Datum: 24.-26.03.2017

    Öffnungszeiten: Fr.-So. von 10:00 bis 18:00 Uhr

    Ort: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland, Albersloher Weg 32, 48155 Münster

     

    Das komplette Ausstellerverzeichnis sowie alle Informationen zum Messegeschehen zur 21. Bauen & Wohnen finden Sie unter:

  • Eine Gegenüberstellung

    Buchvorstellungen

    Öffentliche Plätze im Wandel der letzten Jahrzehnte – ein spannendes Thema für jeden. Sie sind Lebensraum unserer Gesellschaft, Knotenpunkt im Stadtnetz, Ausdruck unserer Kultur und prägen zugleich unser tägliches Leben.

    Das Buch "Plätze in Deutschland – 1950 und heute" zeigt exemplarisch, wie sich deutsche Innenstädte von 1950 bis heute verändert haben – oft nicht zu ihrem Vorteil. Autor ist Prof. Christoph Mäckler, Vorsitzender der Fritz-Höger-Preis-Jury 2011. Das Werk stellt Fotografien aus den 1950er Jahren aktuellen Aufnahmen vom gleichen Standort gegenüber, um auf die Fehlplanungen und Versäumnisse in der Gestaltung des Stadtraums aufmerksam zu machen. Die begleitende Ausstellung des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst zu Prof. Mäcklers Buch ist seit geraumer Zeit in verschiedenen deutschen Städten zu sehen.

     

    In den 1950er bis 1970er Jahren jedoch sorgte das Leitbild der „verkehrsgerechten Stadt“ für massive Eingriffe in die Struktur vieler deutscher Plätze. Stadtautobahnen, breite Straßendurchbrüche, sowie komplexe Systeme aus Hochstraßen, Tunneln und Rampen waren die Folge. Viele Plätze wurden zu reinen Verkehrsknotenpunkten ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Auch Plätze, die den Krieg unbeschadet überstanden hatten, wurden Opfer einer rigiden Stadtplanung, die sich an den funktionalen Ansprüchen des motorisierten Verkehrs orientierte und die historischen Strukturen und Maßstäbe unberücksichtigt ließ.

     

    Die Ausstellung wird zurzeit in Trier gezeigt.

    Weitere Stationen:

    Erfurt, 11.05.–26.05.2017.

    Leipzig, 05/06.2017.

    Osnabrück, 06/07.2017.

    Rostock, 09.2017.

    Bonn, 10.2017.

     

    Christoph Mäckler und Birgit Roth (Hg.)

    Plätze in Deutschland - 1950 und heute

    Preis: 38,00 €

    ISBN: 978-3-86-922-479-4

  • Wie wird aus Wohnhäusern Stadt?

    News

    DÜSSELDORF. Bezahlbarer Wohnraum steht heute ganz oben auf der Agenda. Alle betonen, dass nicht die Fehler der 1960er Jahre mit ihren Großsiedlungen auf der grünen Wiese wiederholt werden dürfen. Das gemischte Stadtquartier ist in aller Munde. Doch viele Projekte des neuen Wohnungsbaubooms sind weit von einer lebendigen Stadtquartiers-Atmosphäre entfernt.

    Die Siedlungsideologie lebt häufig ungewollt weiter: gleichförmige Wohnungen, Sonne und Luft von allen Seiten, viel Grünfläche statt gestalteter Straßenraum. Kurz: Es fehlt das Verständnis für das, was Stadt ausmacht, die Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit – und damit eine Unterscheidung von vorne und hinten.

     

    Wenn mit den neuen Wohnhäusern tatsächlich lebendige städtische Quartiere entstehen sollen, dann gehört zum Beispiel auch der Laden und der kleine Betrieb im Erdgeschoss oder im Hinterhof dazu, genauso wie der Fahrradschuppen und der Garten. Was heißt das für den städtebaulichen und architektonischen Entwurf? Die 8. Düsseldorfer Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt stellt sich dieser Frage: Wie wird aus Wohnhäusern Stadt?

     

    Das Deutsche Institut für Stadtbaukunst empfängt dazu die renommiertesten und bekanntesten Architektinnen und Architekten Deutschlands in den außergewöhnlichen Räumlichkeiten der Düsseldorfer Rheinterrasse. Auf der Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt diskutieren sie zum achten Mal mit namhaften Vertretern aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Die Gastgeber von der technischen Universität Dortmund – Prof. Christoph Mäckler (Lehrstuhl Städtebau) und Prof. Wolfgang Sonne (Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur) – stoßen mit ihrer Konferenz eine wichtige öffentliche Debatte über gute Stadtarchitektur für die Gegenwart und die Zukunft an.

     

    Die Veranstaltung findet am 27. und 28. April in der Rheinterrasse Düsseldorf, Josef-Beuys-Ufer 33, statt.

  • Hanseatische Raumskulptur

    Meldungen

    BONN/HAMBURG. Eine der sichersten Altersvorsorgen überhaupt ist die eigene Immobilie. Das Symbol schlechthin für eine „gebaute Lebensversicherung“ ist das Backsteinhaus: massiv, robust, langlebig. Welcher andere Baustoff überdauert schon Jahrhunderte – und sieht dabei bis ins hohe Alter gut aus?

    Die Vorteile der zweischaligen Backsteinwand sind auch bei der Energieeffizienz offensichtlich. Zwischen die tragende Wand und die davor liegende Wand passt jede Menge Wärmedämmung. Und im Sommer garantieren Vor- und Hintermauerwerk angenehme Kühle. Beste Gründe, zeitgemäße Architektur mit dem Baustoff Backstein zu realisieren.

     

    Gute Argumente wohl auch für einen Bauherrn, der im Hamburger Westen ein durchaus ungewöhnliches Haus errichten ließ. Auf den ersten Blick überraschend schiebt sich der strenge minimalistische Kubus zwischen die Einfamilienhäuser. Entlang der ruhigen Wohnstraße stehen vornehmlich solche im Volksmund als „Hamburger Kaffeemühlen“ bezeichneten Häuser. Dabei handelt es sich um zweigeschossige Rotklinker-Villen aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit annähernd quadratischem Grundriss, der den freistehenden Wohnhäusern eine würfelartige Form verleiht und deren zumeist mit einem Balkon gekrönter Erker an die herausziehbare Schublade einer Kaffeemühle erinnert. Um der rechts und links sogar unter Ensembleschutz stehenden Historie gerecht zu werden, bedurfte es im Vorfeld einiger Gutachten bevor die Baugenehmigung für die Villa schließlich erteilt wurde.

     

    Anthrazitfarbenes Mauerwerk

     

    Weitgehend geschlossen präsentiert sich die dreigeschossige Fassade zur Straße, einen guten Einblick in das facettenreiche Innere der Villa gibt die Gartenseite. Wie eine plastische Raumskulptur gliederte der Hamburger Architekt Thomas Dibelius den Baukörper durch ein zurückspringendes Staffelgeschoss, die Ganzglasfassade lässt das große Volumen leicht und luftig erscheinen. Als Hommage an die Nachbarschaft ist die Villa in ein anthrazitfarbenes Mauerwerk gehüllt. Ein Format, das der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor ursprünglich für das Diöszesan-Museum in Köln entwickelt hat und das der Villa eine starke Horizontalität verleiht.

     

    Konsequenter Innenausbau

     

    Der Kontrast von außen zu innen könnte kaum größer sein, der rauen Hülle steht ein konsequenter Innenausbau mit glatten und fast vollkommen weißen Oberflächen gegenüber. Über 400 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen plus Kellergeschoss mit Sauna und Tiefgarage bewohnt der Bauherr zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei Bengalkatzen. Großzügige Raumzuschnitte gehen offen ineinander über, vom offenen Koch- und Essbereich blickt man über den um drei Stufen abgesenkten Wohnraum hinaus in den Garten. Im ersten Obergeschoss befindet sich neben den Privaträumen auch ein Home-Office. Das Staffelgeschoss mit der großen Dachterrasse beherbergt ein Gästezimmer mit Bad. In der Lounge und auf der Terrasse mit Blick ins Grüne sitzen am Wochenende aber auch die Hausherren gerne.

     

     

    Weitere Infos:

    Initiative Zweischalige Wand – Bauen mit Backstein

    Tel.: (02 28) 9 14 93-18, E-Mail: zwm@ziegel.de

    www.backstein.com

     

    Pressekontakt:

    Kopfkunst, Agentur für Kommunikation GmbH

    Michael Hagel

    Tel.: (02 51) 9 79 17-350

    E-Mail: presse@backstein.com

     

    Belegexemplare bzw. ein Link zur Online-Veröffentlichung freundlichst erbeten.

  • Harmonie von Backstein und Beton

    Meldungen

    BONN/STUTTGART. Wer gleichzeitig modern und nachhaltig bauen will, der macht mit dem Baustoff Backstein alles richtig. Er steht geradezu exemplarisch für eine „gebaute Altersversorgung“, ist robust, langlebig und überdauert Jahrhunderte. Andererseits sind mit ihm kühne, ästhetisch hochwertige Architekturentwürfe realisierbar.

    Gemauerte Gebäude mit zweischaligen Backsteinwänden sind auch bei der Energieeffizienz und damit auch beim Klimaschutz weit vorne. Zwischen die tragende Wand und die davor liegende Wand lässt sich äußerst effektive Wärmedämmung packen. Und im Sommer garantieren Vor- und Hintermauerwerk eine angenehme Kühle.

     

    Letzteres ist umso wichtiger, wenn man in attraktiver, aber eben auch sonnenintensiver Hanglage baut. Denn von dort oben ist die Aussicht zwar fast immer am besten, die Wärmeentwicklung im Hochsommer allerdings auch beträchtlich. Das trifft auch auf die innerstädtischen Hanglagen rund um den so genannten Stuttgarter Kessel zu. Im Osten der baden-württembergischen Landeshauptstadt positionierten Bottega + Ehrhardt Architekten ein dreigeschossiges Wohnhaus so am Hang, dass der Blick aus allen Räumen und von den Terrassen ungehindert über das Neckartal schweifen kann.

     

    Geschickt spielen Giorgio Bottega und Henning Ehrhardt mit der Topographie des Grundstücks. Von der Straße ist das Wohnhaus zurückversetzt und kaum zu sehen, ein eingeschossiges Nebengebäude schirmt zudem gegen unerwünschte Einblicke ab. Erst in der talseitigen Ansicht entfaltet der Baukörper mit seinen drei Vollgeschossen seine ganze Größe. Bereits frühzeitig wussten die Bauherren, dass es für ihr Haus eine Backsteinfassade sein sollte. Farblich aufeinander abgestimmt, harmoniert das Zusammenspiel aus hellgrauen Ziegeln und glatten Sichtbetonoberflächen.

     

    In den oberen zwei Etagen logieren die Bauherren auf großzügigen 240 Quadratmetern Wohnfläche. Durch einen baulichen Kniff nutzen die Architekten den Hang auch für die innere Erschließung. Der Eingang befindet sich wie bei einem Split-Level – also um ein halbes Stockwerk versetzt – auf einem Zwischengeschoss. Von dem offenen Entree mit einer imposanten Raumhöhe von 3,50 Metern führt jeweils eine halbe Treppe in die zwei Geschosse. Auf der oberen Etage befindet sich die Wohnebene mit der offenen Küche und der durch eine Wandscheibe mit Kamin abgetrennten Arbeitsbibliothek. Zwei in den Baukörper eingeschnittene Terrassen fassen den Grundriss ein. Eine Wendeltreppe führt auf die Dachterrasse. Auf der mittleren Etage liegen das Schlafzimmer mit Ankleide und Bad sowie der Sauna- und Fitnessbereich mit Loggia.

     

    Das unterste Geschoss nimmt eine 125 Quadratmeter große Einliegerwohnung mit separatem Eingang ein. Wenn die Bauherren eines Tages nicht mehr vermieten möchten, können alle Ebenen ganz einfach zusammengeschaltet werden – nur eine einzige Wand wird dann entfernt.

     

    Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne weiteres aussagekräftiges Bildmaterial sowie weitere Informationen zum Thema für eine Veröffentlichung zur Verfügung.

     

    Belegexemplare bzw. ein Link zur Online-Veröffentlichung freundlichst erbeten.

     

    Pressekontakt:

    Kopfkunst, Agentur für Kommunikation GmbH

    Michael Hagel

    Am Mittelhafen 10

    48155 Münster

    Tel.: (02 51) 9 79 17-350, E-Mail: presse@backstein.com

  • Einsendeschluss verlängert!

    News

    BONN. Der Einsendeschluss für die Teilnahme am Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur wird um gut zwei Wochen verlängert. Bis einschließlich den 31. Mai 2017 besteht jetzt noch die Gelegenheit, Beiträge bei dem mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Wettbewerb einzureichen.

    Mit dem Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur prämiert die
    Initiative Bauen mit Backstein Architekten und Planer,  die das
    architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffs nutzen. Gesucht
    werden Bauten, deren gesamter planerischer Anspruch sowohl
    ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte in sich vereint
    und deren Architektur sich durch einen angemessenen Umgang mit dem
    Ort und seinem Bestand auszeichnet.

    In Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA wird zudem wieder
    ein Newcomer-Award  vergeben. Er richtet sich an Studenten, Absolventen und Nachwuchs-Architekten deren Hochschulabschluss nicht länger als vier Jahre zurückliegt. In der Kategorie „Nachwuchs/Newcomer“ können sowohl fertiggestellte Projekte als auch Projektideen  eingereicht werden. Entscheidend bei der Darstellung einer Projektidee ist die Rolle des Backsteins im Gesamtkontext des Projekts bzw. die Auseinandersetzung mit dem Material selbst.

    Statt bis zum 15. Mai 2017 können Wettbewerbsbeiträge jetzt noch bis
    zum 31. Mai 2017  online – oder auf dem Postweg – eingereicht werden.
    Alle zur Teilnahme notwendigen Informationen sowie die Möglichkeit der
    Online-Einreichung finden sich auf der Website zum Fritz-Höger-Preis:
    http://www.backstein.com/architekturpreis

    Über den Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur:
    Der erstmals 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur
    wird alle drei Jahre verliehen und zählt mit zuletzt mehr als 500 nationalen
    und internationalen Einreichungen mittlerweile zu den größten deutschen
    Architekturpreisen. Seit 2011 wird der Wettbewerb vom Bund Deutscher Architekten BDA partnerschaftlich unterstützt. Die Verleihung des vierten
    Fritz-Höger-Preises wird voraussichtlich im Herbst 2017 in Berlin
    stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

  • Einsendeschluss verlängert!

    Fritz-Höger-Preis 2017

    Der Einsendeschluss für die Teilnahme am Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur wird um gut zwei Wochen verlängert. Bis einschließlich den 31. Mai 2017 besteht jetzt noch die Gelegenheit, Beiträge bei dem mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Wettbewerb einzureichen.

    Mit dem Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur prämiert die Initiative Bauen mit Backstein Architekten und Planer, die das architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffs nutzen. Gesucht werden Bauten, deren gesamter planerischer Anspruch sowohl ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte in sich vereint und deren Architektur sich durch einen angemessenen Umgang mit dem Ort und seinem Bestand auszeichnet.

    In Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA wird zudem wieder ein Newcomer-Award  vergeben. Er richtet sich an Studenten, Absolventen und Nachwuchs-Architekten deren Hochschulabschluss nicht länger als vier Jahre zurückliegt. In der Kategorie „Nachwuchs/Newcomer“ können sowohl fertiggestellte Projekte als auch Projektideen  eingereicht werden. Entscheidend bei der Darstellung einer Projektidee ist dabei die Rolle des Backsteins im Gesamtkontext des Projekts beziehungsweise die Auseinandersetzung mit dem Material selbst.

    Statt bis zum 15. Mai 2017 können Wettbewerbsbeiträge nun also noch bis zum 31. Mai 2017  online – oder auf dem Postweg – eingereicht werden. Alle zur Teilnahme notwendigen Informationen sowie die Möglichkeit der Online-Einreichung finden sich hier:
    http://www.backstein.com/architekturpreis

    Der erstmals 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur wird alle drei Jahre verliehen und zählt mit zuletzt mehr als 500 nationalen und internationalen Einreichungen mittlerweile zu den größten deutschen Architekturpreisen. Seit 2011 wird der Wettbewerb vom Bund Deutscher Architekten BDA partnerschaftlich unterstützt. Die Verleihung des vierten Fritz-Höger-Preises wird voraussichtlich im Herbst 2017 in Berlin stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

  • Neuer Teilnehmerrekord!

    Fritz-Höger-Preis 2017

    BONN. Mit mehr als 600 eingereichten Projekten aus allen fünf Kontinenten verzeichnet der von der Initiative Bauen mit Backstein ausgelobte Fritz-Höger-Preis 2017 einen großartigen neuen Teilnehmerrekord – und unterstreicht damit erneut seinen Stellenwert als einer der größten und renommiertesten Architekturpreise Deutschlands.

     

    Es sind beeindruckende Zahlen: Über 600 Einreichungen, darunter gut 180 aus dem Ausland, verteilt auf 32 Nationen – die vierte Auslobung des Fritz-Höger-Preises für Backstein-Architektur übertrifft sämtliche Erwartungen!

     

    Schöne Bestätigung

     

    „Diese enorme Zahl an Bewerbungen ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit und macht die Wertschätzung deutlich, die der Preis in der Architekturwelt genießt. Vor allem aber veranschaulicht sie erneut das gestalterische Potenzial, das Bauen mit Backstein besitzt und das es zu einem gewichtigen Bestandteil zeitgenössischer Baukunst macht“, sagt Ernst Buchow, erster Vorsitzender der Initiative Bauen mit Backstein, voller Freude über die großartige Teilnehmer-Resonanz. „Ich danke allen Wettbewerbern für ihr Interesse an diesem Preis!“

     

    Am 12. Juli tagt die Fachjury im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin und wählt die diesjährigen Sieger und Nominierungen. Alle Einreichungen werden dann durch die unabhängige Jury beurteilt. Sie besteht in diesem Jahr unter anderem aus Rudolf Finsterwalder, gemeinsam mit Alvaro Siza Gesamtsieger Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur, Anne Beer vom Architekturbüro Beer Bembé Dellinger, Heiner Farwick, Präsident Bund Deutscher Architekten BDA, sowie Kaye Geipel, stellvertretender Chefredakteur des Architektur-Magazins Bauwelt.

     

    Quantität und Qualität

     

    Eine anspruchsvolle Aufgabe für die Jury – nicht nur aufgrund der enormen Quantität, sondern vor allem wegen der hohen architektonischen und handwerklichen Qualität der diesjährigen Einreichungen. In einem zweistufigen Verfahren wird die Jury etwa 50 Projekte für den Architekturpreis nominieren, aus denen wiederum die endgültigen Sieger ermittelt werden. Darunter auch die Sieger des Newcomer-Awards, der bei seiner zweiten Auslobung mit über 50 Einreichungen wieder auf regen Zuspruch gestoßen ist.

     

    Die Bekanntgabe der Sieger erfolgt im Rahmen der offiziellen Preisverleihung, die im Herbst 2017 – ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben – in Berlin stattfinden wird.

     

  • BDA-Tag in Münster

    MÜNSTER. „Die Stadt, die ich brauche – die Stadt, die ich liebe“. Das Motto des 13. BDA-Tages am 1. Juli in Münster ist ebenso programmatisch wie sehnsuchtsvoll. Dem Bund Deutscher Architekten BDA geht es um den Mut, die lebenswerte Stadt von morgen zu gestalten.

     

    Wenn der Bund Deutscher Architekten BDA sich zu seinem alljährlichen BDA-Tag trifft, dann prangt stets ein großes Leitthema über dieser Veranstaltung. Beim diesjährigen BDA-Tag vom 30. Juni bis zum 2. Juli in Münster ist es „Die Stadt, die ich brauche – die Stadt, die ich liebe“. Dieser Leitsatz bietet Raum für Kritik und Visionen, für Forderungen und für die Suche nach Lösungen. Denn die Stadt und die Art und Weise, wie wir die Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg gestalten, liefert reichlich Stoff für kontroverse Debatten.


    Das wird auch in Münster so sein. „Ist der Mut wieder da, die Stadt von morgen zu gestalten?“, fragt der BDA in seiner Einladung. Man will unter anderem darüber diskutieren, ob und wie die derzeit starke Nachfrage an Wohnungen, Schulen und Kindergärten tatsächlich zu einer Stadt führt, die mehr als nur eine reine „Bedarfsdeckung“ leistet. Die vielmehr mit einer ästhetischen Gestalt und mit einem sinnlichen Erleben überzeugen kann. Kurzum: Eine Stadt, in der man gerne lebt.


    Garantiert dezidierte Positionen dazu werden der Kultursoziologe Armin Nassehi, die Architekten Peter Haimerl (Studio für Architektur) und Piero Bruno (Bruno Fioretti Marquez), die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk und der künstlerische Leiter der Skulptur Projekte Münster, Kasper König, vertreten. Allesamt sehr meinungsfreudige Persönlichkeiten. Gut trifft es sich auch, dass die von König konzipierten Skulptur Projekte 2017 – neben der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig DAS Kunstevent des Jahres – gerade in der westfälischen Stadt stattfinden. Die überall im Stadtraum präsenten Skulpturen stehen daher ebenfalls auf dem Programm des BDA-Tages.


    Los geht es am Freitagabend, 30. Juni, mit dem sogenannten Pecha-Kucha-Abend in der Dominikanerkirche, einem spätbarocken Backstein-Sandstein-Gebäude im Stadtzentrum (Architekt: Lambert Friedrich Corfey). Dort haben BDA-Novizen die Gelegenheit, sich jeweils mit einem 6:40-Minuten-Format den versammelten Architekten vorzustellen. Am Samstag, 1. Juli,  findet im Stadttheater (Architekten: Harald Deilmann, Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau) der eigentliche BDA-Tag statt. Das auch heute noch futuristisch anmutende Theatergebäude wurde Mitte der Fünfziger Jahre als kühner Entwurf und als „Donnerschlag am Theaterhimmel“ international gefeiert. Abends wird dann der Schweizer Architekt Peter Zumthor im neuen und ebenfalls vielfach gelobten LWL-Museum für Kunst und Kultur (Entwurf: Staab Architekten) mit dem Großen BDA-Preis 2017 ausgezeichnet. Anschließend steigt ebendort im Foyer das BDA-Fest.


    Am Sonntag, 2. Juli, werden Architekturspaziergänge zum neuen Philosophikum am Domplatz, zum innerstädtischen Neubauprojekt Stubengasse und zum sich rasant wandelnden Stadthafen sowie diverse Skulptur Projekte-Führungen angeboten.

     

    Hier die Links zu den Programmpunkten:

     

    https://bda-bund.de/events/13-bdatag-2017-in-muenster/

     

    https://bda-bund.de/events/neu-im-club-pecha-kucha-abend-zur-vorstellung-neuberufener-bda-mitglieder/

  • Plätze 1950 bis heute

    News

    OSNABRÜCK. Prof. Christoph Mäckler, Vorsitzender der Fritz-Höger-Preis-Jury im Jahr 2011, hat kürzlich ein bemerkenswertes Buch geschrieben. "Plätze in Deutschland" heißt es und zeigt exemplarisch, wie sich deutsche Innenstädte von 1950 bis heute verändert haben – oft nicht zu ihrem Vorteil.

     

    Dem motorisierten Verkehr wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu immer Vorrang eingeräumt. Stadtautobahnen, breite Straßendurchbrüche sowie komplexe Systeme aus Hochstraßen, Tunneln und Rampen waren die Folge. Viele innerstädtische Plätze wurden zu reinen Verkehrsknotenpunkten ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Selbst Plätze, die den Krieg unbeschadet überstanden hatten, wurden nun Opfer einer rigiden Stadtplanung, die Schneisen für den Autoverkehr schlug und dabei historisch gewachsene Strukturen und Maßstäbe vollkommen aus den Augen verlor.


    Die das Buch begleitende Ausstellung des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst stellt Fotografien deutscher Plätze aus den 50er Jahren aktuellen Aufnahmen vom gleichen Standort gegenüber, um auf Fehlplanungen und Versäumnisse in der Gestaltung städtischer Räume aufmerksam zu machen. Und so viel sei an dieser Stelle verraten: Das gelingt eindrucksvoll!


    Die Ausstellung ist derzeit und noch bis zum 14. Juli  in Osnabück im „martini50“-Forum für Architektur und Design, Martinistraße 50, zu sehen. Anschließend wandert sie weiter nach Rostock, Bonn und Halle an der Saale.

  • Dickhäuter aus Backstein

    News

    BREMEN. Die größte Backstein-Skulptur der Welt steht in Bremen. Im Nelson-Mandela-Park mitten in der Hansestadt. Und das seit nunmehr 85 Jahren. Gut zehn Meter hoch und aus Backstein gemauert, ist „Der Elefant“ ein ganz und gar ungewöhnliches Monument: Früher diente er als Kolonialdenkmal, heute als Antikolonialdenkmal. Fünf Monate lang wurde der steinerne Dickhäuter für rund 180.000 Euro aufwändig saniert – und zwar unter Federführung von Frank Deitschun, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Hier sein Bericht.
     

    Das zehn Meter hohe, aus dunkelroten Oldenburger Backsteinen gemauerte Denkmal in Form eines Elefanten wurde 1932 nach einem Entwurf des Bildhauers Fritz Behn von dem Architekten Otto Blendermann errichtet.


    Die figürliche Darstellung des Elefanten geht in ein zwölfeckiges Sockelstück über und ruht auf einem weiteren 15 mal elf Meter großen Sockel, der 1,50 Meter über dem Gelände errichtet ist. Das Denkmal wurde im Jahre 1932 der Öffentlichkeit übergeben. Damals noch explizit als Kolonialdenkmal, man trauerte den im Ersten Weltkrieg endgültig verlorenen Kolonien – wie etwa Namibia – noch immer hinterher.

  • Großer BDA-Preis für Peter Zumthor

    BERLIN/MÜNSTER. Der Schweizer Architekt Peter Zumthor (74) wird mit dem Großen BDA-Preis 2017 geehrt. Das entschied eine namhaft besetzte siebenköpfige Jury unter Vorsitz des BDA-Präsidenten Heiner Farwick. Mit dem Preis würdigt der Bund Deutscher Architekten BDA seit 1964 das Wirken von Architekten. Verliehen wird die Auszeichnung beim diesjährigen BDA-Tag am 1. Juli in Münster.

     

    Peter Zumthor führe die Architektur wieder auf das „Urschaffen“ des Menschen zurück, so die Begründung der Jury. Wie kaum sonst jemand stehe er zeichenhaft für das, was Bauen und Behausen ursprünglich bedeutet habe. „Seine konsequente Konzentration auf die Idee von Licht, Material und Raum sowie sein enormer Qualitätsanspruch bis ins kleinste Detail geben seinem Werk eine zeitlose Gültigkeit“, so die Jury weiter.

    Als kompromisslose Künstlerpersönlichkeit mache sich Zumthor frei von äußeren Zwängen und setze damit vermeintlich alternativlose Standards, Techniken und Abläufe des heutigen Baubetriebs für sich und sein Werk außer Kraft. „Lieber verzichtet er auf ein Projekt, als ein klares Konzept aufzugeben. Das Wissen um dieses Beispiel stärkt auch allen anderen Architekten beim Streben nach Qualität den Rücken.“

    Als Beispiele für Zumthors konsequente architektonische Haltung, die das Ursprüngliche wieder in den Mittelpunkt rückt, stehen laut der Jury Bauten wie das Thermalbad in Vals, das Kunsthaus Bregenz oder das Diözesanmuseum Kolumba in Köln. Letzteres übrigens ein faszinierender Backsteinbau.

    Der Bund Deutscher Architekten BDA vergibt seit über 50 Jahren den Großen BDA-Preis für bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und des Städtebaus. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Ludwig Mies van der Rohe (1966), Günter Behnisch (1972) und Oswald Ungers (1987). Zuletzt wurden Volker Staab (2011) und Axel Schultes (2014) ausgezeichnet.

    Der Große BDA-Preis 2017 wird im Rahmen des 13. BDA-Tages am Samstag, 1. Juli 2017, um 20 Uhr im LWL-Museum in Münster an Peter Zumthor verliehen. Die Laudatio wird Prof. Werner Oechslin (Einsiedeln) halten.

  • Jury-Besetzung steht fest

    News

    BONN/BERLIN. Die Besetzung der Jury des Fritz-Höger-Preises 2017 für Backstein-Architektur steht jetzt fest. Das erneut hochrangig besetzte Gremium kommt am 12. Juli in Berlin zu seiner Sitzung zusammen.

     

    Auch zur vierten Auslobung des erfolgreichen Fritz-Höger-Preises für Backstein-Architektur konnte wieder eine hochkarätige Fachjury gewonnen werden. Als Garanten für eine vielschichtige Bandbreite an erstklassigen Siegerprojekten wurden für den 2017er-Wettbewerb jetzt folgende Persönlichkeiten in die Fachjury berufen:
    • Heiner Farwick, Präsident Bund Deutscher Architekten BDA
    • Kaye Geipel, stellvertretender Chefredakteur Bauwelt
    • Rudolf Finsterwalder, gemeinsam mit Alvaro Siza Grand Prix-Sieger Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-
    Architektur, Finsterwalderarchitekten, Stephanskirchen
    • Anne Beer, Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner,
    Greifenberg/München
    • Nikolaus Hirsch, Architekt, Schriftsteller, Hochschulprofessor und
    ehemaliger Rektor der Städelschule Frankfurt.

    Über die Juroren

    Heiner Farwick ist nicht nur Präsident des Bundes Deutscher Architekten (BDA), sondern auch selbst Architekt. Als BDA-Präsident steht er seit 2013 rund 5.000 freischaffenden Architekten vor. Farwick engagiert sich zudem in Gestaltungsbeiräten diverser Kommunen.

     

    Kaye Geipel befasst sich beruflich und aus Leidenschaft mit Architektur. Geipel ist stellvertretender Chefredakteur der Bauwelt, einer der renommiertesten Architekturzeitschriften Deutschlands. Der Fachjournalist und Buchautor schreibt ebenso klug wie unterhaltsam über zeitgenössische Architektur.

     

    Rudolf Finsterwalder sicherte sich vor drei Jahren gemeinsam mit dem portugiesischen Architekten Alvaro Siza den Grand Prix beim Fritz-Höger-Preis. Die reduzierte Museumsbau-Architektur vereint Kunst und Natur zu einer eindrucksvollen Gesamtkomposition. Auch sonst gehört die Auseinandersetzung mit Formen und Strukturen der Natur zu Finsterwalders Schwerpunkten.

     

    Anne Beer ist eine renommierte Architektin und einer der Köpfe des Architekturbüros Beer Bembé Dellinger Architekten. Zudem hat sie als Professorin einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Regensburg inne. Mit Vorträgen und Aufsätzen mischt sich Anne Beer sich immer wieder in die aktuellen Architekturdebatten ein.

     

    Nikolaus Hirsch arbeitet als Architekt, Schriftsteller und Hochschulprofessor und bewegt sich mit Vorliebe an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Er baute die Neue Synagoge in Dresden, war Rektor der Städelschule in Frankfurt und lehrt oder lehrte unter anderem in Harvard, London, Gießen und Philadelphia. Zudem war er Jury-Vorsitzender für die „Topographie des Terrors“ in Berlin.

    Zweistufiges Auswahlverfahren

    Im Rahmen eines vollständig anonymisierten Verfahrens nominiert die unabhängige Jury in einem ersten Durchgang aus den über 600 Einsendungen die besten Projekte für den Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur. In
    einem zweiten Durchgang werden schließlich die Sieger des Wettbewerbs
    bestimmt. Dabei wird der Architekturpreis in den nachfolgenden Kategorien  vergeben:
    •  Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte
    •  Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau
    •  Büro- und Gewerbebauten
    •  Öffentliche Bauten, Freizeit und Sport
    Zusätzliche Auszeichnungen werden außerdem in den Bereichen Energieeffizienz, Sanierung/Nachhaltigkeit und Nachwuchs/Newcomer vergeben.

    Preisverleihung: Herbst 2017


    Die Verleihung des vierten Fritz-Höger-Preises wird im Herbst 2017 in Berlin stattfinden. Das Preisgeld über 10.000 Euro  wird auf den Grand Prix-Sieger und die Gold-Gewinner der jeweiligen Kategorien verteilt. Es liegt im Ermessen der Jury, eine von dieser Staffelung abweichende Verteilung des Preisgeldes vorzunehmen.

  • Große Gefühle beim BDA-Tag

    MÜNSTER. Als er dann endlich die Medaille in seiner Hand hielt, da sah man ihm die Rührung an. Der große Schweizer Architekt Peter Zumthor ist eigentlich Ehrungen gewohnt, aber der Große BDA-Preis, der ist auch für ihn noch etwas ganz Besonderes. Am Samstagabend bekam er ihn im LWL-Museum in Münster beim BDA-Tag im feierlichen Rahmen überreicht.

    Der Bund Deutscher Architekten BDA hat einen rundum gelungenen BDA-Tag 2017 auf die Beine gestellt. Und mit Münster eine Stadt ausgewählt, die zum diesjährigen Motto „Die Stadt, die ich brauche – die Stadt, die ich liebe“ ganz gut passte. Freitagabends startete man mit dem Pecha-Kucha-Abend, bei dem sich eine ganze Reihe neu berufener BDA-Mitglieder in teils recht kurzweiliger Form vorstellte.

    Samstags trafen sich die Architekten dann im Stadttheater Münster zum eigentlichen BDA-Tag. Nach eröffnenden Worten von BDA-Präsident Heiner Farwick, dem Staatssekretär des Bundesbauministeriums, Gunther Adler, und von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe folgten etliche spannende Vorträge und Debatten zum Leitthema des BDA-Tages. Der Kultursoziologe Prof. Dr. Armin Nassehi, die Architekten Peter Haimerl und Prof. Piero Bruno, Andreas Hofer von „mehr als wohnen“, die Münchner Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk und nicht zuletzt der Künstlerische Leiter der Skulptur Projekte Münster, Prof. Kasper König, trugen alle aus ihrer spezifischen Warte  zum Erkenntnisgewinn des Tages bei. Das gilt ebenso für die mit hochkarätigen Experten besetzten Diskussionsrunden, die sich an die jeweiligen Vorträge anschlossen.

    Der Höhepunkt des BDA-Tages war aber doch die Preisverleihung an Peter Zumthor. Sein Schweizer Landsmann und Laudator des Abends, der Architekturhistoriker Werner Oechslin, sagte, Zumthor gehöre in die Kategorie der Propheten, er sei mit seiner Persönlichkeit, seiner Standfestigkeit, ja, mit seiner Sturheit der Garant für allerhöchste architektonische Qualität.

    Der Geehrte selbst meinte, nachdem BDA-Präsident Heiner Farwick ihm den Preis überreicht hatte, ein wenig augenzwinkernd, dass er immer ein bisschen diesen Vorurteilen ausgesetzt sei: Er sei streng, präzise, kompromisslos. Ihm selbst gehe es aber stets um „einfache Setzungen“ und einen Minimalismus im besten Sinne. Und dann genoss Peter Zumthor den warmen Applaus im voll besetzten Museums-Foyer. Man merkte: Hier wurde einer ausgezeichnet, der die uneingeschränkte Wertschätzung seiner Berufskollegen genießt.

    Das alles musste anschließend noch gebührend gefeiert werden. Das BDA-Fest konnte beginnen.
  • Die Jury hat entschieden

    Fritz-Höger-Preis 2017

    BERLIN/BONN. Die Jury des Fritz-Höger-Preises 2017 für Backstein-Architektur hat entschieden: Die Nominierungen für den renommierten Architekturpreis stehen fest. Am Mittwoch, 12. Juli, hatte das erneut hochrangig besetzte Gremium die anspruchsvolle Aufgabe, aus über 600 Einreichungen die besten herauszufiltern.

    Neugierige müssen sich indes noch ein wenig gedulden: Bekannt gegeben werden die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Siegerprojekte erst im Rahmen der festlichen Preisverleihung Mitte Oktober in Berlin (der genaue Termin folgt in Kürze).

    Folgende Persönlichkeiten kämpften sich in Deutschen Architektur-Zentrum DAZ durch den Berg an Projekten:
    •  Heiner Farwick, Präsident Bund Deutscher Architekten BDA
    •  Kaye Geipel, stellvertretender Chefredakteur Bauwelt
    •  Rudolf Finsterwalder, gemeinsam mit Alvaro Siza Grand Prix-Sieger Fritz-
    Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur, Finsterwalderarchitekten,
    Stephanskirchen
    • Francesca Saetti, Architekturbüro „studioinges“, Berlin

    Im Rahmen eines vollständig anonymisierten Verfahrens nominierte die unabhängige Jury in einem ersten Durchgang aus den über 600 Einsendungen die besten Projekte für den Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur. In einem zweiten Durchgang wurden schließlich die Sieger des Wettbewerbs bestimmt. Dabei wurde der Architekturpreis erneut in den nachfolgenden  Kategorien vergeben:

    • Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte
    • Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau
    • Büro- und Gewerbebauten
    • Öffentliche Bauten, Freizeit und Sport

    Zusätzliche Auszeichnungen wurden außerdem in den Bereichen Energieeffizienz, Sanierung/Nachhaltigkeit und Nachwuchs/Newcomer vergeben.

  • Fassaden Atlas

    Buchvorstellungen

    Eine Fassade ist sowohl Schauseite als auch Mittler zwischen Äußerem und Innerem eines jeden Gebäudes. Sie vereint viele, sich auch widersprechende Funktionen: Sie ist Schutzhülle, Wärme- und Stromlieferant und steht in Wechselwirkung mit dem sie umgebenden öffentlichen Raum. Sowohl in der architektonischen Praxis als auch in der Öffentlichkeit hat dieses Thema in den zurückliegenden Jahren an Bedeutung gewonnen.

    Der „Fassaden Atlas“ vermittelt in Form eines Nachschlagewerks technische und gestalterische Planungs-Prinzipen jenseits von aktuellen Trends. Der Band bietet zunächst übergeordnete, unter anderem technische und konstruktive Grundlagen, die für Entwurf und Entwicklung einer Fassadenkonstruktion relevant sind. Der Kern des Buches geht von den Materialien und ihren Eigenschaften aus, die bei der Planung einer Fassade ausschlaggebend sind – neben lokalen, kulturellen, funktionalen, wirtschaftlichen oder ökologischen Kriterien sind auch Aspekte wie Transport, Montage oder Wartung zu beachten. So wird das Anwendungspotenzial der jeweiligen Materialien – ob Backstein, Beton, Holz, Metall oder Glas – erkennbar. Hierbei vertieft das Buch auf einigen Seiten die gestalterische Vielfalt für die Verwendung von Backstein. Die über 100 internationalen Projektbeispiele zeigen verschiedenste Anwendungen, bewährte Klassiker, Standardlösungen sowie innovative Lösungsansätze. Im dritten Teil des Buches stehen Fassadenausführungen im Zentrum, die gezielt dafür entwickelt wurden, funktionale Aufgaben zu übernehmen, etwa mehrschalige Gebäudehüllen aus Glas, Manipulatoren zur Wirkungsänderung und die Nutzung von Umweltenergie.

     

    Der Fassaden Atlas bündelt systematisch das Fachwissen für die technische und gestalterische Planung einer Fassade bis in die konstruktiven Details und berücksichtigt die aktuellen Entwicklungen. Das macht ihn zu einem Nachschlage- und Referenzwerk für den beruflichen Alltag von Architekten, Bau- und Fachingenieuren ebenso wie für Studierende dieser Fachrichtungen.

     

     

    Thomas Herzog / Roland Krippner / Werner Lang

    Fassaden Atlas

    Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage

    352 Seiten mit mehr als 250 Detailzeichnungen und rund 400 Abbildungen

    23 x 29,7 cm, Hardcover

    ISBN 978-3-95553-328-1

    Preis: EUR (D) 130,00 / CHF 205,00. Auch als eBook erhältlich

  • Verleihung des Fritz-Höger-Preises 2017

    News

    BONN/BERLIN. Die Präsentation und Auszeichnung der Siegerprojekte des Fritz-Höger-Preises 2017 für Backstein-Architektur findet am 6. Oktober 2017 im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin statt.

     

    Mit mehr als 600 eingereichten Projekten und großer internationaler Resonanz hat der zum vierten Mal ausgelobte Fritz-Höger-Preis 2017 für Backstein-Architektur längst seinen festen Platz unter den bedeutendsten Architekturpreisen gefunden.  
     
    Nachdem die Jury im Juli getagt hat, lädt die Initiative Bauen mit Backstein ein 
zur Preisverleihung am 6. Oktober 2017, 18.00 Uhr, im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ), Köpenicker Straße 48/49 in 10179 Berlin. Interessierte Architekten und Architekturfreunde sind herzlich willkommen, die Bekanntgabe der Sieger live zu erleben und im Anschluss daran gemeinsam zu feiern. Tickets gibt es HIER.